Schauplatz Hockenheim: Hier beginnt auch in diesem Jahr wieder die DTM-Rennsaison

DTM 2014

— 02.05.2014

Vorschau: DTM in Hockenheim

Der DTM-Saisonauftakt in Hockenheim: 'Motorsport-Total.com' blickt voraus auf das erste Rennen des Jahres - Wer kommt am besten aus der Winterpause?

Zurück aus der Winterpause und hinein ins Renngeschehen. Das passiert an diesem Wochenende auf dem Hockenheimring. Dort, wo die DTM traditionell in ihre Saison startet, beginnt auch das DTM-Rennjahr 2014. Mit 23 Fahrer, neun Teams und drei Marken - und auf einer Rennstrecke, die es auch nach ihrem Umbau vor über zehn Jahren noch in sich hat. Denn Hockenheim "ist ein Kompromiss", sagen die Piloten.

Warum? Das wird schon beim Blick auf das Layout der 4,574 Kilometer langen Strecke klar. Sie besteht einerseits aus langen Geradeaus-Passagen, aber auch aus dem kurvenreichen Motodrom-Bereich. "Gerade dieser letzte Sektor ist sehr anspruchsvoll", meint DTM-Neuling Nico Müller (Rosberg-Audi). "Dort brauchst du eine gute Balance und viel Abtrieb." Also genau das, was auf den Geraden eher hinderlich ist.

Denn auf der rund einen Kilometer langen Parabolika ist Topspeed Trumpf. "Eine hohe Endgeschwindigkeit ist wichtig, um vor der Haarnadel-Kurve in Schlagdistanz zu kommen und überholen zu können", erklärt Timo Glock (MTEK-BMW), der das Saisonfinale 2013 in Hockenheim gewonnen hat. Das Drag-Reduction-System (DRS) hilft den Piloten dort mit bis zu sieben zusätzlichen km/h.

Mit über 260 km/h über die Parabolika

So erreichen die DTM-Rennwagen auf dem ersten Kurs des Jahres eine Geschwindigkeit von über 260 km/h, müssen aber just danach für die langsamste Kurve der Strecke auf knapp 65 km/h herunterbremsen. Insgesamt sind in Hockenheim sechs Links- und elf Rechtskurven zu meistern, die maximale Querbeschleunigung beträgt 2,5 g. Eine Runde ist zu 65 Prozent mit Vollgas zu absolvieren.

Den Piloten im Cockpit wird dabei keineswegs langweilig: Auf 4,574 Kilometern werden ihnen pro Umlauf 32 Gangwechsel abverlangt. Das bedeutet mehr als 1.300 Schaltvorgänge im Rennen. Und ganz nebenbei gilt es, die Ideallinie richtig zu treffen, wie Reifeningenieur Christophe Stucki von DTM-Exklusivausrüster Hankook betont: Wer in Hockenheim brillieren will, muss hart über die Randsteine "räubern".

Doch in Hockenheim ist der Übergang von Rennstrecke zu (asphaltierter) Auslaufzone ein extrem fließender. Deshalb ist Präzision gefragt, will man sich als Fahrer keine Strafe einfangen. Ein Beispiel: "Aus der Ravenol-Kurve (früher: Nordkurve; Anm. d. Red.) muss man viel Schwung mitnehmen und gleichzeitig darauf achten, innerhalb der Markierung zu bleiben", sagt Jürgen Jungklaus von Phoenix-Audi.

Wann werden die Karten aufgedeckt?

Keine einfache Übung, schließlich haben die Piloten vor dem Saisonauftakt in Hockenheim gerade mal je vier Testtage in ihren Autos absolviert. "Das ist eigentlich viel zu wenig", sagen die meisten Fahrer über dieses Pensum. Zu wenig auch, um das neue DTM-Kräfteverhältnis einschätzen zu können. Audi, BMW oder Mercedes: Wer in Hockenheim vorn ist, zeigt sich wohl erst im Qualifying.

Auch Hankook-Reifeningenieur Stucki zeigt sich gespannt: "Wir wissen nicht, was uns erwartet und wie stark die Autos wirklich sind. Fahrer und Teams haben bisher gepokert und das tatsächliche Leistungsvermögen ihrer Autos noch nicht gezeigt." Er meint: "Nach dem ersten Saisonrennen sind wir schlauer." In der Favoritenrolle finden sich daher alle 23 DTM-Fahrer wieder - oder auch keiner.

"Wer sich am Ende durchsetzen wird, ist noch ein großes Fragezeichen", meint beispielsweise Glock. "Dadurch, dass die Fahrerqualität in der DTM sehr hoch ist, kann jeder der 23 Fahrer ein Wort um die Meisterschaft mitreden." Mit "mehr als zehn" Kandidaten auf den Gesamtsieg rechnet indes DTM-Titelverteidiger Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi). Er sagt auch: "Der Titelgewinn 2013 spielt jetzt keine Rolle mehr."

"Es ist zwar schön, 2013 die Meisterschaft gewonnen zu haben. Doch jetzt geht es wieder bei null los", erklärt Rockenfeller. Oder doch nicht? Rein statistisch gesehen ist es nämlich von Vorteil, beim Auftakt in Hockenheim in einem Mercedes zu sitzen. Seit 2000 haben die Sternfahrer aus Stuttgart achtmal im Motodrom gewonnen. Ob sich das 2014 so fortsetzt, zeigt sich schon am Sonntag...

Daten und Fakten zum DTM-Rennen in Hockenheim:

Rennstrecke: Hockenheimring
Streckenlänge: 4,574 Kilometer
Renndistanz: 42 Runden oder 192,108 Kilometer

Rundenrekorde:
Qualifying: 1:32.244 Minuten von Mattias Ekström (Audi/2008)
Rennen: 1:33.576 Minuten von Paul di Resta (Mercedes/2008)

Die letzten Sieger:
2013: Augusto Farfus (BMW)
2012: Gary Paffett (Mercedes)
2011: Bruno Spengler (Mercedes)
2010: Gary Paffett (Mercedes)
2009: Tom Kristensen (Audi)

Zeitplan:

Freitag, 2. Mai 2014
17:40-18:15 Uhr - Rollout

Samstag, 3. Mai 2014
10:05-11:35 Uhr - Freies Training
16:25-17:15 Uhr - Qualifying

Sonntag, 4. Mai 2014
13:30-14:45 Uhr - Rennen

Fotoquelle: Ziegler/smg

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