DTM am Hockenheimring — 26.04.2010
Reifenfrust bei Audi
Nach dem DTM-Auftakt am Hockenheimring feiert man bei Mercedes den Vierfach-Sieg und sucht bei Audi nach den Ursachen für die Reifenschäden. Derweil steht BMW offenbar vorm DTM-Comeback.
Ein Sieg beim ersten Rennen – diesem Gefühl ist Mercedes seit vier Jahren hinterher gefahren. Zuletzt Mister DTM, Bernd Schneider, im Jahr 2006 den Sieg beim Saisonauftakt der DTM auf dem Hockenheimring eingefahren. Und nun gleich ein Vierfach-Triumph. Beim ersten Rennen 2010 siegte der 29-jährige Brite Gary Paffett vor seinen Markenkollegen Bruno Spengler (CAN, 26), Jamie Green (GB, 27) als bestem Fahrer eines Autos des Jahrgangs 2008 und dem Schotten Paul di Resta (24). Gary Paffet mit der besten Trainingsbestzeit und Startplatz eins, sowie Bruno Spengler mit der schnellsten Rennrunde (1.33,855 Min.) machten de Mercedes-Triumph zum Saisonauftakt perfekt. Kein Wunder, dass Gary Paffett, der im vergangenen Jahr den Titel im Duell mit Audi-Pilot Timo Scheider knapp verpasst hatte, im Ziel strahlte: "Es ist unglaublich, erst Pole und dann der Rennsieg. Ein perfektes Wochenende für Mercedes Benz und für mich."
Rückkehr von BMW in die DTM 2011?
Champion: 1984 gewann Volker Strycek im BMW 635 CSi die Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft, Vorläufer der DTM.
Mehr noch als über den Erfolg von Mercedes wurde in Hockenheim aber über eine Marke gesprochen, die auf der Rennstrecke gar nicht dabei war. Noch nicht. Dass BMW im kommenden Jahr in die DTM zurück kehrt, gilt mittlerweile als offenes Geheimnis. Noch in dieser Woche, so hat AUTO BILD MOTORTSPORT aus dem engsten DTM-Umfeld erfahren, will der bayerische Motorenbauer sein DTM-Comeback verkünden. Erstmals seit dem Rückzug von
Opel am Ende der Saison 2004, würde die DTM im Jahr 2011 dann wieder mit drei Herstellern an den Start gehen.
BMW DTM-Bilanz: 3 Meister, 50 Rensiege
Für BMW wäre es eine Rückkehr in die Rennserie, die lange Jahre die sportliche Heimat der Bayern war. Als die DTM-Vorgängerserie Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft 1984 ihr Debüt gab, war am Ende Volker Strycek mit einem BMW 635 CSi Meister. Jener Strycek, den die meisten DTM-Fans als Sportchef von Opel in Erinnerung haben. Bis zu ihrem DTM-Abschied 1992 stellte BMW mit 1987 Eric van de Poele und 1989 Roberto Ravaglia zwei weitere Meister. Mit bisher 50 Rennsiegen liegt die Marke in der ewigen DTM-Bestenliste hinter Mercedes (153) und
Audi (52) auf Rang drei. BMW-Fahrer Johnny Cecotto brachte es auf 14 Siege.
Pleiten und Pannen bei Audi
Ein Wochenenende voller Pleiten Pech und Pannen erlebte Audi beim Saisonstart 2010. Mike Rockenfeller (26) war im 2008er
Audi A4 bester Ingolstädter. "Dieses Ergebnis ist eine Riesenklatsche", brachte es Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich auf den Punkt. Feindberührung (Jarvis), Reifenschäden (zweimal Tomczyk, je einmal Premat und Ekström), sowie ein taktischer Fehler (zu früher erster Pflichtboxenstopp von Ekström) verhinderten ein besseres Ergebnis von Audi. Vor allem die Reifenschäden sorgten nach dem Rennen für Gesprächsstoff. Erste Mutmaßungen, dass Audi beim Setup es in Sachen Sturz und Luftdruck übertrieben haben könnte, dementiert Dr. Ulrich. "Die Reifenschäden im Rennen haben uns wirklich überrascht, gerade bei Martin Tomczyk, der im Warm-up einen sehr guten Longrun hatte. An seinem Auto haben wir für das Rennen sogar noch den Sturz reduziert und den Luftdruck erhöht, sind also auf Nummer sicher gegangen."
Audi bei der Fehleranalyse
Bester Audi: Mike Rockenfeller fuhr beim DTM-Auftakt 2010 auf den fünften Platz, war damit bester Fahrer in einem Audi A4 DTM.
Allerdings durften bei den DTM-Autos trotz des allgemeinen Entwicklungsverbots bis zum Saisonauftakt 2010 an der Feder-Dämpfereinheit gebaut werden. Da alle defekten Reifen (alle Schäden passierten hinten links) ein nahezu identisches Schadensmuster aufwiesen, scheint eine einheitliche Ursache wahrscheinlich. Möglicherweise sind die Audi in der ersten schnellen Rechtskurve am Ende der Start und Zielgerade komplett eingefedert. Berührt das Auto dann links den Kerb, liegt die gesamte Federlast für einen Moment auf den Reifen. So könnte die Karkasse im Reifen beschädigt worden sein. In diesem Fall würden sich Blasen bilden und bei fortgesetzter Belastung der Reifen eben platzen. Dass dies nur einigen, aber nicht allen Fahrer so erging, kann an der unterschiedlichen Linienwahl der Audi-Fahrer gelegen haben. Audi wollte die Reifenschäden erst ausführlich analysieren. Dr. Wolfgang Ullrich: "Wir hatten heute an einigen Autos Reifenprobleme, an anderen aber nicht – obwohl alle mit einer sehr ähnlichen Abstimmung gefahren sind. Das müssen wir erst verstehen und bis zum nächsten Rennen lösen. Es gibt viel Arbeit bis Valencia – trotz eingefrorener Technik."
Kommentare zum Artikel (5)
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Wenn bei allen Audis das Reifenproblem hinten links auftrat, klingt das für mich schon nach Sturz. Vielleicht senkt sich der Dämpfer auch zu sehr ein?
Und mehr Fahrzeuge in der DTM wäre wirklich schön.
Es reicht nicht, wie blöd vorne wegzufahren, um den Bock nach wenigen Runden abzustellen. Mercedes ist das Auto, das für Longruns besser geeignet ist, weil die C-Klasse besser mit den Reifen umgeht.
Beim Anblick des alten 635 CSI befällt mich Wehmut. Was war das mal eine geile Rennserie mit vielen Herstellern auf hohem Niveau. Und heute.... 2 Firmen mit grottenhäßlichen Plastebombern rasen um die Wette .... und mit viel Glück wirds mal spannend. Warum können sich nicht alle mal auf die gängige und _weltweit_ vertretene 2 Liter Tourenwagen klasse einigen ? Oder auf einen besser motorisierten Kompromiss ?
.... und... DTM mal wieder auf der Nordschleife.... naja... das wird wohl weiterhin nix werden :-(
Hättest du das Rennen gesehn würdest du nicht so blöd daher"schreiben" -.-
Audi lag in Führung und hat diese durch den Reifenplatzer verlohren und wenn man die Pace anschaut, die Eckström hatte, hätte er ohne den ärgerlichen Fehler auch locker auf Podium fahren, wenn nicht sogar gewinnen können!!
Audi hääte nicht alle in Grund und Boden gefahren, das Endresultat würde nur anders aussehen, wenn 2 Audis unter den ersten 4 gelandet wäre und nicht nur Mercedes! Außerdem heult hier niemand rum, sondern es wurde nur festgestellt, dass Audi große Reifenprobleme hatte. So what is dein Problem??
Jetzt sind es die Reifen .Heul, heul. Audi hatte offenbar schon die Anzeigen für die Verkündiung des Sieges bestellt und jetzt wird nichts daraus wegen der verdammten Reifen.
Ohne die Reifen hätte Audi alles in Grund und Boden gefahren, oder nicht?