Scheitert die US-DTM am mangelnden Interesse der einheimischen Hersteller?

DTM 2014

— 12.02.2014

US-DTM: Audi und BMW äußern Bedenken

In den Lagern von Audi und BMW gibt es Zweifel, dass sich die geplante US-DTM ohne die Beteiligung eines US-Autoherstellers realisieren lässt

Die DTM will sich (wieder einmal) internationaler aufstellen. Neben der Kooperation mit der japanischen Super-GT-Serie soll es ab 2015 eine US-Version der DTM geben. Vorgesehen sind acht Rennen. Vier sollen im NASCAR-Rahmenprogramm, vier weitere im Rahmenprogramm der neuen United-SportsCar-Championship (USCC) über die Bühne gehen.

Soweit die Theorie. Ob es tatsächlich so kommt - und wenn ja, schon 2015 - bleibt abzuwarten. Während sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff eine US-DTM nur mit deutschen Herstellern durchaus vorstellen kann, gibt es in den Lagern von Audi und BMW Zweifel, dass sich die Internationalisierungspläne in westlicher Richtung ohne das Engagement eines US-Herstellers realisieren lassen.

"Die Hauptaufgabe ist es, einen amerikanischen Hersteller von dieser Idee zu überzeugen", schildert BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt gegenüber 'Autosport' seine Gedanken und führt an: "Nach Amerika zu kommen und dort ein oder zwei Rennen auszutragen, ist eine Sache."

GM fordert "überzeugende Gründe" für einen Einstieg

"Will man aber eine Serie mit etwa zehn Rennen auf die Beine stellen und will man, dass diese von den Fans angenommen wird, dann braucht es einen US-Hersteller, der mitspielt", weiß Marquardt.

Dieter Gass von Audi sieht die Sache ähnlich. "Wir brauchen mindestens die japanischen Hersteller. Besser wäre es aber, einen einheimischen Hersteller an Bord zu haben. Eine Serie nur mit deutschen Herstellern ist schwer vorstellbar", sagt der DTM-Rennleiter der Ingolstädter gegenüber 'Autosport'.

In Reihen der drei großen US-Autohersteller General Motors (GM), Ford und Chrysler hält sich das Interesse an einer US-DTM allerdings in Grenzen. "In Form der USCC haben wir eine großartige Marketingplattform. Um diese durch irgendein DTM-Programm zu ergänzen, bräuchte es schon überzeugende Gründe", formuliert GM-Motorsportchef Mark Kent seine Zurückhaltung.

Kann die US-DTM Chrysler locken?

Neben der USCC ist für GM (mit der Marke Chevrolet) die NASCAR-Szene die große Motorsportbühne. Gleiches gilt für Ford. In Reihen der drei großen US-Hersteller ist einzig Chrysler gegenwärtig nicht in der NASCAR aktiv, fand man doch für die Marke Dodge nach dem Absprung des Penske-Teams in Richtung Ford keinen lukrativen Ersatz und sah sich Ende 2012 trotz des Titgelgewinns durch Brad Keselowski gezwungen, die NASCAR-Bühne zu verlassen.

Wäre die US-DTM für Chrysler eine interessante Bühne? ITR-Boss Hans Werner Aufrecht jedenfalls gibt die Hoffnung nicht auf: "Das Produkt muss so überzeugend sein, dass es sich ein Engagement für die Hersteller lohnt. Ich bin zuversichtlich, dass dies der Fall sein wird."

Fotoquelle: xpbimages.com

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