DTM: Die Audi-Designs für 2018

DTM: Audi setzt Berger unter Druck

Wo bleiben Opel und Co.?

DTM-Boss Gerhard Berger sucht nach einem neuen Hersteller. Noch hat er keinen Mercedes-Nachfolger gefunden, doch die Zeit wird knapp.
Der Druck auf DTM-Chef Gerhard Berger steigt, die Uhr tickt: Der Österreicher sucht händeringend nach einem Mercedes-Nachfolger, hat aber noch keinen neuen Hersteller gefunden. Bislang war klar: Es kann nach dem Ausstieg von Mercedes im kommenden Jahr ein Übergangsjahr allein mit Audi und BMW geben.
Allerdings ist das weder die favorisierte Lösung, noch eine mittelfristige. Klar ist dabei auch: Es muss noch in diesem Jahr eine Perspektive her. Heißt: Mindestens ein Hersteller muss eine definitive Zusage für einen Einstieg ab 2020 abgeben, damit Audi und BMW an Bord bleiben. 
„Natürlich wollen sie auch Planungssicherheit haben – die brauchen wir alle, das ist mir bewusst“, sagt Berger AUTO BILD MOTORSPORT. Bergers Problem: Diese Zusage muss bereits Mitte des Jahres vorliegen, wie Audi-Motorsportchef Dieter Gass im Kicker bestätigte. 

Gerhard Berger wird von Audi unter Druck gesetzt

Warum so früh? „Weil wir mit dem Umstieg auf den Vierzylinder-Motor ab 2019 vor einer ziemlich großen Umstellung stehen. Die Arbeiten an diesem Motor laufen schon seit geraumer Zeit auf Hochtouren, und ab Mitte des Jahres muss man die Planung der Folgesaison spätestens beginnen“, so Gass.Gass weiter: „Um letztlich das dafür nötige Geld auch tatsächlich in die Hand zu nehmen, braucht es eine Planungssicherheit. Und wer neu einsteigen möchte, muss sich zu dieser Zeit ohnehin schon entschlossen haben – für den gilt die Deadline noch stärker als für uns."
Einen ähnlichen Zeitplan hatte auch BMW beim Comeback 2012 verfolgt: „Wenn ein komplett neuer Hersteller kommen würde, müsste er jetzt die Entscheidung treffen, 2019 entwickeln und testen, um ab 2020 dabei zu sein. So war auch unser Zeitplan von der Entscheidung für die DTM 2010 in Hockenheim über das Entwicklungsjahr 2011 bis zum Einstieg 2012“, bestätigt BMW-Boss Jens Marquardt.
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Es ist eine Deadline, die den Druck auf Berger noch einmal erhöht. Der Österreicher in ABMS: „Ich arbeite daran. Wo ein neuer Hersteller letztlich herkommt, ist egal. Aber viele Marketingabteilungen tun sich schwer, in Zukunft noch Verbrennungsmotoren im Rennsport zu vermarkten. Sie wollen Elektromotoren.“ Doch Berger trommelt unermüdlich für „seine“ DTM. „Ich bin überzeugt, die Fans sehen das anders. Und am Ende ist der Fan der Autokäufer, den es zu gewinnen gilt. Das funktioniert aber nur, wenn man ihn auch begeistert. Mit der Formel E ist es ungleich schwerer, Emotionen zu erzeugen. Mit der DTM geht das aber sehr wohl.“

Audi-Motorsportchef Dieter Gass

Ein Argument, das Opel locken könnte. Allein: Das Comeback ist zwar nicht ausgeschlossen, aber nicht kurzfristig machbar. Bei Opel hat zunächst einmal das Überleben Priorität, wie PSA-Geschäftsführer Carlos Tavares zuletzt erklärte. „Ich will nicht, dass der Fokus verloren geht. Opel wird, wie andere Marken der PSA-Gruppe auch, die Möglichkeit auf ein Motorsportprogramm haben, sobald wir im Unternehmen die Wende geschafft haben. Dann können wir uns nochmal darüber unterhalten.“ Das wird aber wohl erst 2019 oder 2020 der Fall sein.
Das gilt auch für Japan. Das Gerüst für die Kooperation mit der Super GT, das sogenannte Class-One-Reglement mit dem Vierzylinder-Turbomotor, steht. Aber: Mehr als zwei gemeinsame Events mit Nissan, Lexus und Honda sind für 2019 nicht geplant. 
Ein möglicher Rettungsanker sind deshalb Privatteams. „Jeder Hersteller ist bereit, das Material zu den entstandenen Kosten an ein Team abzugeben, und zwar das aktuelle Material. Wenn sich ein Team dafür entscheidet, dann kann es auf Anhieb konkurrenzfähig sein“, so Berger. Ein möglicher Clou: Das aktuelle Mercedes-Werksteam HWA macht weiter. Mercedes hätte mit dem Projekt nichts zu tun und würde praktisch nur die Silhouetten zur Verfügung stellen.
Ob Ex-DTM-Chef Hans Werner Aufrecht dazu bereit ist, die Tourenwagenserie zu retten, ist aber eine große Frage. Von den Kosten einmal ganz abgesehen, HWA müsste Sponsoren finden oder aber einen anderen Hersteller, der mit dem Traditionsteam zusammenarbeitet. Oder aber Berger zaubert noch etwas ganz anderes aus dem Hut. Zuzutrauen wäre es ihm.

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Hersteller

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