Für Jens Marquardt brachte das Rennen Freude und Enttäuschung zugleich

DTM 2013

— 18.08.2013

Marquardt: "Ein lachendes und ein weinendes Auge"

Der BMW-Motorsportchef über das Rennen am Nürburgring, das Eifel-Wetter, für wen er sich freut, wer ihm leidtut und zu den Aussichten in der Meisterschaft

BMW-Motorsportchef Jens Marquardt konnte sich beim siebten Lauf der DTM auf dem Nürburgring über drei Piloten der bayrischen Marke in den Top 10 freuen, wenngleich es für die Meisterschaftsaussichten seiner Schützlinge nach diesem Rennen weniger gut bestellt ist. "Ja, das ist wieder einmal das lachende und das weinende Auge", gesteht er 'Motorsport-Total.com'. Pole-Mann Augusto Farfus (RBM-BMW) wurde Zweiter, Martin Tomczyk (RMG-BMW) erzielte mit Rang fünf seine ersten WM-Punkte in diesem Jahr und Marco Wittmann (MTEK-BMW) wurde nach einer furiosen Aufholjagt auf Platz sieben abgewinkt.

"Ich glaube, wir haben heute ein sehr spannendes Rennen gesehen. Wir sind mit beiden Autos (Farfus, Wittmann; Anm. d. Red.) gut vorne weggekommen, haben tolle Starts hingelegt. In den ersten Runden muss man glaube ich allen Fahrern ein Kompliment machen bei so schwierigen Bedingungen", analysiert er den Beginn des Eifel-Rennens. "Da kann auch einiges mehr passieren. Das haben sie wirklich alle gut gehändelt."

"Wir haben uns dann entschieden, die Strategie bei Augusto und Marco zu splitten, den einen direkt wo das Fenster aufging auf den Regenreifen zu setzen und den anderen noch eine oder zwei Runden draußen zu lassen. Das hat sich bei Marco leider nicht ausgezahlt und er musste sich hinten anstellen, aber hat sich einen super siebten Platz zurückgekämpft", resümiert Marquardt und hat noch ein weiteres Lob für Wittmann parat: "Das zeigt wirklich, was für ein Fahrer er ist, wie er kämpft und auch das Team arbeitet. Es zeigt auch, dass er als Rookie in der DTM gut angekommen ist."

Lachendes Auge: Erstmals Punkte für Tomczyk

Der Meister von 2011, Tomczyk, konnte seine Pechsträhne beenden die ersten zehn Punkte einfahren. "Für den Martin freut es mich riesig, fünfter Platz, auch für sein Team AMG - sie haben wirklich mal ein gutes Ergebnis gebraucht. Das haben sie hier gezeigt", freut sich der 46-Jährige. "Unter den schwierigen Bedingungen sieht man auch bei Martin, dass er nach wie vor ein absoluter Top-Fahrer ist", lobt er den Mann aus Rosenheim, der sich von Startplatz 20 nach vorne gearbeitet hat.

Der Regen, der Sekunden nach dem Start einsetzte, traf auch Marquardt - im wahrsten Sinne des Wortes - wie aus heiterem Himmel. "Ich war ziemlich überrascht. Ich hatte mir die Wolken auch noch angeguckt, aber das ist einfach die Eifel, das ist der Nürburgring. Du guckst fünf Minuten vorher raus und siehst noch einen blauen Himmel und zwei Minuten später fängt es an zu regnen", sagt er und fügt hinzu: "Man hat gesehen: Es hat ordentlich geregnet. Das waren nicht nur drei Spritzer. Und das beim Start - da gibt es noch einmal ordentlich einen oben drauf."

War das Safety-Car dann ein Vorteil, um sich die richtige Strategie herauszusuchen? "Ich glaube, in dem Moment ist die Sicherheit wirklich das Wichtigste und das Safety-Car hat es zu der Zeit einfach gebraucht", entgegnet Marquardt. "Wenn dann das Boxenfenster aufgeht, auch wenn es wie hier eine große Boxengasse ist, und alle reinkommen, dann ist es unter normalen Rennbedingungen sehr schwierig. Mit dem Safety-Car wird es ein bisschen entzerrt. Ich glaube, dass es die absolut richtige Entscheidung war", sagt er.

Kein Poker bei Safety-Car-Phase

Natürlich könne man auch die Strategiepläne vorantreiben und ein bisschen pokern: "Es hilft einem dann auch ein bisschen zu sortieren, was mit welchem Auto wie gemacht werden soll." Man sei mit den Fahrern während dieser Zeit "immer in Kontakt", berichtet Marquardt. Die Option, einen Fahrer vor dem Boxenstopp-Fenster reinzuholen, sei laut dem Motorsportchef aber keine Option gewesen. "Hinter dem Safety-Car ist es wirklich ein bisschen einfacher zu fahren. Obwohl es auch da eine Herausforderung ist und sicher mit den Optionsreifen auch ein bisschen besser geht als mit den Standartreifen. Insofern denke ich mal, dass wir da gut aufgestellt waren."

Im Pech an diesem Wochenende: Der Kanadier Bruno Spengler (Schnitzer-BMW). Auch ihm hätte Marquardt eine Platzierung um den fünften Rang zugetraut. "Er hat aber am Anfang bei dem Dreher, den er gekriegt hat, viele Sachen an seinem Bodywork verloren und dann ist er noch einmal ziemlich hart getroffen worden. Dann hat man gesehen, dass viele Teile weghingen und auch weggeflogen sind. Darunter hat auch die Aerodynamik seines Boliden gelitten."

Weinendes Auge: Keine Punkte für Spengler

Am Ende wurde Spengler als 14. gewertet. "Das tut mir wirklich super leid für ihn, weil es schwierig ist, so eine Meisterschaft zu gewinnen." In selbiger liegt der Kandier auf Rang vier (67 Punkte) und hat 39 Zähler Rückstand auf Klassenprimus Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi). Auch wenn die Aussichten nicht allzu rosig sind, übt sich Marquardt in Zweckoptimismus, verweist auf das vergangene Jahr und das, was noch alles passieren kann.

"Für uns heißt es jetzt: Es sind noch drei Rennen und es sind Strecken, die uns einigermaßen gut liegen", so Marquardt. Man werde beim kommenden Rennen in Oschersleben (15. September 2013), in Zandvoort sowie beim Finale in Hockenheim "alles versuchen", versichert er. Laut Marquardt wird bei den letzten Saisonläufen "eine Fünfer- oder Sechsergruppe" um den Titel kämpfen - auch seinen Schützling Farfus zählt er zu dieser Truppe. Der Brasilianer liegt in der Gesamtwertung einen Platz und einen Punkt hinter Spengler. In der Herstellerwertung führt BMW mit 251 Punkten vor Mercedes (229 Punkte).

Fotoquelle: BMW

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