Paffett war nicht nur der Schnellste, er hatte auch die beste Strategie

DTM 2013

— 16.06.2013

Eins mit Sternchen: Paffett klügster Taktikfuchs am Lausitzring

Der Brite gewann auf dem Eurospeedway vor Rockenfeller und Vietoris - Der Audi-Pilot erobert die Tabellenführung zurück - Spengler zeigt den Mittelfinger

Der vierte Saisonlauf zur DTM am Sonntag auf dem Lausitzring bot Motorsport für Taktikfüchse und Fans mit Durchblick. Der einzige, den strategische Kniffe wenig interessierten, war Gary Paffett. Der Brite setzte seine zweite Startposition in den 20. Karriereerfolg im Tourenwagen um, nachdem er mit einem Raketenstart Markenkollege Christian Vietoris auf der Pole-Position überholt hatte. Der Mercedes-Star war der Pilot, der mit den zu Beginn montierten Option-Reifen am längsten auf der Strecke blieb.

Paffett jubelt im 'Ersten', nachdem er das Gummi auf seinem Auto bis zum Ultimo strapaziert hatte: "Das Auto war super. Gestern schon und heute wieder. Die Option-Reifen waren schwierig. Wir haben sie regelrecht ausgewrungen." Insbesondere zur Rennmitte musste sich Paffett gegen den ihn verfolgenden Mike Rockenfeller erwehren. "Es war aber nicht einfach, diesen Vorsprung aufzubauen", weiß der HWA-Routinier über das Duell um den Sieg am Eurospeedway zu berichten.

Der Mann aus Phoenix-Reihen, der als Zweiter ins Ziel kam, hatte nach seinem Start von Position sechs früh die Standardpneus an der Box gelassen und mit dem "Gelben" anschließend starke Rundenzeiten in den Asphalt gebrannt. "Das hat sich ausgezahlt. Ich konnte eine gute Pace gehen", resümiert Rockenfeller. Vorbei mit der Herrlichkeit war es nach dem zweiten Pflichtstopp, mit dem er zu lange wartete. Paffett distanzierte ihn im Fernduell mit frischen Reifen - die Würfel waren gefallen. "Wir waren aber gut unterwegs und haben das Maximale rausgeholt", so Rockenfeller.

Fingergymnastik bei Spengler

Den dritten Platz sicherte sich ein trotzdem zufriedener Vietoris, der kurz vor Schluss Robert Wickens (4.) das zweite DTM-Podium seiner Karriere wegschnappte. Unauffällig verlor der wiedererstarkte Jamie Green (5.) an Boden. Nach starker Startphase musste auch der BMWs Speerspitze und Titelverteidiger Bruno Spengler (7.) federn lassen. Kurz vor Schluss wurde er vom starken Mercedes-Youngster Daniel Juncadella (6.) noch kassiert. Der Kanadier büßte seine Gesamtwertung ein, der punktgleiche Rockenfeller zieht aufgrund seines vierten Platzes in Spielberg vorbei.

Fast hätte sogar noch Mattias Ekström (8.) Spengler kassiert. Die beiden lieferten sich ein Tür-an-Tür-Duell auf der Zielgeraden, das der Schnitzer-Star mit 0,029 Sekunden Differenz für sich entschied. Spengler goutierte die Aktion auf der Auslaufrunde mit einem Stinkefinger in die Onboard-Kamera. "Das ist doch kein Kinderspielplatz!", fröstelt Ekström im 'Ersten'. Edoardo Mortara (9.) und Roberto Merhi (10.) sicherten sich die letzten Punkte, für den Italiener waren es die ersten einer bis dato verkorksten Saison.

Viel Pech bei BMW

Als praktisch wirkungslos im Taktikschach erwiesen sich die Überholhilfen DRS und Option-Reifen. Während mit umgeklapptem Heckflügel auf der langen Start- und Zielgeraden das Heranfahren kaum erleichtert schien, war mit der weicheren Reifenmischung das Abspulen einer beinahe kompletten Renndistanz möglich. Davon Gebrauch machte der von weit hinten gestartete Abt-Pilot Ekström. Teamkollege Timo Scheider (20.) versuchte das Gleiche, erlitt damit aber kurz vor Rennende Schiffbruch und musste zum Notstopp einrücken.

Arg gebeutelt war trotz ausgetauschten Antriebssträngen die BMW-Phalanx. Außer Spengler landete kein Münchener in den Punkten. Auftaktsieger Augusto Farfus dümpelte als Zwölfter ins Ziel. Dahinter folgten Dirk Werner (13.), der nach einer Kollision in der Startkurve ein Aufholjagd vom Feldende aus zeigte. Timo Glocks (14.) Strategie mit zwei frühen Pflichtstopps ging nicht auf. Einmal mehr im Pech war Ex-Meister Martin Tomczyk (19.). Der Rosenheimer, dessen Qualifying ein Steinschlag im Kühler ruinierte, wurde in der Anfangsphase von RMG-Teamkollege Andy Priaulx (22.) umgedreht. Der Brite selbst erlebte ebenfalls einen rabenschwarzen Tag, der mit einem Frühstart vom vorletzten Startplatz begann. Die fällige Durchfahrtsstrafe warf ihn aussichtslos zurück.

Fotoquelle: xpbimages.com

Weitere DTM Themen

News

Timo Scheider: "Man muss Angst um die DTM haben"

News

Top 10: Die ältesten DTM-Sieger der Geschichte

News

DTM 2016: Die Top 10 Crashes

News

Timo Glock: Ganze DTM-Saison hätte anders laufen können...

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.