Rocky und Herausforderer: Nur noch Augusto Farfus kann den Titel holen

DTM 2013

— 16.09.2013

Rockys Titelfight: Aus der blauen Ecke kommt nur noch Farfus

Das Titelrennen in der DTM 2013 hat sich zum Duell reduziert: Augusto Farfus (BMW) mit minimalen Chancen gegen Mike Rockenfeller (Audi)

So kennt man es aus den legendren Rocky-Filmen: Ein Showdown Mann gegen Mann. So wird es auch in der DTM-Saison 2013 sein. Das Titelrennen hat sich nach dem Lauf in Oschersleben auf das Duell zwischen Audi-Speerspitze Mike Rockenfeller und BMW-Pilot Augusto Farfus reduziert. Der Kampf der beiden wird maximal noch ber zwei Runden gehen: Zandvoort und Hockenheim. Im Gegensatz zu den Boxerfilmen ist allerdings in der DTM Rocky nicht der Underdog, sondern der haushohe Favorit.

Mit 33 Punkten Vorsprung reist der ehemalige Le-Mans-Sieger zum vorletzten Saisonlauf nach Zandvoort. Wird er in den Niederlanden Zweiter oder sogar Sieger, ist ihm der Titel - vllig unabhngig vom Ergebnis aller anderen Piloten - nicht mehr zu nehmen. "Die Wahrscheinlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden. Ist doch klar und logisch, dass ich das Ding gewinnen will - am liebsten schon in Zandvoort", meint der Titelfavorit. "Wenn das nicht geht, dann eben erst in Hockenheim. Aber natrlich wollen wir die Meisterschaft gewinnen."

Rockenfeller war mit 35 Punkten Vorsprung nach Oschersleben gereist, hat nun "nur" noch 33 Zhler Polster. Ein Rckschlag? Keinesfalls. "Fr die Meisterschaft war der zweite Rang sehr wichtig. Es ist schn, diese Fhrung zu haben, aber wie wir wissen, knnen sich die Umstnde schnell ndern. Wir mssen auf jeden Fall konzentriert bleiben." Die Verhltnisse sind nun klar. Aus dem Fnfkampf um die Krone haben sich Bruno Spengler (BMW) sowie Christian Vietoris und Robert Wickens (beide Mercedes) verabschiedet.

"Natrlich ist Mike in komfortabler Position. Aber jetzt zu rechnen wre falsch. Gewinne ich in Zandvoort, ist das groartig. Ist er direkt dahinter oder ich hinter ihm, dann ist es auch okay. Mir geht es darum, den jeweils bestmglichen Job abzuliefern", gibt sich Farfus im Titelfight gelassen. Der Brasilianer hat nur eine kleine Chance - und genau diese mchte er nutzen. "Es gab in dieser Saison einige Rckschlge, die uns in Sachen Gesamtwertung sehr wehgetan haben. Insgesamt bin ich aber durchaus sehr zufrieden."

Zandvoort ist eine Audi-Strecke

"Ich hoffe, dass wir in Zandvoort ein gutes Tempo haben werden. Und in Hockenheim auch, wo ich zu Anfang der Saison siegen konnte. Es wre schon ganz nett, wenigstens mit mathematischen Chancen noch nach Hockenheim reisen zu drfen", sagt der meist bestens gelaunte "Gustl" vor den Wochen der Entscheidung. Der Brasilianer hat allerdings mehrere Nachteile: BMW ist derzeit nicht allzu gut in Schuss, seine Teamkollegen stehen nicht so bedingungslos hinter ihm wie die Audianer bei Rockenfeller.

"Mike hat so viel Vorsprung", sagt der noch amtierende Champion Spengler. Ob er ab sofort seinem Markenkollegen Farfus helfen werde? "Warum nicht, aber was kann man da machen? Er muss auch selbst schauen, dass er schnell genug ist", so der Kanadier mit seinem halbherzigen Bekenntnis. "Erstes Ziel muss es sein, dass die gesamte BMW-Truppe weiter vorne ist. Wenn ich vorne bin, tue ich der Marke nur Gutes. Dann gewinnt Mike nicht." Bedingungsloser Einsatz fr einen Markenkollegen klingt anders.

Ein Beispiel: In Oschersleben holte Jamie Green sein bisher bestes Ergebnis seit seinem Wechsel zu Audi. Der Brite htte vielleicht sogar noch Rockenfeller von Rang zwei verdrngen knnen. "Rocky hat einen guten Job gemacht und war das ganze Jahr ber sehr konstant. Hoffentlich macht er genauso weiter und ich kann ihn untersttzen - so wie ich es heute getan habe", erklrt Green ganz im Sinne von Rockenfeller, Phoenix und Audi.

"Wir wnschen Mike natrlich den Titel", meint Timo Scheider. "Es sieht mehr als gut aus und msste schon schwer schief laufen, dass das nicht funktioniert. Aber der Teufel ist ein Eichhrnchen - ich habe das auch schon ein paar Mal mitgemacht", sagt der zweimalige DTM-Champion. Scheider kennt den Stress im Titelkampf, aber er kennt auch die besondere Audi-Strke in Zandvoort. Genau dort holten die Ingolstdter 2012 die ersten fnf Startpltze und einen Dreifacherfolg im Rennen. Der Sieger 2011: Mike Rockenfeller. "Wir schauen dort mal nach dem Qualifying, wie dann unsere Chancen so stehen", sagt der Favorit.

Fotoquelle: xpbimages.com

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