Mike Rockenfeller und Timo Scheider werden heute die Puppen tanzen lassen

DTM 2013

— 29.09.2013

Rocky auf dem Gipfel: "Feiern und die Nacht genießen"

Für Mike Rockenfeller wurde in Zandvoort der Traum war: Der Audi-Pilot ist DTM-Champion 2013 und darf sich auf eine lange und feuchtfröhliche Nacht freuen

Pünktlich zu seinem 70. Start in der DTM konnte Mike Rockenfeller endlich sein ganz großes Ziel erreichen: DTM-Champion werden. Der Audi-Pilot aus Neuwied erlebte ein Achterbahn-Rennen der höchsten Kategorie und musste auch noch mit ansehen, wie sein einziger Meisterschaftskonkurrent Augusto Farfus das Rennen souverän nach Hause fuhr. Doch mit dem zweiten Platz in Zandvoort machte "Rocky" alles klar.

"Ich kann es noch gar nicht glauben", jubelt der Deutsche nach Zieldurchfahrt und reckt die Fäuste nach oben. Denn der Erfolg stand schon relativ früh auf Messers Schneide. Nach einem (fast zu) perfekten Start sorgte die Rennleitung bei Phoenix für das ganz große Zittern. Doch nach ein paar Runden stand fest: Es war kein Frühstart von Rockenfeller! Die Erleichterung war auch Teamchef Ernst Moser deutlich anzusehen.

"Die anderen haben einfach spät reagiert und ich war so gut", scherzt Rockenfeller schon kurz nach dem Rennen über die Schrecksekunde. "Nein, ich war nicht sicher, ob ich vielleicht ein bisschen nach vorne geruckt bin", relativiert er. "Ich dachte mir schon, das würde nicht gut aussehen und habe Marco Wittmann erstmal nicht angegriffen." Doch als die erste Aufregung gelegt war schnappte er sich den BMW-Piloten und machte fortan Jagd auf Farfus.

Scheider hält den Rücken frei

Erst sah es auch ganz gut aus für den neuen Meister, doch dann konnte sein Audi das Tempo plötzlich nicht mehr mitgehen: "Auf dem Option-Reifen war mein Tempo super, aber auf dem Standardreifen hatte ich keine Chance. Ich musste mich nach hinten orientieren", erzählt er. Das ging sogar so weit, dass Timo Scheider durch seine Taktik an Rockenfeller vorbeikam. Wäre Rockenfeller hinter Scheider geblieben, hätte Audi die Sektgläser heute noch im Schrank stehen lassen müssen.

Doch teamdienlich machte der ehemalige Champion dem neuen Champion Platz und hielt fortan die Angriffe von Marco Wittmann fern, was ihm ein Sonderlob seines Markenkollegens einbrachte: "Timo hat einen super Job gemacht, war stellenweise schneller, hat mir den Rücken freigehalten. Das war richtiges Teamwork heute, erstmals haben wirklich alle mitgespielt." Und wie die Meisterschaft letztendlich zustande kommt, sei ja auch egal. "Was zählt, ist, dass wir das Ding im Sack haben."

"Am Ende des Tages ist es egal, was den Unterschied gemacht hat. Augusto hat mir das Leben nicht leicht gemacht in den vergangenen zwei Tagen. Timo hat mir sehr geholfen", so das Resümee des Meisters, der besonders seine Konstanz am Ende für den Titel verantwortlich macht. Als einziger Pilot war Rockenfeller in allen Rennen in den Punkten. "Klar: In einer Meisterschaft, die niemand dominiert, kommt es auf das Einfahren von Punkten an", weiß er und sieht daher Norisring und Nürburgring als die beiden Schlüsselrennen an.

Audi-Piloten wollen die Sau rauslassen

Dort habe er nämlich auch gut gepunktet, obwohl das Auto nicht das schnellste an dem jeweiligen Wochenende war. "Ich wusste, dass es nicht leicht wird, von Anfang an. Aber auch, dass es eine Chance gibt, wenn ich ständig punkte", so der 29-Jährige, der auch das finale Saisonrennen in Hockenheim ernst angehen möchte: "Ich hoffe, dass wir in Hockenheim noch besser sind und Augusto nochmal schlagen können", grinst er.

Doch das ist Zukunftsmusik. Heute gibt es nur noch ein Motto: "Wir sollten feiern und die Nacht genießen", so Rockenfeller, der sich wohl morgen nichts vornehmen sollte. "Ich hoffe, er hat genug Kopfschmerztabletten dabei. Ich bleibe bis morgen, ganz sicher", lacht Scheider, der heute einer der wichtigsten Faktoren im vorzeitigen Titelgewinn war. Rockenfeller indes möchte sich nicht nur bei dem Lahnsteiner bedanken: "Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben. Audi ist auch Wahnsinn. Es macht Hunger und Lust auf mehr."

"Ich brauche noch eine Weile, um zu kapieren, was ich erreicht habe", ringt der Audi-Pilot immer noch um Fassung. Einen Le-Mans-Sieg hat er schon, und Siege im GT- und Markenpokalbereich ebenfalls. Ist die DTM jetzt die Krönung? "Alles, was man in seiner Karriere gewinnt, ist etwas Besonderes", so Rocky. "DTM ist für mich die härteste Serie. Le Mans ist großartig, aber auch die DTM ist toll. Für mich gibt es da kaum einen Unterschied."

Fotoquelle: xpbimages.com

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