Mike Rockenfeller ist die Startnummer 1 los: 2015 wieder in Le Mans an den Start?

DTM 2014

— 20.10.2014

Fahrerkader 2015: Kaum Veränderungen in Sicht

Bei Audi, BMW und Mercedes werden auch im kommenden Jahr viele bekannte Gesichter in den Autos sitzen: Wohin führt der Weg von Pascal Wehrlein?

Die DTM-Saison 2014 ist seit dem vergangenen Sonntag abgeschlossen. Nach dem Finale in Hockenheim ziehen Organisatoren, Hersteller und auch die einzelnen Piloten eine Bilanz des Jahres. Ein Eindruck aus diesem Jahr bleibt definitiv haften: Die Youngster mischen die Szene auf. Marco Wittmann ist neuer Champion, Pascal Wehrlein, Robert Wickens, Christian Vietoris und Maxime Martin trugen sich ebenfalls in die Siegerliste ein.

"Es hat ein Generationswechsel in der DTM stattgefunden", meint 'ARD'-Experte Norbert Haug. Allerdings dürfe man die "alten Hasen" längst nicht abschreiben, sind sich Haug und alle Verantwortlichen in der Szene einig. Die beiden Siege von Mattias Ekström zum Abschluss der diesjährigen Saison waren ein deutliches Signal. Die Jungen begehren auf, aber die Alten stecken noch längst nicht zurück. Keiner der großen Stars und früheren Titelträger wird so schnell in die Rente geschickt.

Vor allem im Lager von Audi darf man zur kommenden Saison wohl keine Veränderungen im Fahrerkader erwarten. Das Gemisch aus jung und alt stimmt, das notwendige Potenzial für Rennsiege haben alle RS5-Piloten gezeigt. "Wir werden sicherlich nicht unseren gesamten Kader umbauen. Wir haben von allen Fahrern die einen oder anderen Highlights gesehen", bilanziert Audi-DTM-Leiter Dieter Gass nach dem Gewinn der Herstellerwertung.

"Wir werden sicherlich mit der überwiegenden Mehrheit der Fahrer weitermachen, die wir dieses Jahr für Audi am Start gesehen haben. Da sind wir gut aufgestellt. Es gibt keinen Grund für großartige Veränderungen", so Gass. Der einzige mögliche Wackelkandidat könnte Mike Rockenfeller sein. Der Champion von 2013 hat nie einen Hehl aus seiner Liebe zu Le Mans und der Langstreckenszene gemacht. Womöglich ist 2015 die Zeit für eine Rückkehr in das LMP1-Auto von Audi reif.

Mercedes: Wehrleins Weg bestimmt möglichen Handlungsbedarf

Auch im Lager von Mercedes zeichnen sich - wenn überhaupt - nur wenige Veränderungen in der Aufstellung ab. "Bei uns lag es nicht an den Fahrern. Wir haben den Piloten kein Auto hingestellt, mit dem man die Meisterschaft gewinnen kann. Ich mache den Fahrern überhaupt keinen Vorwurf. Wir müssen uns selbst an die Nase fassen", stellt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff klar. "Ich bin für Stabilität." Gary Paffett, der mit nur fünf Zählern auf Platz 22 der Gesamtwertung landete, wurde bereits für 2015 bestätigt.

Noch schlechter als der britische Ex-DTM-Champion war einzig Witali Petrow, der in Diensten von Mücke keinen einzigen Zähler einfahren konnte. Der Russe dürfte seinen Platz dennoch behalten - immerhin ist auch für das kommende Jahr ein Rennen in Russland geplant. Daniel Juncadella zeigte in der zweiten Saisonhälfte eine deutlich ansteigende Form, Paul di Resta hat in den vergangenen Wochen seinen Spaß an der DTM wiederentdeckt.

Die große Frage bei den Stuttgartern ist, welche Pläne man mit Youngster Pascal Wehrlein hat. Der dominante Sieger des Laufes in der Lausitz ist mittlerweile in das Formel-1-Programm von Mercedes eingebunden, er soll als Frontmann des neuen Juniorenprgrammes fungieren. "Im Moment bringt er in der DTM solche Spitzenleistungen, dass ich ihn nur ungern verlieren oder seine Aufmerksamkeit ablenken wollen würde", deutet Wolff einen Verbleib seines schnellen Nachwuchsmannes an.

Bei Mercedes dürfte sich demnach offenbar nur dann etwas tun, wenn man zur kommenden Saison endlich wieder ein achtes Auto einsetzt. Wer den dann freien Platz im Cockpit einnehmen darf, ist derzeit noch unklar. Sollte sich für Formel-3-Europameister Esteban Ocon oder Vizechampion Felix Rosenqvist keine Tür zur Formel 1 öffnen, dann zählen diese beiden Youngster sicherlich zu den Kandidaten für die DTM. Beide waren in der Saison 2014 mit Mercedes-Antrieben in der Formel 3 unterwegs.

BMW: Wittmann, Glock und Co. machen auch 2015 weiter

Bei BMW deuten sich zwei Veränderungen an. Champion Marco Wittmann wurde von den Münchenern langfristig gebunden, auch Timo Glock wird 2015 erneut in der DTM antreten. Als sicher gilt ebenfalls ein Verbleib von Bruno Spengler und Augusto Farfus. Youngster Maxime Martin hat sich nicht nur mit seinem Sieg in Moskau für weitere Fahrten im M4 empfohlen, Ex-Champion Martin Tomczyk erlebte in der zweiten Saisonhälfte einen beeindruckenden Aufschwung.

Die Wackelkandidaten im BMW-Kader heißen Joey Hand und Antonio Felix da Costa. Der Amerikaner konnte sich auch in diesem Jahr nicht durchsetzen, obwohl er sich 2014 komplett auf sein Engagement in der DTM konzentrierte. Eine Rückkehr in das GT-Programm in Nordamerika gilt als wahrscheinlich, auch wenn die dortigen BMW-Strukturen derzeit auf dem Prüfstand stehen. "Wir müssen uns anschauen, welche Programme wir im kommenden Jahr haben und welches dann die passenden Fahrer sind", sagt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt.

Als Ersatz für den eventuell abwandernden Hand steht BMW-Youngster Jens Klingmann schon parat. Und wie geht es mit Felix da Costa weiter? "Ich würde gern weitermachen. Ob das aber so sein wird, da muss man Jens fragen", erklärt der Portugiese. Der Youngster hat beim Saisonfinale immerhin noch einmal Punkte holen können und sein Tal somit vielleicht durchschritten. Außerdem wird der 23-Jährige nach wie vor von Red Bull unterstützt, was für eine weitere Saison in der DTM ein wichtiges Argument sein dürfte. Allerdings spricht Marquardt auch vor diesem Winter von einer "Wundertüte", sich sich öffnen könnte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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