Ein Rennfahrer, viele Facetten: Bruno Spengler lebt seine Emotionen

DTM 2013

— 07.11.2013

Schon immer ein Vulkan: Spenglers emotionale Seite

Obwohl er seinen Stinkefinger vom Lausitzring rückblickend kritisch sieht, steht der BMW-Star zu den Emotionen, die er im Cockpit zeigt: "Das ist nicht schlimm"

Im Umfeld der DTM werden immer wieder die fehlenden Typen beklagt. Dabei fährt seit vielen Jahren ein echtes Unikum in der Tourenwagen-Serie um Siege und Titel: Bruno Spengler. Der Kanadier ist jemand, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. In der Saison 2013, einer Achterbahn der Gefühle, wurde das in allen Facetten deutlich: "Im Sport darf man doch Emotionen sehen", betont Spengler im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich glaube nicht, dass das so schlimm ist."

Bruno Nummer eins strahlte in Spielberg wie ein Honigkuchenpferd, als er seinen 14. Laufsieg in der DTM eingefahren hatte und war auch glücklich, als er sich im Finale auf dem Hockenheimring Gesamtrang drei sicherte. Bruno Nummer zwei betrieb am Lausitzring nach einem beinharten Duell mit Mattias Ekström Fingergymnastik und war bedient, als er von Miguel Molina in Moskau abgeschossen wurde. Und mit Bruno Nummer drei gingen in Oschersleben etwas die Pferde durch, als er Landsmann Robert Wickens auf die Hörner nahm.

Für den entthronten Champion sind ein paar Gefühlsausbrüche nichts Neues: "Wenn man ein bisschen in die Vergangenheit schaut, dann war ich immer so", sagt Spengler. Schließlich hatte er schon vor vielen Jahren einige Ecken und Kanten zu viel demonstriert: "Ich habe 2007 in Zandvoort einmal etwas in die Kamera gesagt, was ich jetzt hier nicht mehr sagen kann", erinnert sich der BMW-Star, der seinen Ehrgeiz für manchen Ausbruch verantwortlich macht: "Ich bin ein Kämpfer, ein Sportler und ich gebe jeden Tag alles, um zu gewinnen."

"Will gewinnen, seit ich ein Kind bin"

Wenn es nicht klappt, dann ärgere er sich und sei nicht zufrieden. "Manchmal zeige ich das. Manchmal auf einem Weg, manchmal auf einem anderen", so Spengler, der in jeder Wallung ein angenehmer Zeitgenosse bleibt. Wenn es um den Stinkefinger gegen Mattias Ekström, der wohl unabsichtlich in der Linse der Onbord-Kamera seines M3 landete, geht, ist Spengler etwas nachdenklich: "Man kann im Nachhinein immer sagen, der Finger war nicht optimal", räumt der 30-Jährige ein. "Das gebe ich auch zu. Wenn ich jetzt zurückgehen würde, würde ich es ändern."

Trotzdem schämt sich der Schnitzer-Pilot nicht dafür, Freude und Enttäuschung ganz offen zu demonstrieren: "Es ist rausgekommen, was rausgekommen ist. Seit ich ein Kind war, möchte ich nur eines: Gewinnen. Wenn es nicht geht, dann zeige ich manchmal ein paar Emotionen." Schließlich ließe er auch seiner Freude freien Lauf, wenn es im Motorsport für ihn rund liefe - wie so oft in den vergangenen Jahren. Damit soll es 2014 in der DTM weitergehen, schließlich hat sich Spengler längst zur Serie und zu BMW bekannt.

Er scheint jedoch nicht abgeneigt, bei nur zehn Rennen im Kalender für die Saison 2014 weitere Herausforderungen anzunehmen. "Warum nicht? Das würde ich sehr gerne machen", überlegt Spengler, angesprochen auf ein zusätzliches Projekt - etwa die 24 Stunden auf dem Nürburgring, die zuletzt seine Markenkollegen Augusto Farfus und Martin Tomczyk in Kombination mit ausgewählten VLN-Läufen angingen. Er nennt explizit den Langstrecken-Klassiker in Daytona. "Auf der anderen Seite gilt mein Fokus der DTM. Aber ich bin offen für alles. Je mehr ich fahre, desto glücklicher bin ich." Und desto mehr Emotionen gibt es.

Fotoquelle: xpb.cc / SMG

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