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DTM: Audi-Doppelsieg in Ungarn

— 18.06.2017

Rast feiert ersten DTM-Sieg

Unglaublich: Rookie René Rast übernimmt mit seinem ersten DTM-Sieg im ABMS-Audi auch die Gesamtführung. Audi dominiert den Ungarn-Sonntag.

René Rast hat den sechsten Lauf im Deutschen Tourenwagen Masters in Budapest gewonnen und Audi ein zunächst noch unglücklich verlaufenes Wochenende gerettet. Der DTM-Neuling aus Minden setzte sich am Sonntag auf dem Hungaroring vor seinem Markenkollegen und zweifachen DTM-Champion Matthias Ekström sowie dem belgischen BMW-Fahrer Maxime Martin durch. Mit seinem ersten DTM-Erfolg übernahm Rast mit nun 70 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung vom Mercedes-Rivalen Lucas Auer (69) aus Österreich, der am Sonntag nach einem verpatzten Boxenstopp ausfiel und somit auch im zweiten Rennen des Wochenendes ohne Zähler blieb.
"Auf diesen Moment habe ich so lange gewartet, wir haben es auch verdient", sagte der nach Erfahrungen in anderen Rennserien erst mit 30 Jahren in die DTM eingestiegene Rast in der ARD. Es sei aber noch etwas früh, um über den Titel zu reden. "Man muss von Rennen zu Rennen schauen, die Meisterschaft ist für mich keine Thema."
Den aktuellen Gesamtstand gibt es hier im Überblick.

Stolzer Sieger: ABMS-Pilot René Rast mit Pokal

Insgesamt lagen vier Audi-Piloten auf den ersten fünf Plätzen. Erst auf Rang sechs kam mit dem Schotten Paul Di Resta der beste Mercedes-Vertreter, der im Rennen am Samstag vor dem früheren Formel-1-Piloten Timo Glock und Bruno Spengler aus Kanada jeweils im BMW triumphiert hatte. In der Fahrer-Wertung liegen einschließlich dem Engländer Jamie Green und Ekström nun drei Audis auf den ersten vier Rängen. Titelverteidiger Marco Wittmann aus Fürth im BMW fiel dagegen im zweiten Rennen aus und hat bisher erst 24 Punkte gesammelt. BMW wartet damit weiter auf den ersten Saisonsieg.

AUTO-BILD-MOTORSPORT-Pilot Rast war hingegen klar der Mann des Wochenendes, stand in beiden Rennen auf der Pole - und sicherte, nach seinem Safety-Car-Pech vom Vortag, die Führung am Sonntag zunächst mit einem Blitzstart ab. Zwar zog Mercedes-Fahrer Maro Engel aus München zwischenzeitlich an ihm vorbei, weil er als letzter die Reifen wechselte. Als zur Rennmitte jedoch alle in der Box gewesen waren, übernahm Ekström vor Rast die Führung. Doch fünf Minuten vor dem Ende konterte Rast auf frischeren Reifen als Ekström und durfte anschließend ausgelassen jubeln.

Die Stimmen der Top-3:

René Rast (Audi): "Ich habe gar nicht daran gedacht, dass ich mit dem Sieg auch die Tabellenspitze übernehme. Das wurde mir eben erst gesagt und ist ein schöner Nebeneffekt. Allgemein war es aber einfach nur ein unglaubliches Wochenende mit zwei Poles und jetzt dem Sieg. Daran hätte ich vor der Saison im Leben nicht gedacht. Ich bin einfach nur mega happy. Mattias hat schon in Runde eins gestoppt, seine Reifen waren also lange drauf und ich habe gesehen, dass er anfängt damit zu straucheln. Ich hatte noch mehr Performance übrig und konnte auf Start-Ziel mit DRS überholen. Es war hart, aber fair - so macht Rennfahren auch unter Teamkollegen Spaß. Aber ich wusste natürlich nicht, ob das Manöver gut ausgehen wird. Eki hat sich natürlich verteidigt, da ging der Puls schon hoch bei mir und ich habe gehofft, dass alles glatt geht. Am Ende war es dann ein super Überholmanöver zum Sieg."

Schon am Rennstart behielt Rast die Nase vorne

Mattias Ekström (Audi): "Wenn man so früh den Boxenstopp macht und dadurch vorkommt, weiß man, dass die Chancen groß sind auf den Sieg. Aber der Reifenverschleiß war dann größer als erwartet. Ich habe gemerkt, dass René nur darauf gewartet hat, bis meine Reifen eingehen. Dann hatte ich stumpfe Waffen. Mein Start war nicht gut heute, deshalb muss ich nach der ersten Runde definitiv zufrieden sein mit P2. Insgesamt habe ich an diesem Wochenende gut in meinen Rhythmus gefunden, habe im Quali zweimal P3 geholt und das Rennen zweimal angeführt, auch wenn es mit dem Sieg nicht ganz geklappt hat."

Maxime Martin (BMW): "Wenn man als Letzter losfährt und aufs Podium kommt, ist es immer Wahnsinn. Unser früher Stopp war richtig, danach konnte ich pushen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut geht - das hat wirklich niemand erwartet von da hinten. Aber man braucht auch die Pace und das Auto für das ganze Rennen, um es umzusetzen. Unterm Strich hat es noch besser funktioniert als erwartet und war nach allem, was gestern passiert ist, eine gute Antwort an alle."

Ergebnis nach 35 Runden (à 4,381 km/153,335 km), 18.6.2017:

1. René Rast (Minden) - Audi RS 5 DTM 58:01,592 Min.
2. Mattias Ekström (Schweden) - Audi RS 5 DTM +1,041 Sek.
3. Maxime Martin (Belgien) - BMW M4 DTM +1,506
4. Nico Müller (Schweiz) - Audi RS 5 DTM +1,861
5. Jamie Green (Großbritannien) - Audi RS 5 DTM +5,772
6. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +7,884
7. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +8,694
8. Robert Wickens (Kanada) - Merced.-AMG C63 DTM +11,999
9. Gary Paffett (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +12,653
10. Mike Rockenfeller (Landschlacht/Schweiz) - Audi RS 5 DTM +13,159

Ausgefallen: Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM (24. Rd.)

So lief das Qualifying:

Am Samstag wurde René Rast vom Safety-Car um die Chance auf seinen ersten DTM-Sieg gebracht. Damit will sich der ABMS-Pilot ganz offensichtlich nicht zufrieden geben: Denn der Rookie wiederholte seine Pole vom Samstag einfach auch am Sonntag und startet als Erster in den zweiten Lauf (15:18 Uhr - live in der ARD)!

Rast überglücklich: „Es wäre schön, wenn es diesmal klappt. Die Ausgangslage ist jetzt aber eine andere als gestern, weil auch noch ein BMW dazwischen ist - das wird nicht einfacher.“ Sein Pech vom Vortag hat Rast schon weggesteckt. „Das Safety-Car hat uns gestern etwas geärgert, nun hoffe ich einfach, dass es heute besser wird. Ich denke aber, unser Auto sollte auf die Distanz immer noch besser sein als Mercedes und BMW.“

Wie am Samstag: René Rast durfte wieder jubeln

Erster Rast-Verfolger ist BMW-Pilot Marco Wittmann. Der amtierende Meister musste sich dem Pole-Setter nur um 0,063 Sekunden geschlagen geben. Hinter Wittmann zeigte sich, mit gleich vier Fahrzeugen der Ingolstädter, einmal mehr die Stärke Audis auf dem Hungaroring. Mattias Ekström startet als Dritter vor Nico Müller und Mike Rockenfeller.

Für Spannung ist auch dahinter gesorgt: Denn die beiden Führenden in der Meisterschaft starten direkt nebeneinander. Verfolger Jamie Green geht von Position sechs aus ins Rennen, Spitzenreiter Lucas Auer als Siebter - der Österreicher war einmal mehr bester Mercedes-Fahrer. In der Gesamtwertung liegt Auer 14 Zähler vor Green, der am Samstag in Ungarn noch nachträglich disqualifiziert worden war.

Ergebnis - Qualifying, 18.6.2017:

1. René Rast (Minden) - Audi RS 5 DTM 1:34,740 Min.
2. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 DTM +0,063 Sek.
3. Mattias Ekström (Schweden) - Audi RS 5 DTM +0,156
4. Nico Müller (Schweiz) - Audi RS 5 DTM +0,191
5. Mike Rockenfeller (Landschlacht/Schweiz) - Audi RS 5 DTM +0,278
6. Jamie Green (Großbritannien) - Audi RS 5 DTM +0,310
7. Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM +0,369
8. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +0,496
9. Augusto Farfus (Brasilien) - BMW M4 DTM +0,506
10. Tom Blomqvist (Großbritannien) - BMW M4 DTM +0,542

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / DTM

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