Hans-Joachim Stuck legt Hans Werner Aufrecht nahe, auf die Fans zu hören

DTM 2013

— 18.10.2013

Stuck teilt aus: Breitseite für 'ARD' und Mercedes

Der DMSB-Präsident mahnt die DTM, ihre Fans nicht zu verlieren und das Rennformat zu überdenken - Fahrer nicht prominent genug?

Die DTM-Saison ist fast vorbei. Es gab spannende Rennen und ein ausgeglichenes Fahrerfeld, aber auch Regel-Kontroversen und anfängliche Verwirrung um die neuen Option-Reifen. Die Fans haben diese Vorfälle mit Kritik gestraft, allen voran in den sozialen Medien. Hans-Joachim Stuck fordert im Gespräch mit der 'Abendzeitung', diese nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: "Wir alle müssen uns da auch an die eigene Nase fassen", sagt "Strietzel" und mahnt, das Publikum nicht zu vergessen.

Der Präsident des Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) weiß um die positiven Bilanzen, die Serienverantwortliche und Motorsportchefs im Minutentakt ziehen, hält diese aber nicht für die Ultima Ratio: "Wir finden das alles toll und super, aber wir müssen auch auf die Leute hören, die unsere Kunden sind", so Stuck weiter. Der 62-Jährige verweist auf die veränderte Situation in der Gesellschaft und den Übergang in das digitale Zeitalter, der andere Freizeitangebote mit sich gebracht hätte.

Mit dem Schnuppern von Gummiabrieb alleine lockt der Motorsport offenbar keinen Fan mehr an. "Früher sind die Menschen nach Hockenheim gefahren, haben sich auf die Tribüne gesetzt und waren zufrieden. Heute spielt sich viel mehr im Internet ab", erklärt Stuck. "Diesem Trend müssen wir uns mit der DTM anpassen."An was genau er dabei denkt, lässt der Bayer offen, die zentralen Merkmale der Serie aber nicht unbedingt unangetastet: "Vielleicht müssen wir da mal am Rennformat arbeiten."

Tolle Champions, keine Promis

Gerüchten zufolge sollen zwei Läufe pro Wochenende, wie sie in der Premierensaison der DTM-Neuauflage an der Tagesordnung waren, schon diskutiert worden sein. Auch das verkürzte Format ohne echte DTM-Action am Freitag scheint nicht unantastbar. Stuck schneidet einen weiteren Punkt an, an dem sich die Geister scheiden: die Pflichtboxenstopps. "Wir müssen uns überlegen, ob wir mit den Reifenwechseln auf dem richtigen Weg sind", gibt Stuck zu bedenken. Das allerdings hätte wohl das Aus für die gefeierten Option-Pneus zur Folge.

Es sind aber nicht nur Regeln, die die Rennlegende stören. Wie schon Hans Werner Aufrecht, Chef des DTM-Dachverbandes ITR, im vergangenen Winter moniert hatte, nutzt der TV-Partner das Potenzial nicht optimal. "Die 'ARD' hat es nicht geschafft, die DTM-Fahrer bekannt zu machen. Schade", kritisiert Stuck. So hält er den 2012er Champion Bruno Spengler für einen tollen Meister, jedoch keinen Prominenten oder eine Person mit vermarktungswürdigem Glamourfaktor: "Aber ehrlich: Den kennt man nicht."

Seitenhieb gegen Mercedes

Wenn es um die sportliche Leistung geht, hat Stuck auch für Nachfolger Rockenfeller nur lobende Worte parat. Auch neben der Strecke sei der 29-Jährige ein angenehmer Zeitgenosse: "Gegen liebe und brave Menschen ist nichts einzuwenden. Das liegt im Naturell eines jeden Einzelnen", kommentiert Stuck die zurückhaltende Art des Audi-Piloten, die nicht die seine ist: "Ich gehöre der Gattung der Extrovertierten an. Aber 'Rocky' ist ein sehr emotionaler Mensch. Das zeigt er halt nicht so nach außen."

Weniger freundlich fällt die Stuck-Bilanz in Sachen Mercedes aus. Keine Meisterchancen mehr im Saisonfinale und eine Formkurve im Sinkflug - das ist für den Volkswagen-Repräsentanten in Verbindung mit dem Junior-Kader schlicht ein "Armutszeugnis". Dass Motorsportchef Toto Wolff aufgrund seines aufreibenden Formel-1-Alltags nicht immer bei der DTM vor Ort ist, nimmt Stuck gegenüber der 'Abendzeitung' zum Anlass für einen bissigen Kommentar: "Ich kann ihn verstehen. Er wusste schnell, dass er mit dieser Truppe nicht Meister wird."

Fotoquelle: DTM/ITR e.V.

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