Ein echter Sportpromi: Timo Glock hat das Medieninteresse auf sich gezogen

DTM 2013

— 25.10.2013

Von Nörglern und Verweigerern: Der Kampf um die Zuschauer

Jens Marquardt und Dieter Gass stärken die 'ARD', fordern aber Verbesserungen bei TV-Umfang, Quoten und Typen: "Spengler nicht so unbekannt, wie manche tun"

Viele DTM-Fans scheinen mit der Berichterstattung des TV-Partners 'ARD' nicht zufrieden zu sein. Vorberichte beschränken sich - vom Saisonfinale abgesehen - auf eine knappe Viertelstunde, nach den Rennen hetzt die Regie in andere Programme und streicht dafür auch die Fahrerinterviews. Mit Hans-Joachim Stuck hat die Kritik seit kurzer Zeit ein Gesicht. Jens Marqaurdt geht mit dem öffentlich-rechtlichen Programm weniger hart ins Gericht als der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB).

Der BMW-Motorsportchef betont die Kontinuität der Zusammenarbeit, die auch schwierige Zeiten mit wenig Rennaction und nur zwei Herstellern überstand: "Wir haben einen verlässlichen TV-Partner und ein Format, bei dem das Rennen im Vordergrund steht", so Marquardt. Auch Dieter Gass will im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' nicht nörgeln, wenn es um die Live-Übertragungen im 'Ersten' geht: "Ich habe - obwohl ich die Rennen nicht im Fernsehen sehe - den Eindruck, dass es sich über die Saison verbessert hat", resümiert der Audi-Rennleiter.

Die TV-Quoten sprechen eine andere Sprache. 1,2 Millionen Zuschauer im Jahresschnitt (das Saisonfinale in Hockenheim noch nicht mit eingerechnet) stehen hinter 1,35 Millionen in der Saison 2012 zurück. Allerdings zog damals der BMW-Einstieg und übertüncht, dass das Interesse an der DTM im Fernsehen im langfristigen Trend steigt. Sport hat im TV allgemein mit spartentypische, Rückgang zu kämpfen, der sich in den Marktanteilen niederschlägt. Die DTM federt das Phänomen überdurchschnittlich gut ab. Nichtsdestotrotz sieht Marquardt Verbesserungsbedarf.

Braucht es Promi-Fahrer?

Der BMW-Verantwortliche sagt: "Ich finde es schade, wenn bei einem Rennen wie Zandvoort mit der Meisterschaftsentscheidung die Quote nicht toll ist. Wir müssen sehen, was wir machen können, um der DTM wieder den Stellenwert einzuräumen, den sie in meinen Augen verdient." Um das herauszufinden, will sich Marquardt mit denjenigen beschäftigen, die sich bislang gar nicht für die Serie interessieren und weniger mit den zahlreichen Nörglern aus der "Fangemeinde" - denen sind meistens Regelchaos, Strategiewirwarr und das Premium-Image der Serie ein Dorn im Auge.

Allen voran im Internet geäußerte Kritik - ob berechtigt oder nicht - dürfe deshalb nicht der einzige Input in der TV-Debatte sein. "In den Foren sind meistens die unterwegs, die ohnehin zuschauen und eine Meinung dazu haben", weist Marquardt auf den Widerspruch hin, dass die schärfsten Tadler oft die treusten Zuschauer sind. "Mich interessieren die, die noch nicht oder nicht mehr gucken. Die können aber nicht kritisieren, dass sie etwas nicht verstehen würden." Deshalb sollte der Nichtseher gefragt werden, was es bräuchte, damit er künftig vor dem Fernseher parkt.

Stuck würde vielleicht antworten, dass prominentere Piloten der Schlüssel sind. Gass scheint dieser Überlegung nicht abgeneigt: "Man kann im Umfeld sicherlich noch ein bisschen mehr tun. Es gibt ja immer wieder Beschwerden, wir hätten keine Typen und keine bekannten Fahrer. Daran muss man vielleicht arbeiten." Ganz konkret angesprochen hatte der DMSB-Präsident Bruno Spengler, der sich trotz seines Meistertitels 2012 nicht zum Star ohne Helm gemausert hätte: "Herrn Spengler nimmt man schon wahr", kontert Marquardt. "Das habe ich auf der IAA gesehen. So unbekannt, wie manche tun, kann er nicht sein."

Fotoquelle: xpbimages.com

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