DTM: Die heftigsten Unfälle

DTM: Audi in der Krise

Darum fährt Audi hinterher

Letztes Jahr hat Audi noch die letzten Rennen dominiert, jetzt fahren sie hinterher. Das sind die Gründe.
Einen Vorteil verlieren ist die eine Sache. Dass aus einem Vorteil aber sogar ein Nachteil wird; damit hat auch Audi nicht gerechnet. In Ingolstadt herrscht vor dem dritten Rennwochenende in Budapest (1. bis 3. Juni) Ratlosigkeit: Wie findet man zu alter Stärke zurück? Denn führende Kraft ist der Titelverteidiger nicht mehr. Im Gegenteil: Zuletzt auf dem Lausitzring langte es nur zu 13 mageren Punkten. Das Kräfteverhältnis nach vier von 20 Rennen in Zählern: Mercedes 212, BMW 164 und Audi 52.
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Schlimmer aber: Es ist keine Besserung in Sicht, im Durchschnitt hat man rund fünf Zehntelsekunden Rückstand auf die Spitze. „Eine halbe Sekunde ist auf dem Papier nicht viel, aber in der DTM ist das eine Welt“, sagt Audi-Sportchef Dieter Gass (55) zu AUTO BILD MOTORSPORT. Ein Grund für den Absturz: 2017 hatten die Ingolstädter die Konkurrenz dank cleverer Fahrwerkseinstellungen und der besten Aerodynamik im Griff. Das neue Reglement mit Einheitsfahrwerk und -Aero hat den überlegenen RS 5 aber nicht nur eingebremst. Mercedes und BMW haben Audi überholt. Der RS 5 fährt hinterher.

DTM-Meister Rast liegt auf dem 13. Platz

„Während alle anderen 30 Prozent Abtrieb verloren haben, sind es bei uns 50“, konstatierte Mattias Ekström an seinem Abschiedswochenende in Hockenheim. Ein weiterer Nachteil ist der Antrieb. „Im Grunde erfährt man jetzt, wer den besten Motor hat“, verrät Ekström. Und da soll BMW aufgrund des Einstiegs 2012 und den dadurch noch „frischeren“ 4-l-V8-Sauger einen Vorteil haben. 
Einzige Rettung bei den vielen Einheitsbauteilen und dem eingefrorenen Reglement: die Setup-Philosophie ändern. Also Parameter wie Steifigkeit, Fahrhöhe, Flügeleinstellung oder Luftdruck. Zwischendurch gab es dann auch Ausreißer nach oben wie bei Jamie Green, der in der Lausitz von Startplatz 16 auf Rang sechs fuhr. Doch das sind Einzelfälle, mehr Zufall als eigene Stärke.

DTM: Die heftigsten Unfälle

Und fehlt das Glück, kommt auch noch Pech dazu: Auf dem Lausitzring fielen im ersten Rennen vier von sechs Autos nach Unfällen aus. Zumindest René Rast kam bei seinem Horrorcrash mit dem Schrecken davon. Er kann in Budapest wieder an den Start gehen. Das Monocoque des Audis RS 5 ist dasselbe. Es blieb beim Überschlag unbeschädigt. „Alles andere wurde komplett neu dran geschraubt. Kein Kabelbinder ist drin geblieben. Selbst das Lenkrad, die Pedale, die Gurte, alles wurde getauscht. Auch der Motor“, erklärt Rast.
Auch er ist ratlos: „Wir analysieren im Moment, woran es liegt. Wir sind immer noch nicht ganz sicher, woran wir schrauben müssen und an welchen Komponenten es liegt. Es ist ein bisschen wie Fischen im Trüben im Moment", sagte der amtierende Meister. Seine vorsichtig-optimistische Prognose für Budapest, wo Audi traditionell immer sehr stark war: "Ich denke schon, dass wir besser werden, aber natürlich kann man nicht sagen, wann wir konkurrenzfähig sein werden.“ 2017 holte Audi in Budapest es einen Doppelsieg, 2016 sogar einen Doppel- und Sechsfachsieg. Davon sind die Ingolstädter im Moment aber weit entfernt.

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Hersteller

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