Gewichte rein oder raus: Das DTM-Feld wird ab Oschersleben ausbalanciert

DTM 2014

— 15.05.2014

Alles Wissenswerte zum DTM-Performance-Gewicht

Beim DTM-Rennen in Oschersleben kommen erstmals 2014 die neuen Performance-Gewichte zum Einsatz: Wie funktioniert das Ballastsystem der DTM genau?

Die Chancen-Gleichheit im Starterfeld erhalten. Das ist das Ziel der Verantwortlichen in der DTM. Und aus diesem Grund haben sie zur Saison 2014 die sogenannten Performance-Gewichte eingeführt. Mit diesem Ballast soll eine schnellere Marke geringfügig eingebremst, eine langsamere Marke wieder ein Stück an die Konkurrenz herangeführt werden. Erstmals zum Tragen kommt diese Regelung in Oschersleben.

Doch was heißt das konkret? Auf den Punkt gebracht: Die schnellste der drei Marken wird schwerer, die langsamste Marke wird leichter. Und die Marke, die dazwischen liegt, behält einfach ihre aktuelle Gewichtseinstufung. Und weil das vorherige Rennen für die Ballastzuteilung maßgeblich ist, bedeutet das für Oschersleben: BMW legt zu, Audi bleibt ohne Zuladung und Mercedes bekommt eine Erleichterung.

So viel zur groben Theorie, doch die Praxis ist etwas komplexer. Denn jetzt kommen die Zahlen ins Spiel. Balanciert werden die DTM-Fahrzeuge der Generation 2014 nämlich ausgehend vom neuen Basisgewicht von 1.120 Kilogramm. Mit diesem Gewicht sind die Autos (deren Minimalgewicht bei 1.110 Kilogramm liegt) von Audi, BMW und Mercedes beim Saisonauftakt in Hockenheim an den Start gerollt.

Top 10 oder nicht Top 10? Das ist die Frage...

Gewicht zu- oder ausgeladen wird in der DTM in Schritten von je 2,5 Kilogramm. Das entspricht einem Wolfram-Ballastblock, wie ihn alle DTM-Marken verwenden müssen. Vorgeschrieben ist auch, wo das Element im Auto anzubringen ist: "In einer Stufe im Unterboden, etwa auf der Höhe der Fahrerfüße", wie es in einer DTM-Pressemitteilung heißt. Viel Spielraum haben die Hersteller dabei also nicht.

Und weiter geht's: Pro Rennen ändert sich die Gewichtszuteilung der einzelnen Marken um maximal fünf Kilogramm in die eine oder in die andere Richtung. Die DTM unterscheidet bei ihren Performance-Gewichten jedoch zwischen Ergebnissen in und außerhalb der Top 10. Das bedeutet: Wer in die Top 10 fährt, muss mehr zuladen oder darf weniger ausladen. Klingt kompliziert? Ja, das ist es durchaus.

Doch der Reihe nach: Der Sieger eines Rennens und seine Markenkollegen, die in den Top 10 ins Ziel kommen, müssen beim folgenden Rennen mit fünf Kilogramm Ballast fahren. Markenkollegen, die es nicht in die Top 10 schaffen, müssen um 2,5 Kilogramm zuladen. Die Fahrzeuge der zweitbesten Marke im Feld bleiben in ihrem Gewicht indes unverändert und werden weder schwerer noch leichter.

Der maximale Unterschied beträgt 20 Kilogramm

Die im Vergleich schlechteste Marke darf ausladen. Die Autos dieses Herstellers, die in die Top 10 fahren, treten beim folgenden Rennen mit einer Erleichterung um 2,5 Kilogramm an. Wer den Sprung in die Top 10 verpasst, darf fünf Kilogramm ausladen. Die Ballastregelung ist jedoch in beide Richtungen auf eine maximale Gewichtsmodifizierung von jeweils zehn Kilogramm beschränkt.

Das heißt: Der maximale Unterschied zwischen zwei Marken beträgt 20 Kilogramm, was allerdings erst nach einigen Rennen erreicht werden kann. Möglich ist übrigens auch, dass sich im Anschluss an ein Rennen überhaupt nichts verändert: Für den Fall einer Siegerehrung, bei der Fahrer aller drei DTM-Marken vertreten sind, bleiben die Autogewichte für das folgende Rennen, wie sie sind.

Wie also findet man beim Blick auf das Rennergebnis heraus, was Sache ist? Ganz einfach: Entscheidend sind die besten Einzelresultate eines Herstellers. Und das heißt: Die Marke des Rennsiegers wird schwerer. Die erste Verfolgermarke bleibt auf ihrem aktuellen Gewicht. Und die im Vergleich schlechteste Marke darf Ballast ausladen. Wie das für Oschersleben aussieht? Auch nicht schwierig.

Und was heißt das für Oschersleben?

Dank des Sieges von Marco Wittmann war BMW in Hockenheim die beste DTM-Marke und muss folgerichtig an Autogewicht zulegen. Wittmann und alle weiteren BMW-Fahrer aus den Top 10 legen um je fünf Kilogramm zu, die BMW-Piloten außerhalb der Top 10 um je 2,5 Kilogramm. Mattias Ekström sorgte indes dafür, dass Audi auf der Verfolgerposition landete - und deshalb tut sich nichts.

Mercedes schnitt beim Saisonauftakt in Hockenheim am schlechtesten ab: Der beste Mercedes-Fahrer, Pascal Wehrlein, landete hinter den jeweils besten Vertretern von Audi und BMW. Und weil Wehrlein und alle seine Markenkollegen nicht in den Top 10 vertreten waren, dürfen sämtliche DTM-Mercedes-Autos in Oschersleben mit einer Erleichterung um fünf Kilogramm antreten. Oder auf einen Blick:

01. Marco Wittmann (BMW) + 5 kg
02. Mattias Ekström (Audi) +- 0 kg
03. Adrien Tambay (Audi) +- 0 kg
04. Mike Rockenfeller (Audi) +- 0 kg
05. Timo Glock (BMW) + 5 kg
06. Bruno Spengler (BMW) + 5 kg
07. Martin Tomczyk (BMW) + 5 kg
08. Augusto Farfus (BMW) + 5 kg
09. Timo Scheider (Audi) +- 0 kg
10. Joey Hand (BMW) + 5 kg
11. Pascal Wehrlein (Mercedes) - 5 kg
12. Gary Paffett (Mercedes) - 5 kg
13. Miguel Molina (Audi) +- 0 kg
14. Paul di Resta (Mercedes) - 5 kg
15. Christian Vietoris (Mercedes) - 5kg
16. Nico Müller (Audi) +- 0 kg
17. Witali Petrow (Mercedes) - 5 kg
18. Robert Wickens (Mercedes) - 5 kg
19. Daniel Juncadella (Mercedes) - 5 kg
20. Maxime Martin (BMW) + 2,5 kg
21. Antonio Felix da Costa (BMW) + 2,5 kg
22. Edoardo Mortara (Audi) +- 0 kg
23. Jamie Green (Audi) +- 0 kg

Fotoquelle: xpbimages.com

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