Im Eimer: Bruno Spengler zerstörte sich im Wickens-Duell sein Rennen

DTM 2013

— 15.09.2013

Spengler ärgert Strafmaß: "Ein Rennunfall!"

Der Kanadier ist der Meinung, im Duell mit Robert Wickens nur ein gesundes Maß an Risiko eingegangen zu sein - "Ich vermisse das Siegen"

Bruno Spengler ist der Rennfahrertyp smarter Champion. Vor Presse und Sponsoren immer gut gelaunt, sympathisch, wortgewandt. Aalglatt, könnte man sagen. Doch es gibt die Momente, da blitzt der Heißsporn im Kanadier auf. Wie am Lausitzring in diesem Sommer, als er nach einem Duell mit Mattias Ekström den Stinkefinger in die Onboard-Kamera reckte. Wie in Oschersleben am Sonntag, als er sich ein beinhartes Duell mit seinem kanadischen Landsmann Robert Wickens lieferte.

Einige Stunden später saß in der BMW-Hospitality wieder der coole Bruno, der eigentlich allen Grund gehabt hätte, in die Tischplatte zu beißen. Schließlich ist seine DTM-Krone auch der verwegensten Rechnung nach flöten. "Wenn man mich fünf Minuten nach dem Rennen gefragt hätte, hätte es vielleicht ein bisschen anders ausgesehen.", kommentiert Spengler seine Gemütsruhe, die er nicht für eine außergewöhnliche Tugend im DTM-Zirkus hält. "Das ist wohl bei jedem Fahrer so."

Auf die Palme brachte den BMW-Star deshalb auch nicht die Strafversetzung um zwei Plätze nach dem Qualifying in Zandvoort, die ihm die Rennleitung für die Aktion gegen Wickens aufgebrummt hatte. Verständnis hat Spengler dennoch nicht: "Wenn die Sache in Moskau ein Rennunfall war, dann war es diese auch. Mehr nicht", erinnert er daran, dass Miguel Molina ihn vor zwei Rennen auf die Hörner genommen und seine persönliche Russland-Premiere beendet hatte. "Die Schuld war 50:50 verteilt", urteilt Spengler.

Spengler fordert Nachsicht

Schließlich sei er nicht nur Täter, sondern auch Leidtragender gewesen: "Ich habe nichts davon gehabt, schließlich war meine Motorhaube weg. Das war doch keine Absicht", verteidigt sich der 30-Jährige, der im Duell mit dem Mercedes-Konkurrenten nicht lange fackeln wollte. "Wenn eine Lücke offen ist, muss man sie nutzen. Ich hätte ihm keine Strafe gegeben und mir keine Strafe gegeben. Was jetzt entscheiden wurde, ist zu viel." Spengler betrachtet die Szene als Schlagabtausch mit harten Bandagen.

Er habe gar nicht unbedingt vorbei gewollt an Wickens: "Ich dachte, da ist eine Lücke und die Möglichkeit, ihn zu überholen - wenn nicht in dieser Kurve, dann zumindest in der nächsten." Das Verteidigungsmanöver seines Konkurrenten, der bereits zuvor den Lackaustausch forciert hatte, habe diesen Plan jedoch zunichte gemacht. Spengler sagt, sein M3 DTM habe untersteuert, er sei mit einem stehenden Vorderrad etwas gerutscht und das Schlamassel sei angerichtet gewesen. Ob er das Risiko auch im Kampf um den Sieg eingegangen wäre?

In Zandvoort oder Hockenheim wieder siegen

"Klar", sagt Spengler. "Sogar noch mehr Risiko. Das ist nötig, wenn es um die Meisterschaft geht." Doch um den Platz ganz oben auf dem Podium in der Magdeburger Börde ging es längst nicht mehr, obwohl sich die Schnitzer-Speerspitze nach dem Frust der aberkannten Pole-Position vom Samstag so viel vorgenommen hatte. "Heute morgen dachte ich: 'Egal, versuch' das Rennen zu gewinnen. Aber nach zwei Runden habe ich große Balanceprobleme bemerkt, sodass die Reifen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden."

Höchstens ein Top-10-Resultat sei drin gewesen in Oschersleben. Und so heißt es: Weiter warten auf den nächsten DTM-Erfolg. Der jüngste datiert aus Spielberg: "Mir fehlt das Siegen", meint Spengler wehmütig und hungrig zugleich. Wenn schon der Titel abgehakt ist, dann soll es wenigstens noch Inventar für die Wohnzimmervitrine geben. "Es ist das Ziel, wieder Rennen zu gewinnen." Das klingt schon wieder ganz nach dem Gentleman mit guten Manieren. Abwarten, bis das Teufelchen wieder auf der Schulter sitzt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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