Geschafft: Timo Glock darf sich seit Sonntag DTM-Sieger nennen

DTM 2013

— 20.10.2013

Es hat Glock gemacht: Sensationeller Sieg im Regen

Der Ex-Formel-1-Pilot vollführte beim Saisonfinale in Hockenheim einen Husarenritt und holte seinen ersten DTM-Sieg vor Roberto Merhi - Spengler Tabellendritter

Fantastischer Saisonabschluss für Timo Glock, die DTM und alle Fans: Der ehemalige Formel-1-Pilot holte gleich in seiner ersten Saison seinen ersten DTM-Sieg und feierte einen umjubelten Erfolg beim Rennen in Hockenheim. Mit dem Ergebnis sicherte sich BMW zugleich die Herstellerwertung. Bei zunächst strömendem Regen siegte Glock bei der Taktikschlacht vor Überraschungskandidat Roberto Merhi (Mercedes) und Polesetter Bruno Spengler (BMW), der damit auch Dritter in der Meisterschaft wurde.

Besonders die Fahrt des Mercedes-Youngsters war beeindruckend: Aus der letzten Startreihe losgefahren, handelte sich der Spanier zugleich eine Durchfahrtsstrafe wegen Frühstarts ein. Doch nach der unglücklichen Ausgangslage drehte Merhi richtig auf und robbte sich immer weiter an die Spitze heran. Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, als könnte der 22-Jährige das Rennen gewinnen, doch Glock schnappte sich wenige Minuten vor dem Ende die Führung zurück.

"Ich bin einfach happy, dass wir zum Schluss nochmal so ein Ergebnis einfahren konnten", jubelt der Odenwälder nach seinem ersten Sieg seit seiner GP2-Meistersaison 2007. "Das Auto war von Anfang an sehr, sehr gut. Ich konnte es im Regen wirklich gut kontrollieren", so der erste Kommentar von Glock, der sich in der Meisterschaft von Rang 16 noch auf Platz neun verbessern konnte. "So ist es ein gelungenes Wochenende und heute Abend reißen wir die Hospitality dann auch ab."

Keine Punkte für "Rocky"

Hinter Spengler kamen Mattias Ekström, Miguel Molina (beide Audi), Andy Priaulx (BMW) und Christian Vietoris (Mercedes) ins Ziel. Dirk Werner (BMW), Gary Paffett und Daniel Juncadella (beide Mercedes) sicherten sich die letzten Punkteränge. Zum ersten Mal in dieser Saison außerhalb der Punkte fand sich Meister Mike Rockenfeller wieder, der nur auf Rang 16 ins Ziel kam. "Es ist ein bescheidenes Ergebnis für uns, das habe ich mir natürlich ganz anders vorgestellt", so der Deutsche etwas zerknirscht. "Ich wäre gern zehnmal in die Punkte gefahren, das ist mir nicht gelungen."

Bei schwierigen Bedingungen machten sich die 22 Fahrer um 14 Uhr Ortszeit auf die Socken in das 42-ründige Rennen. Bruno Spengler konnte seine Führung behaupten, dahinter setzten sich BMW-Kollege Andy Priaulx und Miguel Molina (Audi) auf Rang zwei und drei. Die beiden Meisterschaftsführenden sorgten dahinter gleich für Wirbel. Augusto Farfus preschte gleich von Rang zehn auf fünf vor, bevor er in Kurve zwei von Timo Glock umgedreht wurde und weit zurückfiel.

Indes fuhr Mike Rockenfeller von Rang neun in der ersten Kurve weit raus, machte dabei allerdings einige Plätze gut, die er in Kurve zwei wieder verlor - Farfus erwischte den Phoenix-Piloten bei seinem Dreher noch leicht. Da Rockenfeller somit wieder auf seinem neunten Rang lag, entschied sich die Rennleitung gegen eine Strafe für den frischgebackenen Meister. Dennoch sollte "Rocky" in weiterer Folge keine Rolle mehr spielen.

Merhi nach Frühstart sensationell

Auch andere Fahrer hatten beim Start Probleme: Während Roberto Merhi eine Durchfahrtsstrafe wegen Frühstarts absitzen musste, stellte Filipe Albuquerque seinen Audi nach Feindkontakt mit Robert Wickens (Mercedes) ab - sein Auto war zu stark beschädigt. Besser lief es in der Folge für BMW: Die Bayern holten sich ihre Vierfach-Führung zurück: Dirk Werner und Timo Glock schnappten sich Miguel Molina und bezogen die Plätze hinter Spengler und Priaulx.

Etwas weiter hinten im Feld entschieden sich die meisten Fahrer zu einem frühen Boxenstopp. Augusto Farfus, Mike Rockenfeller, Christian Vietoris oder Gary Paffett ließen rasch frische Pneus aufziehen, während die Spitze noch auf sich warten ließ. Robert Wickens wurde die Taktik allerdings zum Verhängnis: Wegen einer unsicheren Freigabe erhielt der Kanadier eine Fünf-Sekunden-Boxenstopp-Strafe, die ihn weiter zurückfallen ließ.

Bei aufhörendem Regen kontrollierten die BMW weiter das Feld - zumindest in Person von Bruno Spengler. Einziger Verfolger war plötzlich nur noch Glock, der sich Priaulx schnell entledigen konnte. Der Brite war der erste Versuchsballon der Führenden in Sachen Boxenstopp - allerdings schien ein früherer Reifenwechsel zunächst die bessere Alternative zu sein, denn der ehemalige Tourenwagen-Weltmeister musste sich sogar hinter Marco Wittmann einordnen.

Später Boxenstopp belohnt

Die allerbeste Strategie schien aber ein ganz später erster Stopp zu sein. Timo Glock, Mattias Ekström, Daniel Juncadella und Roberto Merhi fuhren plötzlich auf den ältesten Reifen im Feld die schnellsten Zeiten. Selbst der mittlerweile gestoppte Bruno Spengler konnte mit neuen Reifen nicht an die Zeiten der vier herankommen. Besonders Merhi legte nach seiner Durchfahrtsstrafe beeindruckende Zeiten hin und machte den Nachteil beinahe wett.

In Folge warteten alle Fahrer eigentlich nur auf den richtigen Zeitpunkt, um auf Slickreifen wechseln zu können, doch auf der nur langsam abtrocknenden Strecke in Baden-Württemberg mussten alle Piloten versuchen, mit ihren Regenreifen so lange wie möglich hauszuhalten - auch die vier Fahrer an der Spitze, die noch zwei Stopps vor sich hatten. Allerdings sollten sich zwei Fahrer aus dem Kampf verabschieden: Juncadella wagte in Runde 27 einen optimistischen Angriff auf den zweitplatzieren Ekström und drehte den Schweden um. "Es war dumm, komplett dumm. Es ist ein Witz", ertönte über den Funk beim Audi-Piloten. Der Spanier erhielt für seine Aktion eine Durchfahrtsstrafe.

In Runde 28 wagten sich mit Martin Tomczyk und Joey Hand die ersten Piloten auf weiche Option-Reifen, während Merhi und Glock endlich zu ihrem ersten Stopp an die Box kamen und sich Regenreifen holten. Beide konnten sich knapp vor Spengler einsortieren, allerdings musste der ehemalige Formel-1-Pilot dem Mercedes-Junior die Führung überlassen. Doch es dauerte keine fünf Runden, bis Glock mit einem Manöver in der Spitzkehre wieder die Führung zurückerobern konnte.

Sieg für Glock, BMW und Phoenix

Merhi hatte sichtlich Probleme mit dem Satz Regenreifen, weswegen der Spanier kurz darauf wieder auf seinen alten Satz Reifen wechselte. Da auch Glock eine Runde später seinen zweiten Pflichtstopp ableistete, waren die Positionen an der Spitze endgültig bezogen. Beide holten sich für die letzten fünf Minuten (das Rennen ging nach Zeit zu Ende) noch einmal profilierte Pneus, denn die anderen Piloten hatten gezeigt: Slicks waren heute die falsche Wahl. Tomczyk wechselte darum wieder zurück auf Regenreifen, während andere Trockenkandidaten mehrere Sekunden pro Runde verloren.

Der Rest war für Timo Glock eine Triumphfahrt: In seinem zehnten Rennen feierte der Odenwälder seinen ersten Sieg. Roberto Merhi und Bruno Spengler durften sich über die Plätze zwei und drei freuen und mit Champagner spritzen. Freuen durften sich auch BMW über den Hersteller-Titel sowie das Audi-Team Phoenix über den Gewinn der Teammeisterschaft. Damit geht die DTM-Saison 2013 mit einem packenden Rennen zu Ende!

Fotoquelle: xpbimages.com

Weitere DTM Themen

News

Top 10: Die ältesten DTM-Sieger der Geschichte

News

Neue Struktur bei BMW: Schnitzer und MTEK verlassen DTM

News

Die Mercedes-DTM-Stars feiern in Sindelfingen

News

"Eki" und sein Traum von der DTM: Power, Grip, stabile Autos

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.