Stolz auf seinen "Gustl": Jens Marquardt (links) vermisst keine Typen in der DTM

DTM 2013

— 09.12.2013

Marquardt unbesorgt: "Habe acht tolle Typen"

Der BMW-Motorsportchef sieht in der DTM genügend Charakterköpfe, will die aber besser vor die Kamera bekommen: "Hersteller nicht im Vordergrund"

Die mangelnde Markenvielfalt behob die DTM mit dem Einstieg von BMW. Die fehlende Action auf der Strecke wurde mit einer Reglementnovelle erfolgreich bekämpft. Nur für die immer wieder aufkeimende Diskussion um Charakterköpfe unter den Helmen findet einfach kein Ende. Dabei ist Jens Marquardt beim Blick auf seinen Pilotenkader und die der Konkurrenz der Meinung, dass die Debatte völlig überflüssig ist: "Wir haben doch tolle Typen in der Serie", erklärt der Motorsportchef der Münchener.

Marquardt ist begeistert von seinem Ex-Formel-1-Fahrern, einem "Mister Extreme powered by Haferschleim" sowie einem Teufelskerl, der es sogar mit Stefan Raab auf- und erst recht kein Blatt vor den Mund nimmt: "Egal, ob das ein Timo Glock, ein Mattias Ekström, ein Timo Scheider, ein Gary Paffett oder ein Bruno Spengler ist", überlegt der 46-Jährige und denkt auch an Rookies wie Marco Wittmann oder Pascal Wehrlein: "Junge Leute sind dazugekommen, die wahnsinnig viel hergeben."

Auch Glock vermisst Piloten mit Ecken und Kanten an seinem neuen Arbeitsplatz nicht: "Wir sagen immer, dass die DTM Helden braucht. Ich habe in der vergangenen Saison 21 Helden gesehen." Allerdings geht das längst nicht jedem Fan so. Im Fernsehen gibt es meistens nur dröhnende Motoren anstatt sprechender Fahrer. Öfter kommen die Sportchefs der Hersteller zu Wort. Hans Werner Aufrecht, Chef des DTM-Dachverbandes ITR, ist das seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, gebessert hat sich die Situation nur in überschaubarem Maße.

Interesse von Massa und Montoya als Ritterschlag

Für Marquardt gibt es kein Patentrezept, dem zu begegnen: "Die Frage ist, wie wir den Fahrern die Plattform geben, das zu zeigen." Einfach Motorsport-Prominente zu verpflichten und darauf zu hoffen, dass sich die Problematik von selbst löst, ist dem BMW-Verantwortlichen viel zu simpel:"Dann haben wir nur einen bekannter Namen - der muss erfolgreich sein. Wenn er hinterherfährt, bringt er nichts." Das haben in der Vergangenheit Personalien wie Heinz-Harald Frentzen oder David Coulthard unter Beweis gestellt.

Trotzdem wertet es Marquardt als positives Zeichen, dass scheidende oder geschiedene Formel-1-Asse immer wieder in der DTM gehandelt werden, oft aus eigenem Bekunden heraus: "Es zeigt, dass extrem viele Leute Interesse an der Serie haben, wenn ein Felipe Massa oder ein Juan Pablo Montoya sich so äußern." Der Brasilianer hatte vor seiner Unterschrift bei Williams erklärt, im Falle eines Endes seiner Königsklassen-Karriere gerne in der Tourenwagen-Serie anzuheuern - und sogar ein Jahr darauf zu warten.

Den Einwand, die Hersteller würden sich mit ihren Werksengagements zu sehr aufdrängen und den Piloten in der Öffentlichkeit keinen Raum mehr lassen, will Marquardt nicht akzeptieren: "Die Marke steht nicht im Vordergrund. Sonst wäre die Herstellermeisterschaft weit über der Fahrermeisterschaft", argumentiert er. In der Tat wurde mehr über Mike Rockenfeller gesprochen als über die Krone für BMW. Marquardt wünscht sich, dass in Zukunft kritisch diskutiert wird: "Vielleicht über das eine oder andere Thema einen kontroversen Dialog führen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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