DTM in Budapest: Pre-Events

DTM 2014

— 01.06.2014

Schrott oder Glorie: Spengler zockt sich auf das Podium

Mit einer riskanten Reifenstrategie ließ der Kanadier die Konkurrenz in der Endphase stehen, musste aber seine Qualitäten als überlegter Zweikämpfer beweisen

Die Kritiker unkten, ehe das erste Ampellicht überhaupt auf Grün gesprungen war. Überholen auf dem Hungaroring sei unmöglich, der DTM stünde eine ungarische Prozession bevor, hieß es. Bruno Spengler zeigte am Sonntag, dass es anders geht: Mit Hilfe der in der zweiten Rennhälfte auf seinem BMW montierten Option-Reifen pflügte der Kanadier durch das halbe Feld, sicherte sich den dritten Platz und den ersten Podiumsplatz der laufenden Saison. "Ein Riesenspaß", freut sich Spengler.

Möglich machte den furiosen Auftritt der massive Leistungsunterschied zwischen den beiden Hankook-Mischungen. Spengler hatte schon 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze, als er kurz nach Halbzeit die Reifen wechselte und im Gegensatz zur Mehrheit der Konkurrenz auf den gelb markierten Pneus der Ziellinie entgegenfuhr. "Solche Gelegenheiten gibt es nicht oft", weiß Spengler. "Mit der Strategie hat alles geklappt wie am Schnürchen. Es war einfach toll, an den ganzen Autos vorbeizufahren."

Dennoch erinnert der 30-Jährige daran, dass das Überholen auf der Formel-1-Rennstrecke in Ungarn ein Drahtseilakt ist. Oft braucht es die Kooperation der Konkurrenz oder ist mit Kontakt verbunden. "Man muss sich seinen Weg bahnen", meint Spengler und verweist auf die Enge der Bahn: "Man sieht die Jungs erst gar nicht. Dann tauchen sie plötzlich auf, man kommt ganz nahe ran und ist direkt hinter ihnen. Das ist dann ein Zwiespalt: Soll ich maximales Risiko auf mich nehmen oder sollte ich vorsichtig sein?"

Spengler gelang am Sonntag der Spagat, schließlich blieb sein M4 DTM bis zum Schluss ohne jeden Kratzer: "Es ist nichts gewonnen, wenn ich mein Auto verschrotte. Wenn man aber nichts riskiert, dann gibt es auch keine Punkte." Für Spengler war das Ungarn-Gastspiel das beste Rennen der Saison, nachdem ihm beim Auftakt in Hockenheim die nötige Performance plötzlich abhanden gekommen war und er in Oschersleben gewaltiges Pech mit diversen Safety-Car-Phasen hatte.

Jens Marquardt ist angetan von der Leistung seines Piloten, die durch den heiteren Autoscooter der Konkurrenz erst möglich wurde: "Ich freue mich für Bruno. Er war auf einer anderen Strategie und was vor ihm passiert ist, hat ihm natürlich geholfen", so der BMW-Motorsportchef. Er lobt die Action und den exzellenten Start Spenglers: "Deswegen kommen die Zuschauer.. Man hat gesehen: Wenn du mit dem Standardreifen gut wegkommst - er hat einen Riesenstart hingelegt - dann hast du eine echte Chance, nach vorne zu fahren. Es hat sich ausgezahlt."

Fotoquelle: xpbimages.com

Weitere DTM Themen

News

Timo Scheider: "Man muss Angst um die DTM haben"

News

Top 10: Die ältesten DTM-Sieger der Geschichte

News

DTM 2016: Die Top 10 Crashes

News

Timo Glock: Ganze DTM-Saison hätte anders laufen können...

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.