Hohe Kosten in der DTM: Mercedes hat Schwierigkeiten, den Kurs zu halten

DTM 2013

— 05.11.2013

Mercedes zwingt DTM neuen Sparkurs auf

Die Unsicherheiten im DTM-Engagement von Mercedes bringen das Thema Kosten wieder auf die Tagesordnung: Neuer Sparkurs wird diskutiert

Die DTM sollte mit der Rückkehr von BMW zu Beginn der Saison 2012 wieder aufblühen wie zu besten Zeiten. Die Verantwortlichen von ITR, Teams und Herstellern malten ein Bild von einer rosigen Zukunft der Serie. Aber was ist passiert? Das Interesse der Zuschauer ist weder an den Rennstrecken noch an den TV-Schirmen nachhaltig angestiegen - eher im Gegenteil. Einerseits trägt der eher undurchsichtige Rennverlauf mit Pflichtboxenstopps, DRS und Optionsreifen dazu bei, andererseits sind es die großen Namen, die immer noch fehlen.

Vor allem im Lager von Mercedes hat man mit dem - wohl eher notgedrungenen - Schritt zur Kaderverjüngung einen Schritt zurück gemacht. Im vergangenen Jahr konnten sich die Fans noch an Ex-Formel-1-Stars wie David Coulthard oder Ralf Schumacher erfreuen (oder auch reiben), die "Rennamazonen" Susie Wolff und Rahel Frey sorgten ungeachtet ihrer sportlichen Auftritte in den Rennen für eine zusätzliche Aufmerksamkeit. Vier Zugpferde gingen verloren - drei davon von Mercedes.

Die Stuttgarter reduzierten das Engagement zu Beginn dieses Jahres auf nur noch sechs Autos. Dieser Schritt sorgte bei der Konkurrenz für erhebliches Naserümpfen. Die drei Hersteller haben eine Vereinbarung, die alle zum Einsatz von jeweils acht Autos verpflichtet. Für BMW machte man im ersten Jahr des Comebacks eine - verständliche - Ausnahme. Nun könnte Mercedes die "Ausnahme in Eigenregie" sogar noch fortsetzen.

Acht Autos zu teuer: Mercedes auf Sponsorensuche

In den vergangenen Wochen gab es reichlich Gerüchte und Gespräche um eine Ausweitung der Mercedes-Flotte 2014 auf acht Fahrzeuge. Doch in der Realität ist man von einem solchen Szenario noch ein gutes Stück entfernt. Die Stuttgarter suchen Sponsoren, die ihnen den zusätzlichen Aufwand teilweise finanzieren könnten. Ohne zusätzliches Geld wird der Einsatz von zwei weiteren Autos in der kommenden Saison kaum möglich sein.

"Wir sind noch in der Entscheidungsphase", erklärt Mercedes-DTM-Leiter Wolfgang Schattling auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Der Umfang des DTM-Programmes 2014 hängt nicht nur von Sponsoren (Schattling: "Aktuell laufen Gespräche") ab, sondern auch vom Kurs der gesamten DTM. Man sucht weitere Sparpotenziale, nachdem sich in den vergangenen beiden Jahren gezeigt hat, dass die DTM trotz aller technischer Einschränkungen mit rund 50 Einheitsbauteilen immer noch viel Platz für kostspieligen Entwicklungen während der Saison lässt. Vor allem BMW hat mit der großen Geldkeule geschwungen.

BMW betreibt den größten Aufwand

Die Münchener betreiben die DTM mit größtem Aufwand. Ein Beispiel: Jeder Pilot geht während eines Rennwochenendes in den Simulator, der an die Strecke gebracht wird, um weiter am Setup zu feilen und die Taktik für das Rennen zu optimieren. Die Computer sind mit jenen des Rechenzentrums in München verbunden, wo die Daten ausgewertet werden - die Formel 1 lässt schön grüßen. Das Problem für die Gegner: Für BMW ist die DTM das aktuell größte Motorsportprogramm, während sie bei Mercedes (hinter Formel 1) und Audi (hinter WEC/Le Mans) die zweite Geige spielt.

Mercedes muss angeblich in der kommenden Saison mit noch einmal 20 Prozent weniger Geld aus dem hauseigenen Etat auskommen. Gleichzeitig sollen zwei Autos mehr eingesetzt werden. Wie passt das zusammen? Gar nicht. Man hofft auf Geldgeber, offenbar gibt es Interesse eines russischen Investors. Falls sich diese Verhandlungen nicht im Geldsegen niederschlagen, wird Mercedes vermutlich bei - höchstens - sechs Autos bleiben müssen.

DTM bespricht Sparpläne

Dies wäre nicht im Sinne der Vereinbarung zum Einsatz von je acht Fahrzeugen pro Hersteller. Daran hängen nicht nur die Erwartungen der Mitbewerber, sondern auch die Interessen von 'ARD' und den DTM-Seriensponsoren, die bei drei engagierten Herstellern mit 24 Fahrzeugen im Starterfeld kalkulieren. Tatsache ist aber: Allen ist eine DTM mit drei Herstellern und 22 Fahrzeugen lieber als eine DTM, die wieder nur mit zwei Marken durch die Lande zieht.

Um die Serie wieder auf einen finanziell gesünderen Weg zu bringen, setzen sich nun alle Beteiligten an einen Tisch. Im wunderschönen "Sonnenalp Resort Spa Golf" in Ofterschwang wollen die Vertreter von ITR und Herstellern im Rahmen einer Klausurtagung am Dienstag und Mittwoch neue Wege zu mehr Sparsamkeit finden. Mit konkreten Ergebnissen ist kurzfristig nicht zu rechnen, denn es dürfte nicht leicht sein, es drei Herstellern mit solch unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten gleichermaßen recht zu machen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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