Bei Mercedes geht es in finanzieller Hinsicht sehr schwäbisch zu

DTM 2014

— 22.10.2014

Mercedes kämpft: Sparkurs statt "Wunder-Wuzzi"

Sportchef Wolff bestreitet, Leistung zurückzuhalten, um Zugeständnisse bei der Entwicklung nicht ad absurdum zu führen - Formel 1 kann kein Vorbild sein

Die Weiterentwicklung von Gnaden der Konkurrenz war Mercedes' Kapital, um die DTM-Saison 2014 zu einem einigermaßen versöhnlichen Ende zu führen. Am Lausitzring sah es beim Sieg Pascal Wehrleins sogar so aus, als wären die Zugeständnisse an die Stuttgarter so groß gewesen, dass Audi und BMW ihre Vormachtstellung eingebüßt hätten. Toto Wolff bremst die Euphorie: "Die Gefahr ist nicht groß, dass wir mit einem riesigen Vorsprung in das kommende Jahr starten", sagt der Sportchef.

Er sieht die drei Marken dank des "neuen" C-Klasse-Coupé etwa auf Augenhöhe: "Ich glaube, wir haben den Rückstand vom Saisonstart zum Großteil aufgeholt und das Feld zusammengeführt. Wir haben einen Schritt gemacht, sind aber auf keinen Fall weiter als die anderen", so Wolff weiter. Das ist auch eine diplomatische Aussage. Um es sinnbildlich auszudrücken: Mercedes wird kaum den Anschein erwecken wollen, die ganze Hand zu nehmen, wenn die Gegner den kleinen Finger reichen.

In diesem Bestreben so weit zu gehen, Leistung zurückzuhalten, hält der Österreicher für übertrieben. Zu wichtig seien Siege für die Marke. So war das Saisonfinale in Hockenheim, bei dem Paul di Resta als bester Stern den vierten Rang einfuhr, seiner Aussage zufolge ein Spiegelbild realer Machtverhältnisse. "Nehmen wir an, wir hätten die ersten drei Plätze belegt. Dann hätten alle geschrien. Aber was hätte es geändert?", fragt sich Wolff und denkt an das Rennen auf dem Eurospeedway: "Wir hätten gesagt, dass es streckenspezifisch sei."

Nur beim HWA-Personal wird nicht gespart

Für Mercedes heißt es im Winter schuften, schuften, schuften. Das Auto will verstanden werden, bei Audi und bei BMW werden die Ingenieure aus dem RS5 und dem M4 ebenfalls alles herauskitzeln. Mehr Möglichkeiten, die Autos auf die Strecke zu bringen, sind für denjenigen, der sich im Rückstand befindet, immer hilfreich, jedoch nicht in Wolffs Interesse: "Uns dürfen in der DTM nicht die Kosten davonrennen", mahnt er. "Wir müssen versuchen, die wenigen Testtage möglichst gut zu nutzen."

Sich in der Welt von Bist und Bytes eine (teure) Alternative zu suchen, kommt ebenfalls nicht infrage: "Es darf nicht sein, dass wir in der DTM die Simulation auf die Spitze treiben. Dann haben wir nämlich das, was in der Formel 1 passiert ist. Da müssen wir vorsichtig sein", warnt Wolff. Geld für fünf bis zehn neue HWA-Mitarbeiter war im Laufe der Saison übrig, um sich der Aufholjagd anzunehmen. "Dieser Prozess läuft noch. Gute Leute sind meistens nicht sofort verfügbar", verweist der Sportchef auf branchenübliche Sperrfristen.

Michael Wilson steht an vorderster Front einer umfassenderen Entwicklung, die Wolff aber nicht als ein Nacheifern der Silberpfeile verstanden wissen will: "Wir sind gut aufgestellt - ohne jetzt hier Formel 1 zu spielen. Das wäre nicht Sinn das Sache." Teamwork statt Superstars lautet das Credo, welches Mercedes in der Königsklasse aus der Versenkung an die Spitze geführt hat: "Dort gibt es auch keinen 'Wunder-Wuzzi', sondern viele gute Leute", vergleicht Wolff. Und ein paar Euro mehr sind auch kein Hindernis: "Das Budget wurde angepasst", deutet er an.

Fotoquelle: xpbimages.com

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