Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock muss sich noch an die DTM-Welt gewöhnen

DTM 2013

— 04.05.2013

Glock: Das alte Leben vergessen

Timo Glock erwischte keinen schlechten Start in sein erstes DTM-Wochenende - Doch die Formel 1 lebt noch in ihm

Als ehemaliger deutscher Formel-1-Pilot steht Timo Glock an diesem Wochenende unter besonderer Beobachtung. Wie wird er sich in einer Serie schlagen, in der schon einige seiner Vorgänger gescheitert sind? In seinem ersten DTM-Qualifying hat er sich mit Rang 15 schon mal gut präsentiert.

Aber natürlich hätte er sich gerne weiter vorne gesehen. "Es war vielleicht keine gute Idee, die neuen Reifen aufzuziehen. Mit den gebrauchten wären wir vielleicht schneller gewesen", meint Glock am Nachmittag. "Aber das sind alles Dinge, die wir noch lernen müssen. Mit dem zweiten Reifensatz in Q2 sind wir einige Zehntel schneller gewesen und die anderen eine Sekunde. Da liegt irgendwo der Fehler." Schließlich muss sich nicht nur Glock in der DTM zurechtfinden, auch sein Team MTEK ist neu in der Serie.

Für das Rennen lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen - nur die erste Kurve macht ihm etwas Sorgen. "Ich gehe total entspannt ins Rennen, da ich nicht weiß, was mich erwartet", so der BMW-Pilot. "Ich bin mal gespannt, wie viel Feindkontakt ich in den Kurven eins, zwei und drei haben werde. Das macht mir ein bisschen Bauchschmerzen."

Dabei geht es ihm nicht nur um seine Konkurrenten, sondern auch um seine eigene Einschätzung der Lage. Die volle Sicht nach vorne, wie in einem Formel-1-Fahrzeug, gibt es in der DTM nun mal nicht. "Ich sehe keine Motorhaube und keine Räder. Beim Fahren gewöhnt man sich schnell dran, aber wenn auf einmal zehn Autos um mich sind, weiß ich nicht, ob ich einschätzen kann, wann ich jemandem im Kofferraum hänge", erklärt er und fügt grinsend hinzu: "In der ersten Kurve könnte ich so einen Parkassistenten ganz gut gebrauchen." Schließlich weiß auch der ehemaliga Formel-1-Pilot, dass ein kaputter Splitter nicht wirklich weiterhilft.

Für Glock bedeutet die DTM und das morgige Rennen auch eine neue Welt, in der er noch nicht ganz angekommen ist. Oder anders herum gesagt: er hat die Formel-1-Welt noch nicht komplett verlassen. "Mein Kopf ist auf sechs Jahre Formel 1 programmiert", gibt er zu bedenken. "Mein Fahrstil hat sich auf ein Formel-1-Fahrzeug perfektioniert." Nach so einer langen Zeit stellt man sich nicht mal eben um. Zumal das Konzept in der DTM eine Umgewöhnung nicht gerade fördert. "Wenn ich dann mal drei Wochen nicht im Auto sitze und klettere dann wieder rein, muss ich ganz von vorne anfangen", meint er weiter.

Für Glock treffen gerade zwei komplett verschiedene Welten aufeinander "Du fährst in der Formel 1 mit 300 km/h die Gerade entlang und bremst bei 100 Meter - mit einem DTM-Boliden kommt du mit 260 km/h und bremst auch bei 100 Meter. Dann denke ich: 'Das kann nicht sein, dass ich so früh bremsen muss.' Das ist ein Gefühl, das einfach in deinem Körper ist", versucht er zu erklären. Ob er dieses Gefühl morgen abstellen kann, wird sich erst im Rennen zeigen. Doch ganz der Rennfahrer hat auch Timo Glock hohe Ziel: "Mein Traum wären die Top 10!"

Fotoquelle: BMW

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