DTM am Lausitzring: Pre-Events

DTM 2014

— 14.09.2014

Audi fehlt der Sieg: Sportchef ist "unheimlich enttäuscht"

Timo Scheider holt in der Lausitz Platz drei für Audi, Miguel Molina und Mike Rockenfeller punkten - Audi wartet aber weiter auf den ersten DTM-Saisonsieg

Audi-Pilot Timo Scheider hat auf dem Lausitzring vor 58.000 Zuschauern (am Wochenende) Platz drei und damit sein erstes Podiumsergebnis der Saison erzielt. Auf zunächst nasser Strecke lag der zweimalige DTM-Champion von Anfang an in der Spitzengruppe. In der 22. Runde rückte Scheider auf Platz drei nach vorn, machte nach dem Wechsel auf profillose Reifen kontinuierlich Boden auf den zweitplatzierten Christian Vietoris gut und fuhr dabei die schnellste Rennrunde. Seinen Angriff in der letzten Runde wehrte der Mercedes-Benz-Pilot jedoch ab.

Scheider war in der Lausitz der einzige Audi-Pilot, der Grund zum Jubeln hatte. Auf der nassen Strecke klagten fast alle Audi-Fahrer über fehlenden Grip. Ausrutscher, Dreher und Kollisionen waren die Folge. Mit Miguel Molina (Abt) auf Rang neun und Scheiders Phoenix-Teamkollegen Mike Rockenfeller auf Position zehn kamen zwei weitere Audi-Piloten in die Punkte.

Edoardo Mortara beendete im Audi Sport Audi RS 5 DTM das Rennen auf dem 16. Rang. Der Italiener war als einziger Fahrer im Feld mit Slicks gestartet. Der Reifenpoker ging allerdings nicht auf, Mortara wurde zweimal überrundet. Beide Audi RS 5 DTM des Teams Rosberg schieden mit Schaltproblemen in Folge von Kontakten aus. Während Jamie Green noch als 17. gewertet wurde, musste Nico Müller seinen Wagen schon nach 14 Runden an der Box abstellen.

Adrien Tambay musste kurz vor Rennende nach einer Berührung mit einer beschädigten rechten Vorderradaufhängung parken und auch Mattias Ekström sah die Zielflagge nicht: Der Schwede fiel am Start vom zweiten auf den sechsten Platz zurück und verlor weiteren Boden durch eine Exkursion in das Kiesbett. Das endgültige Aus kam nach einem missglückten Boxenstopp, bei dem das linke Vorderrad seines RS 5 DTM nicht richtig befestigt wurde.

Audi-Stimmen zum Rennen

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Ich bin unheimlich enttäuscht, dass es uns auch auf dem Lausitzring nicht gelungen ist, das gute Qualifying-Ergebnis in einen Sieg umzumünzen. Zumindest haben wir in der Herstellerwertung keinen Boden verloren. Der Herstellertitel bleibt unverändert unser Ziel und unsere Chancen sind weiter intakt. Wir müssen den Lausitzring abhaken und uns darauf konzentrieren, in 14 Tagen in Zandvoort eine perfekte Leistung abzuliefern."

Dieter Gass (Leiter DTM): "Glückwunsch an Marco Wittmann zum Titelgewinn. Er hatte in diesem Jahr einen ähnlichen Lauf wie Mike Rockenfeller in der vergangenen Saison. Natürlich sind wir enttäuscht vom Ergebnis, denn wir waren nach dem Qualifying gut aufgestellt, zumindest für eine solide Mannschaftsleistung. Leider mussten zwei unserer Vorderleute von der linken Seite starten, die offensichtlich deutlich weniger Grip hatte. Das hat sicherlich nicht geholfen."

"Aber wir müssen auch festhalten, dass unsere Pace bei den nassen Bedingungen am Anfang nicht konstant gut genug war, um den Mercedes-Piloten gefährlich werden zu können. Schließlich schlichen sich noch einige individuelle Fehler ein. Das alles führte dazu, dass wir trotz einer besseren Ausgangsposition genauso viele Punkte in der Herstellerwertung geholt haben wie BMW, statt die hier gezeigte leichte Schwäche unseres Konkurrenten auszunutzen."

Timo Scheider: "Es ist toll, nach langer Zeit wieder auf dem Podium zu stehen. Es war wirklich ein besonderes Rennen mit allen Bedingungen, die man als Rennfahrer erleben kann. Wir sind auf Regenreifen losgefahren, auf abtrockender Strecke war es schwierig, das Reifenmanagement hinzubekommen und es nach dem Wechsel auf Slicks nicht zu übertreiben. Das hat funktioniert, die Performancekurve ging nach oben und wir konnten zu Platz zwei aufschließen. Zwei Rennrunden mehr wären toll gewesen - dann hätte ich noch einen realistischen Angriff auf Christian Vietoris wagen können."

Miguel Molina: "Es war ein schwieriges Rennen. Am Anfang hat mir die Pace gefehlt, da habe ich einige Plätze verloren. In den Runden vor dem Reifenwechsel hat sich das Auto besser angefühlt, aber ich bin im Verkehr etwas aufgehalten worden. Auf den Optionsreifen konnte ich um ein Top-10-Ergebnis kämpfen. Der neunte Platz ist nicht das, was wir im Vorfeld erwartet haben, aber immerhin sind es zwei weitere Punkte und wir konzentrieren uns nun auf die letzten beiden Rennen."

Mike Rockenfeller: "Es war ein turbulentes Rennen, ich bin am Ende nur Zehnter geworden. Das war frustrierend. Mein Auto war beschädigt, weil mir Einige ins Auto gefahren sind. Dadurch hat man keine Chance mehr. Einmal hat mich Bruno Spengler aufgehalten, dadurch ist Marco Wittmann vorbeigekommen. Das war zwar clever gemacht, müsste aber eigentlich bestraft werden. Solche Situationen haben große Folgen und man verliert viel Zeit. Wir reisen jetzt nach Zandvoort und versuchen erneut unser Bestes."

Edoardo Mortara: "Ein super-schwieriges Rennen. Wir hatten eine andere Strategie als die übrigen Fahrer. Wir sind auf Optionsreifen gestartet, das war nicht optimal. Wir hofften, dass die Strecke nach einigen Runden abtrocknen würde, aber die Strecke blieb nass. Wir haben die falsche Entscheidung getroffen, haben jedoch ein gutes Auto für Zandvoort und hoffen auf Top-Resultate bei den beiden letzten Rennen."

Jamie Green: "Das war ein hartes und sehr ereignisreiches Rennen für mich. Mein Speed nach dem Start war gut, ich lag auf Rang drei. Ausgangs Kurve sieben habe ich mich gedreht und einige Plätze verloren. Aber ich war noch vorne dabei, bis ich erneut in Kurve sieben Probleme hatte und ins Kiesbett musste. Ich habe mich dann wieder herangekämpft, hatte aber einen Kontakt mit Martin Tomczyk und wir haben uns beide gedreht. Dafür habe ich eine Durchfahrtstrafe erhalten. Trotzdem habe ich ein Top-10-Ergebnis angepeilt, bekam aber ein technisches Problem mit dem Auto und musste aufgeben."

Adrien Tambay: "Es war ein ereignisreiches Rennen. Meine Pace auf Regenreifen war gut. Ich bekam eine Durchfahrtsstrafe für ein Vergehen unter Gelber Flagge, das war hart. Damit war mein Rennen gelaufen. Später hatte ich einen kleinen Kontakt mit Jamie (Green), das tut mir leid, denn es war ein Missverständnis bei schwierigen Streckenbedingungen. Ich konnte das Rennen heute nicht beenden. Wir müssen jetzt nach vorn schauen, jetzt hoffe ich auf zwei gute Rennen zum Saisonende."

Mattias Ekström: "Kein gutes Rennen für mich. Ich hatte einen schlechten Start, bin einmal neben die Strecke gerutscht und nach dem Boxenstopp war die Radmutter vorne links nicht richtig fest. Dadurch ist das Rennen sehr schnell zu Ende gewesen."

Nico Müller: "Ich hatte einen schönen Start, die Pace war gut und ich konnte einige Plätze gutmachen. Dann hat mich Gary Paffett angerempelt und die Spur hinten hat dann nicht mehr gestimmt. Danach war Antonio Felix da Costa im ersten Sektor ein bisschen zu optimistisch. Im Anschluss hatte ich Schaltprobleme und musste das Auto abstellen."

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Abt): "Gratulation zur Meisterschaft an Marco Wittmann. Er hat keinen Fehler gemacht und war in der gesamten Saison der Beste."

Ernst Moser (Teamchef Phoenix): "Es war ein sehr schwieriges Rennen, man hat gesehen, wie viele Fahrer Fehler gemacht haben. Unsere beiden Piloten haben gut gefightet und waren schnell unterwegs. Mike Rockenfeller hat anfangs einen Schlag von Timo Glock bekommen, danach war sein Auto nicht mehr ganz optimal. Deshalb bin ich mit seinem zehnten Platz zufrieden. Timo (Scheider) war fehlerfrei, er hat seine Reifen gut eingeteilt und ist am Ende auf den Optionsreifen an Christian Vietoris herangefahren. Schade für Audi, dass wir wieder keinen Sieg geschafft haben, aber um zu gewinnen, muss alles von der ersten bis zur letzten Runde passen. Mit unser Teamleistung bin ich aber zufrieden."

Arno Zensen (Teamchef Rosberg): "Das war nicht unser Sonntag. Nico (Müller) musste mit Getriebeproblemen aufgeben. Bis dahin sah das gar nicht so schlecht aus. Jamie (Green) hatte zwar kein Grip, aber den hatte keiner. Er war sehr schnell, aber mit zwei Drehern, einmal im Kiesbett und einer Durchfahrtstrafe war nicht mehr drin. Da hatten wir etwas anderes erwartet."

Fotoquelle: xpbimages.com

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