Robert Wickens in Ungarn: Bester Mercedes-Fahrer, aber ohne Punkte

DTM 2014

— 05.06.2014

Homologierung: Jetzt kommt die "Lex Mercedes"

Audi und BMW gestehen Mercedes weitere Entwicklungszeit zu: Die Stuttgarter dürfen ihr C-Klasse-Coupé bis Ende September weiter verändern

Mercedes darf ein wenig aufatmen, die DTM-Szene auf eine Zukunft mit weiterhin drei Herstellern hoffen. Wie von 'Motorsport-Total.com' bereits vor einigen Wochen angedeutet: Die Stuttgarter, deren C-Klasse-Coupé im bisherigen Saisonverlauf nicht konkurrenzfähig war, dürfen bis Ende September an ihrem Fahrzeug Entwicklungen vornehmen, während die Autos der Konkurrenten Audi und BMW ab sofort eingefroren sind.

Diese "Lex Mercedes", die sich nach dem verheerenden Saisonauftakt der "Sterne" in Hockenheim angedeutet hatte, wurde am Mittwoch in einer gemeinsamen Sitzung der drei Hersteller, der ITR und des DMSB verabschiedet. Mercedes darf demnach bis zum DTM-Rennen in China (28. September) weitere Verbesserungen am Fahrzeug vornehmen, um in Sachen Performance annähernd auf das Niveau der Wettbewerber zu kommen.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' werden die Stuttgarter auch im Formel-1-Werk in Brackley um Hilfe bitten. In Großbritannien sollen Fachleute die Schachstellen des Mercedes analysieren und Lösungen vorschlagen. Mehr noch: Die Oschersleben-Sieger bekommen zusätzlich einen weiteren Testtag zugestanden, um die Lösungsansätze auf der Strecke verifizieren zu können. Eine solche Auflockerung der Homologation lässt das Reglement auf derzeitigem Stand eigentlich nicht zu.

Schattling ortet bereits Verbesserungen

"Das Fahrzeug ist im Grunde gar nicht schlecht, aber diffizil. Es hat bestimmte Felder: Wenn bestimmte Temperaturen zusammenkommen, dann bist du mit dem Auto dabei. Und wenn die Gegebenheiten plötzlich nicht mehr vorhanden sind, dann bist du auf einmal im Nirgendwo", beschreibt DTM-Leiter Wolfgang Schattling die anhaltenden Probleme mit der C-Klasse. "Das wundert mich extrem. Dieser Sache wollen wir auf den Grund gehen."

"An diesem Auto gibt es noch sehr viele Stellschrauben, an denen man drehen kann. Ich glaube, das Auto wurde noch nicht richtig verstanden. Wir müssen das Fahrzeug erst einmal verstehen, um die richtigen Feinjustieren vorzunehmen", sagt Schattling. "Im vergangenen Jahr haben wir am Lausitzring etwas gefunden und plötzlich war das Auto deutlich schneller. Auf einmal ging es nach vorn. Es ist nie ein Einzelteil. Es geht immer um das Zusammenspiel von mehreren Dingen."

Nach dem Sieg im Regen von Oschersleben (Schattling: "Nicht blenden lassen!") war Mercedes beim vergangenen Lauf in Ungarn wieder im Nirgendwo. "Die Fahrer haben aber das Gefühl, dass uns bereits Verbesserungen gelungen sind. Danach sieht es im Zeitenklassement nicht aus, aber der Eindruck der Piloten ist, dass sich das Auto viel besser fahren lässt", meint der Mercedes-DTM-Rennleiter. Man werde etwaige Verbesserungen auf der besonderen Strecke Norisring nicht verifizieren können. "Das zeigt sich dann erst in Moskau."

Fotoquelle: xpbimages.com

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