Marco Wittmann erzielte in der Saison 2014 seinen bisher größten Erfolg im Motorsport

DTM 2014

— 19.09.2014

Marco Wittmann: Der neue DTM-Champion im Porträt

Wer ist eigentlich Marco Wittmann? Wir stellen den neuen DTM-Champion vor und erklären seinen sportlichen Werdegang vom Kart über die Formel 3 in die DTM

Marco Wittmann hat nach acht von zehn Rennen der DTM-Saison 2014 den Fahrertitel in der DTM gewonnen - und damit den vorläufigen Höhepunkt seines rasanten Aufstiegs seit seinem Debüt 2013 erreicht. Mit 69 Punkten Vorsprung auf Christian Vietoris (HWA-Mercedes) liegt er vor den beiden abschließenden Läufen in Zandvoort und auf dem Hockenheimring uneinholbar an der Spitze des Gesamtklassements.

Im Alter von 24 Jahren und 294 Tagen ist Wittmann der jüngste DTM-Champion in Diensten von BMW und der jüngste Gesamtsieger aus Deutschland aller Zeiten. Vor ihm hatten für BMW bereits Volker Strycek (1984), Eric van de Poele (1987), Roberto Ravaglia (1989) und Bruno Spengler (2012) in der DTM triumphiert. Markenübergreifend ist er der drittjüngste DTM-Champion aller Zeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte der "neuen" DTM ab 2000 ist es einem Fahrer gelungen, bereits in seinem zweiten Jahr Champion zu werden.

"Es ist sehr schwierig, meine Gefühle zu beschreiben", sagte der RMG-BMW-Pilot nach dem Rennen auf dem Lausitzring. "Wenn man so viele Jahre im Motorsport ist und irgendwann sein großes Ziel erreicht, dann ist das unglaublich. Ich wollte es immer in die DTM schaffen. Jetzt bin ich der Champion. Das ist Emotion pur, denn man lässt viele Momente der Vergangenheit Revue passieren. All das fühlt sich großartig an."

Gelegentlich hilft Wittmann in der Werkstatt

Trotz seiner großen Erfolge steht Wittmann im Privatleben mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Als gelernter Karosseriebauer ist er, wann immer es seine Zeit erlaubt, neben seinen Starts in der DTM in der Kfz-Werkstatt seines Vaters in Fürth im Einsatz. "Mir war es sehr wichtig, ein zweites Standbein zu haben, falls es mit dem Motorsport irgendwann einmal nicht weitergehen sollte", sagt er über seine Ausbildung. "Und als Karosseriebauer zu arbeiten, hat mir eine Menge gebracht. Teamwork, Präzision und natürlich das technische Verständnis: All das ist auch im Motorsport wichtig."

Der 24-Jährige hat seine Jugend gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder im fränkischen Markt Erlbach verbracht. Obwohl Wittmann schon früh viel Zeit in den Motorsport investierte, schloss er die Mittlere Reife erfolgreich ab. Er hätte auch aufs Gymnasium gehen können, doch das ließ seine immer aufwändigere Karriere im Motorsport nicht zu.

Wittmanns Laufbahn war schon früh eng mit BMW verbunden. Mit dem Gewinn des DTM-Titels schließt sich für ihn nun ein Kreis: Nach Erfolgen im Kartsport hatte er in der deutschen Formel BMW seine ersten Schritte im Rennsport gemacht. Mit zwei Siegen und vier weiteren Podiumserfolgen belegte Wittmann 2007 den fünften Platz in der Gesamtwertung. Ein Jahr später ging es für ihn mit Platz zwei in der Formel BMW Europa noch weiter nach oben.

2011 fuhr Wittmann erstmals ein DTM-Auto

Anschließend kämpfte der schnelle Youngster drei Jahre lang in der Formel-3-Euroserie um Punkte und Siege, erreichte sowohl 2010 als auch 2011 jeweils den zweiten Gesamtrang und konnte bei den Formel-3-Klassikern wie in Macao und Zandvoort mit Podestplätzen überzeugen. Auch in dieser Zeit war der Kontakt zu BMW nie abgebrochen, und so überraschte es nicht, Wittmann am 14. Dezember 2011 erstmals als Nachwuchspilot am Steuer eines BMW-DTM-Rennwagens zu sehen. Bei den Tests in Monteblanco stellte er im M3 sein herausragendes Talent auf Anhieb unter Beweis.

Folgerichtig absolvierte er in der Saison 2012 ein abwechslungsreiches Einsatzprogramm für BMW. Wittmann startete im Z4 für BMW-Kundenteams bei diversen Rennen und trat bei den 24 Stunden auf der Nürburgring-Nordschleife an. Gleichzeitig war er als Test- und Entwicklungsfahrer in das BMW-DTM-Programm eingebunden, fuhr weitere Testkilometer und machte sich bei den Rennen aus nächster Nähe mit den Abläufen in der Serie vertraut.

Seine Leistungen waren derart überzeugend, dass Wittmann ein Stammcockpit für die DTM-Saison 2013 erhielt. Eine Pole-Position, zwei schnellste Rennrunden und der zweite Platz beim DTM-Lauf in Spielbergbescherten ihm in seinem Premierenjahr mit dem Team MTEK den Titel des besten Rookies.

2014: Eine Traumsaison für Wittmann

2014 setzte Wittmann seinen sportlichen Höhenflug fort. Ein Meilenstein auf seinem Weg zum Titelgewinn war der erste Triumph in seinem elften DTM-Rennen: Beim Saisonauftakt in Hockenheim überquerte er als Erster die Ziellinie und sorgte für den ersten Triumph des neuen M4 und seines Teams RMG sowie den 60. Erfolg von BMW in der DTM insgesamt. Es folgten drei weitere Siege - und der vorzeitige Gewinn des Fahrertitels auf dem Lausitzring.

Damit konnte Wittmann eine besondere Tradition fortsetzen: Wann immer BMW mit einem neuen Modell in der DTM angetreten ist, ging am Saisonende der Fahrertitel nach München. Nach Stryceks Erfolg 1984 mit dem 635 CSi war dies 1987 bei van de Poele und dem M3 genauso der Fall wie 2012 beim Triumph von Spengler mit dem M3. Nun bescherte Wittmann auch dem neuen M4 eine goldene Debütsaison.

Fotoquelle: xpbimages.com

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