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DTM: Audi-Showdown im Finale

Ekström: „Es wird ein wildes Rennen“

Ein Audi-Quartett macht den DTM-Meister 2017 in Hockenheim unter sich aus. Auf dem Papier hat ABMS-Pilot René Rast dabei leichte Vorteile.
Nein, gut schlafen wird René Rast definitiv nicht. Das konnte er bereits in der vergangenen Nacht nicht. Was aber nicht unbedingt am Titel-Lampenfieber lag. Sondern an nächtlichen Ruhestörern. „Drei, vier Betrunkene haben um 3.30 Uhr auf dem Flur rumgeschrien“, verriet der ABMS-Pilot, der sowieso mit wenig Schlaf auskommt. „Zwischen drei und fünf Stunden schlafe ich vor den Rennen.“ Komplett ausgeschlafen wird er also nicht in den Titel-Showdown am Sonntag gehen, wenn gleich vier Audi-Fahrer den Meister unter sich ausmachen.

Ohne Strafe: René Rast hat plötzlich einen Vorteil

Und es wird enger und enger: 20 Punkte trennt das Quartett, vorne ist weiter Mattias Ekström (172 Punkte), neun Zähler vor Jamie Green, 13 vor Rast und 20 vor Mike Rockenfeller. Für Rast ist klar: „Die Ausgangslage hat sich verbessert.“ Denn: „Dadurch, dass die beiden Strafen aufgebrummt bekamen, ist jetzt alles offen. Fünf und zehn Plätze zurück - das ist schon ne Nummer. Das muss man erstmal aufholen“, sagte Rast nach seinem sechsten Platz im vorletzten Saisonrennen. Ekström ging am Samstag als Elfter leer aus, außerdem wird er am Sonntag nach seiner dritten Verwarnung um fünf Startplätze zurückversetzt. „Über das Unglück anderer freue ich mich generell nicht. Auch wenn es zu einer besseren Ausgangslage für mich führt. Wir müssen jetzt vor allem daran arbeiten, dass wir schneller im Rennen sind“, sagte Rast.
Vor ihm liegt noch Green, doch der Routinier wurde sogar zum fünften Mal verwarnt und wird um zehn Plätze zurückversetzt. Green hatte wie Ekström auch einen Konkurrenten von der Strecke gedrängt. Ein herber Rückschlag im Titelkampf, keine Frage. „Brillant, oder?“, fragte der Brite mit reichlich Sarkasmus. Er hatte wie Ekström die schlechte Nachricht in den ersten Interviews nach dem Rennen mitgeteilt bekommen. „Mit der Strafe wird es nicht einfacher. Aber wir haben alle das gleiche Auto. Jetzt geht es darum, das Beste daraus zu machen“, sagte Green. Rockenfeller geht als Außenseiter in den Vierkampf. „Es geht aber schnell, und die Leute zeigen Nerven. Das Ziel ist, zu gewinnen. Den Rest kann ich nicht beeinflussen.“

Mattias Ekström: Noch ist der Schwede Spitzenreiter

Fakt ist, dass Rast auf dem Papier Vorteile hat. Denn er ist der beste Qualifiyer im Feld. Und die Zeitenjagd ist in Hockenheim die halbe Miete. Für Ekström spricht, dass der Schwede ein Sonntagsfahrer ist: Für ihn lief es meistens im zweiten Rennen des Wochenendes besser als am Samstag. Unter dem Strich dürfen sich die Fans auf ein Finale furioso freuen. Denn: Das Thema Teamorder ist vom Tisch, da Audi der erste Fahrertitel seit 2013 nicht mehr zu nehmen ist. Also: Freie Fahrt für alle. Sehr zur Freude der Fahrer.
„Wir werden frei und Rennen fahren wie gegen jeden anderen auch. Das wird spannend zu sehen sein“, sagte Rast. Ekström: „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Am Sonntag gibt es das kürzeste Strategiemeeting aller Zeiten. Und diese Voraussetzung wünscht sich eigentlich jeder Fahrer.“ Der Schwede weiter: „Alle von uns sind schnell und gut. Es geht darum: Wer bekommt es im Qualifying auf den Punkt und wer ist im Rennen am schnellsten? Es wird ein wildes Rennen werden.“

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-Alliance

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