DTM-Auftakt in Hockenheim: Pre-Events

DTM 2014

— 05.05.2014

Neue Regeln: Immer Action oder Fiebern-Dösen-Fiebern?

Zwei Halbzeiten und eine Schlummerpause? Die DTM-Fahrer sind sich nicht einig, ob die neue Boxenstopp-Arithmetik die erhoffte Spannung gebracht hat

Das Rennformat in der DTM ist eine Dauerbaustelle. Fahrer und Verantwortliche setzten daher vor dem Saisonstart am Wochenende in Hockenheim große Hoffnungen in die jüngste Novelle des Reglements, die bei den Fans für mehr Transparenz und Spannung sorgen soll - und der Serie auf diese Art endlich die ersehnte Konstanz beschert? Das Fazit der Piloten fällt nach einem qualitativ guten Rennen am Sonntag gespalten aus. Schließlich scheinen Qualifying und Reifenwahl die Musik zu machen.

Zu den Kritikern zählt mit Mattias Ekström ausgerechnet ein Pilot, der es mit gewiefter Taktik in Hockenheim auf das Podium schaffte. "Es sind zwei Rennen im Rennen", bilanziert der Schwede im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und erinnert daran, dass diejenigen, die mit Option-Reifen starten, zu Anfang das Tempo bestimmten, anschließend aber die Fraktion mit komplementärer Taktik ihre Aufholjagd startete. Möglich, dass dieses Szenario als Blaupause für die kommenden Rennen dient.

Hintergrund ist, dass die Bestimmungen nur noch einen Pflicht-Boxenstopp im zweiten Renndrittel vorschreiben. Der weichere und deutlich schnellere Pneu darf maximal über 50 Prozent der Renndistanz genutzt werden. Er scheint aber nach wie vor wenig Abbau zu verzeichnen. "Man kann sagen, dass die ersten fünf Runden spannende sind und die letzten fünf", meint Ekström und sieht sich zu einer Gleichmäßigkeitsprüfung gezwungen: "Dazwischen geht es nur darum, alles auf den Punkt zu bringen. Kämpfe gibt es nur nach dem Start und vor der Zieldurchfahrt."

Bewährungsprobe in Oschersleben

Sein Markenkollege Mike Rockenfeller hingegen ist nach eigener Aussage positiv überrascht. Er hatte noch am Rande der Testfahrten orakelt, dass die Rennen statischer werden würden als zuletzt. Am Sonntag fuhr er dann von Startplatz zehn auf Rang vier nach vorne. "Obwohl ich vorher sehr skeptisch war. Das zeigt, dass noch immer etwas geht. Mehr kann man nicht erwarten", erklärt der amtierende Champion. "Ich glaube es war ein spannendes Rennen mit Überholmanövern und spannenden Zweikämpfen."

Rockenfeller gibt jedoch zu bedenken, dass in Hockenheim das Drag-Reduction-System (DRS) sehr wirksam ist und schon 2013 mehr Action zu beobachten war als auf anderen Kursen. Auch Timo Glock hat die heißen Phasen wie Ekström zu Beginn und zu Ende ausgemacht: "Ob das gut sind, das ist die Frage. Insgesamt muss man nicht uns fragen, sondern die Fans. Wenn die es geil fanden, dann ist es gut", so der BMW-Pilot, der die Überlegenheit der Option-Reifen herausstreicht und Lauf zwei in Oschersleben abwarten will - weil Überholen in der Magdeburger Börde schwieriger ist und das Reglement somit auf die Probe gestellt wird.

Taktisch alles Einheitsbrei?

Dort sieht Rockenfeller taktisch keinen Unterschied: "Das Ziel ist es immer, den Option-Reifen so lange wie möglich zu fahren. Es wird überall an die 50 Prozent herangehen", meint der Rheinland-Pfälzer. Hockenheim-Sieger Marco Wittmann ist gegenteiliger Meinung und glaubt, dass der weiche Pneu auf anderen Kursen früher in die Knie geht: "Wir werden sicherlich zu Schauplätzen kommen, wo es sich nicht 50 zu 50 aufteilen wird", erklärt der BMW-Youngster gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Mercedes-Pilot Paul di Resta zweifelt am Massenauflauf in der Boxengasse, sobald die 50-Prozent-Marke naht respektive überschritten ist: "Jeder stoppt innerhalb von zwei Runden, weil man die Option-Reifen so lange wie möglich ausnutzen will. Ich bin mir nicht sicher, ob das so im Sinne des Erfinders ist." Der Schotte wünscht sich mehr taktische Freiheiten gemäß dem alten Regelmodell oder einen stärker abbauenden Pneu, um die Strategien zu entzerren. So würden die auf den gelb markierten Gummis die Crew früher, die anderen ihre Mannschaft später aufsuchen.

Wittmann ist zufrieden mit den Regeländerungen und ihren Auswirkungen: "Ich finde es gut, weil die Performance im Qualifying wieder mehr in den Vordergrund rückt. Außerdem ist es für die Zuschauer etwas leichter nachzuvollziehen." Auch Timo Scheider, bekannt für ehrliche und kritische Worte, ist voll des Lobes: "Das Gute ist, dass man immer auch um Positionen kämpft. Es ist immer Action. Und es gab nicht mehr diese Situationen, wo dir die Boxencrew per Funk sagt, dass du gegen irgendeinen anderen nicht kämpfen musst, weil der sowieso auf einer anderen Strategie unterwegs ist." Der Audi-Pilot erkennt außerdem mehr Verständlichkeit für die Zuschauer.

Fotoquelle: xpbimages.com

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