Beim DTM-Saisonauftakt in Hockenheim waren nicht alle Tribünenplätze belegt

DTM 2014

— 07.05.2014

12.000 Zuschauer weniger: Macht die DTM etwas falsch?

Viele leere Tribünen-Plätze in Hockenheim, wenig Streckenzeit für die Piloten und ziemlich komplizierte Regeln: Ist die DTM auf dem richtigen Weg?

75.000 Fans sind gekommen. Nicht etwa am Renntag, sondern über das komplette Wochenende hinweg. Und das sind 12.000 weniger als noch im vergangenen Jahr, was einem Zuschauer-Rückgang von fast 14 Prozent entspricht. Doch woran liegt es, dass die Ränge in Hockenheim nicht so gefüllt waren wie früher? Wirklich nur am verlängerten Wochenende mit Brückentag und schönem Wetter?

Selbst die Fahrer haben ihre Zweifel an der Schönwetter-Theorie. Mattias Ekström (Abt-Sportsline-Audi) gesteht im Gespräch mit der 'Schwetzinger Zeitung': "Es ist schon ein komisches Gefühl, zu sehen, dass die Tribünen nicht mehr so voll sind wie in der Vergangenheit. Das ist mir natürlich aufgefallen. Und ich persönlich frage mich nach den Gründen." Und wieder geht der Blick gen Tribüne.

Um dort einen Platz zu erhalten, haben die Veranstalter am Hockenheimring eine breite Palette an Tickets angeboten. Von zehn Euro für den Freitags-Besuch bis hin zu 55 Euro für das komplette Wochenende - das sind Eintrittskarten, die man sich leisten kann. Timo Glock (MTEK-BMW) stellt sich jedoch die Frage, was den Fans auf den Zuschauerrängen dafür von der DTM geboten wird.

Glock wünscht sich mehr Fahrbetrieb der DTM

Seine Erkenntnis: nicht besonders viel. Glock bringt es auf den Punkt: "Wenn ich ein Fan wäre, würde ich mir überlegen, ob ich mir für eineinhalb Stunden Training, 35 Minuten Qualifying und das Rennen eine Karte kaufe. Ich sage es ja schon die ganze Zeit: Wir haben hier eine sehr, sehr gute Plattform. Das Format lässt aber zu wünschen übrig." Insgesamt fahre die DTM vor Ort "eindeutig zu wenig".

"Ich finde, daran muss man arbeiten", so Glock weiter. "Was die Fans sehen wollen, sind Rennen. Deshalb kommen sie her. Am Freitag würde ich Freies Training und Qualifying ausfahren, am Samstag und Sonntag ein paar Rennen absolvieren. Das wäre in meinen Augen der richtige Weg." DTM-Neueinsteiger Antonio Felix da Costa (MTEK-BMW) pflichtet seinem Teamkollegen da bei.

"Die Wochenenden in der DTM sind wirklich kurz. Wir könnten mehr machen. Es wäre sicher gut für die Fans, wenn die Autos öfter zu sehen wären", meint Felix da Costa. Er hält vor allem den Renntag für ausbaufähig: "Ein Warmup oder dergleichen gibt es nicht. Dabei wäre das doch eine schöne Sache für die Fans. Sie kommen ja schon früh am Morgen an die Strecke, aber da gibt es nichts zu sehen."

Das neue Rennformat: besser für die Fans?

Genau wie in der langen DTM-Winterpause, die zwischen dem Finale 2013 und dem Auftakt 2014 insgesamt 196 Tage lang war. "Das ist halt viel zu viel", meint Glock - vor allem, wo die DTM pro Saison nur zehn Rennen bestreite. Immerhin hat man sich bemüht, eben diese für die Zuschauer "lesbarer" zu gestalten. Das heißt in der DTM-Theorie: weniger Schnickschnack, mehr Racing.

Sehr viel verändert hat sich aber nicht: Es muss seit 2014 zwar nur noch ein Pflicht-Boxenstopp absolviert werden, doch die Meisterschaft setzt weiterhin auf zwei unterschiedliche Reifensorten und auf das Drag-Reduction-System (DRS), was das Überholen fördern soll. Alles Dinge, die - gepaart mit recht komplizierten Regeln - nicht gerade dafür sorgen, dass das Geschehen für den Fan nachvollziehbar ist.

In diesem Punkt will die DTM zur neuen Saison aber Fortschritte gemacht haben. "Das Rennen war besser lesbar, vor allem im Vergleich zum vergangenen Jahr. Da war der Zuschauer total überfordert und hat sich die Augen gerieben", sagt Mercedes-DTM-Leiter Wolfgang Schattling. BMW-Sportchef Jens Marquardt pflichtet ihm bei: "Ich denke, die Arbeit am Reglement hat sich bezahlt gemacht."

Und für die Zuschauerzahlen an den Rennstrecken der DTM gilt, was auch für das neue Rennformat der Meisterschaft gilt: "Lassen wir die Saison erst einmal weiterlaufen. Dann schauen wir es uns an", so Marquardt. Also: abwarten! Was bleibt, ist aber der Eindruck, dass es ungewöhnlich leer war auf den Rängen in Hockenheim. Dafür war die Boxengasse gut gefüllt. Mit Autos, die nur selten fuhren...

Fotoquelle: xpbimages.com

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