Bruno Spengler zeigte in Oschersleben Nerven wie Drahtseile

DTM 2013

— 14.09.2013

Spengler holt Pole, Rockenfeller bleibt auf Titelkurs

BMW muckt im DTM-Qualifying in Oschersleben auf und holt mit Bruno Spengler die Pole-Position, aber Mike Rockenfeller bleibt als Vierter auf Titelkurs

Mike Rockenfeller hat nach dem Qualifying in Oschersleben gut lachen: Der Audi-Pilot verpasste zwar die Chance auf die Pole-Position, die nach Platz zwei in Q1, Platz drei in Q2 und Platz eins in Q3 durchaus vorhanden schien, sicherte sich aber als Vierter eine gute Ausgangsposition für das drittletzte Saisonrennen, bei dem er sich morgen zumindest rein theoretisch vorzeitig den Titel sichern könnte.

Insofern hält sich seine Enttäuschung über den letzten Platz in Q4, wo er als Letzter auf der Strecke eigentlich die besten Bedingungen vorfand, in Grenzen: "Immer schade, wenn man die Chance hat, auf Pole zu fahren, es dann aber nicht schafft", sagt Rockenfeller. "Aber ich glaube, bei den chaotischen Bedingungen war es sehr schwierig, immer die richtige Entscheidung zu treffen und die richtige Pace zu gehen. Von daher bin ich sehr zufrieden. Es hätte deutlich schlechter sein können."

Denn zu Beginn des Qualifyings herrschte Nieselregen, der dann sechs Minuten vor Ende von Q2 stärker wurde und Zeitenverbesserungen verhinderte. In Q3 wurde die Strecke wieder schneller, da kein neuer Regen mehr fiel. Insofern war die Vergabe der Startpositionen auch eine Lotterie, bei der Bruno Spengler das beste Ende für sich hatte: "Nach zweimal null Punkten hat das Team mega gearbeitet. Heute waren wir schnell, ich freue mich riesig", strahlt der BMW-Pilot, der in 1:20.140 Minuten gestoppt wurde.

Schnellste Zeit des Tages von Rockenfeller

Rockenfeller hatte in Q3 sogar 1:20.129 Minuten als persönliche Bestzeit erreicht, konnte diese im entscheidenden Moment aber nicht wiederholen. So fiel er sogar noch hinter Jamie Green (Audi/+0,123) und Augusto Farfus (BMW/+0,302) zurück. Aber viel wichtiger ist im Hinblick auf die Titelentscheidung: Rockenfellers schärfste Widersacher, die Mercedes-Piloten Christian Vietoris und Robert Wickens, belegten im Qualifying nur die Plätze 21 und zwölf.

Zwar rücken beide wegen der Plus-Fünf-Strafen gegen Gary Paffett (7.) und Daniel Juncadella (20./beide Mercedes) um je einen Startplatz auf, dennoch erwartet sie morgen ein schwieriger Arbeitstag, wenn sie ihre Chancen im Kampf um den DTM-Gesamtsieg 2013 bis zum Schluss wahren wollen. Vietoris wurde eigenen Angaben nach aufgehalten und klagte zudem über eine schlechte Balance, hofft daher nun auf ein Regenrennen.

"Das Ziel ist, in die Punkte zu fahren und Schadensbegrenzung zu betreiben. Um aufzugeben, ist es noch viel zu früh", gibt er sich kämpferisch und ergänzt: "Natürlich war das Qualifying nicht optimal. Ich wurde leider aufgehalten." Wickens ist ebenfalls niedergeschlagen: "Es kann noch alles passieren, aber klar ist das enttäuschend. Ich dachte, dass ich ein Q4-fähiges Auto haben würde, aber bei diesen Bedingungen haben wir in Q2 einfach zu lange damit gewartet, auf die Strecke zu gehen."

Werner nur knapp am Qualifying-Finale vorbeigeschrammt

Dirk Werner, der "nicht sehr enttäuscht" darüber ist, Q4 um 0,031 Sekunden verpasst zu haben, rundete ein erstklassiges BMW-Ergebnis mit drei Autos unter den besten Fünf ab: "Dirk hat's knapp verpasst, war aber super unterwegs, und Martin Tomczyk ist auch in den Top 10", freut sich Sportdirektor Jens Marquardt. "Von unserer Seite war das gut. Schade für die beiden MTEK-Autos, denn die waren gut dabei, aber wir haben gesehen: Timing war heute ziemlich interessant."

Marco Wittmann und Timo Glock, der einmal die Leitplanken küsste, aber aus eigener Kraft zurück an die Box fahren konnte, mussten nämlich mit den Plätzen 15 und 16 Vorlieb nehmen. "Mein Teamkollege und ich", ärgert sich Glock, "haben einen dicken Hals. Auf dem ersten Reifensatz war ich gut dabei und immer unter den Top 3. Als ich frische Pneus hatte, fing es an zu regnen. Dann hat es wieder aufgehört und die anderen kamen auf die Strecke. Da war es vorbei."

Einigermaßen zufrieden ist Filipe Albuquerque (Audi) als Sechster ("Für morgen ist noch alles drin"), ebenso wie Paffett als Siebter: "Natürlich wäre mehr möglich gewesen. Ich habe es nicht hinbekommen, jede Kurve optimal zu nehmen. Dieser technisch anspruchsvolle Kurs verlangt das aber. Wir werden weiter Druck machen, aber es war eine schwierige Session. Ein Desaster ist es nicht, aber schon frustrierend", gibt der Brite zu.

Einige Fahrer in Q2 mit dem falschen Timing

Miguel Molina (Audi), Martin Tomczyk (BMW) und Timo Scheider (Audi) rundeten die Top 10 ab. Adrien Tambay (11.) war phasenweise ebenfalls schnell unterwegs, wurde in Q2 aber ein Opfer des Regens: "Wir hatten Pech. Mit dem Regen waren wir zur falschen Zeit am falschen Ort", sagt der Audi-Pilot. Markenkollege Mattias Ekström (13.) ereilte das gleiche Schicksal: "Beim letzten Versuch war es zu nass. Davor war ich zu konservativ."

Insgesamt bilanziert man bei Audi positiv: "Mit sechs Audi in den Top 10 können wir sehr zufrieden sein", findet Rennleiter Dieter Gass. "Der RS 5 DTM war heute von Anfang an schnell und im Qualifying für einen neuen Streckenrekord gut. Mike hat Nervenstärke gezeigt und sich für morgen eine gute Ausgangsposition verschafft, während seine beiden schärfsten Verfolger recht weit hinten stehen. Auch für Jamie freue ich mich: Er startet erstmals als Audi-Fahrer aus der ersten Reihe."

Während Andy Priaulx (BMW) diesmal drei Konkurrenten hinter sich lassen konnte, kam Roberto Merhi (Mercedes) nicht über den 22. und letzten Platz hinaus. Für Mercedes war der Qualifying-Samstag einmal mehr eine kollektive Enttäuschung: Durch die Rückversetzung von Paffett vom siebten auf den zwölften Startplatz ist Wickens als Elfter der Startaufstellung morgen bestplatzierter Fahrer der Marke mit dem Stern...

Fotoquelle: xpbimages.com

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