Mercedes-Logo über Hockenheim: Funkeln bald wieder acht Sterne im DTM-Feld?

DTM 2013

— 29.10.2013

Kundenteam gesucht: Mercedes bastelt an Achter-Flotte

Weil sechs Autos von HWA nicht zu stemmen sind, bemüht sich Mercedes um ein weiteres Team und zusätzliche Sponsoren - Andere Hersteller üben Druck aus

Mercedes hat noch nicht darüber entscheiden, ob das DTM-Projekt in der Saison 2014 mit sechs oder mit acht Autos fortgesetzt wird. Offenbar hängt die Politik der Stuttgarter in dieser Frage damit zusammen, wie viel Einnahmen über die Werbeflächen auf den Boliden generiert werden können. Außerdem muss ein Kundenteam gefunden werden, das den Einsatz zweier zusätzlicher Fahrzeuge durchzieht. "Wir können nicht einfach sagen, wir stemmen acht Autos", erklärt DTM-Projektleiter Wolfgang Schattling.

Momentan ist die werksnahe HWA-Truppe für vier C-Klasse Coupés verantwortlich, zwei weitere werden von der Mücke-Mannschaft betreut. Obwohl Motorsport-Chef Toto Wolff vor der Saison erklärt hatte, "faktisch mit sechs HWA-Wagen" am Start zu sein, sieht Schattling mit dem derzeitigen Modell die Belastungsgrenze erreicht und die Kapazitäten in Affalterbach ausgelastet: "Mit Mücke wird zusammengearbeitet oder gelegentlich ein Ingenieur und ein Techniker abgestellt, aber eine volle Übernahme des Teams? Das geht gar nicht", skizziert Schattling auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Ende 2012 hatte sich Persson als zweites Kundenteam zurückgezogen. Neben einer tragfähigen Struktur benötigt es weitere Geldgeber: "Wir brauchen dabei genau wie andere auch Unterstützung. Das ist nicht nur bei uns so. Es muss alles finanzierbar sein", mahnt Schattling zu besonnener Ausgabenpolitik und verweist darauf, einen sehr großen Teil des DTM-Budgets durch Sponsorengelder abzudecken. Sollte aus dem Stuttgarter Sextett bald ein Oktett werden, könnte das heilsame Wirkung auf die zum Saisonende 2013 hin deutlich abfallende Mercedes-Formkurve haben.

Schließlich ist bei nur 90 Freiem Training an einem Rennwochenende jeder Datensatz wertvoll. "Es ist mit Sicherheit kein Vorteil. Aber das als Nachteil darstellen? Ich glaube eher nicht", kommentiert der DTM-Projektleiter die Tatsache, dass Audi und BMW mit je einem Boliden mehr gemeldet haben. Für Schattling geht Qualität vor Quantität: "Wir wollten statt acht Autos mit vier Mitläufern lieber sechs Autos mit der Chance, vorne mitzufahren. Das ist aufgegangen." Die DTM-Tabelle bestätigt: Im Gegensatz zu 2012 holten alle Mercedes-Piloten Meisterschaftszähler.

Die Konkurrenz würde es begrüßen, sollte sich der in der DTM-Historie erfolgreichste Hersteller wieder mit mehr Material am Tourenwagen-Zirkus beteiligen. Dieter Gass übt Druck aus: "Ich gehe davon aus - und hoffe - dass Mercedes mit acht Autos starten wird. Das ist eigentlich die Vereinbarung zwischen den Herstellern", macht der Audi-Rennleiter im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' klar und deutet an, dass die Verantwortlichen in Stuttgart den Sonderweg in Eigenregie beschritten haben: "BMW war eine übereinstimmende Ausnahme im vergangenen Jahr."

Fotoquelle: Daimler

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