Audi

DTM: Audi siegt unter Druck

— 29.09.2014

Erster Erfolg seit 420 Tagen

Audi fährt in Zandvoort den ersten Saisonsieg ein. Damit beendet Mattias Ekström für sich und seinen Arbeitgeber eine lange Durststrecke.

Auf diesen Tag hat Mattias Ekström 1092 Tage gewartet. Endlich wieder ein Sieg in der DTM. Die Erleichterung war nicht nur ihm nach dem Lauf in Zandvoort anzusehen, als er überschwänglich seinem Abt-Team in die Arme sprang. Auch bei seinem Arbeitgeber Audi atmeten die Bosse auf. Die Ingolstädter blickten auf 420 sieglose Tage im Deutschen Tourenwagen Masters zurück. Der letzter Erfolg war am 4. August 2013 in Moskau. Ein Triumph genau zur richtigen Zeit. Denn bei Audi kam intern schon ordentlich Druck auf. Doch das ließ den immer coolen Ekström kalt: „Persönlich hatte ich heute nicht mehr Druck, als an einem anderen Rennwochenende. Aber ich bin ja auch nicht der Chef vom Laden. Bei Dieter Gass und Dr. Ullrich (Audi Sportchef; d. Red.) war das sicherlich um einiges mehr“, offenbart Ekström direkt nach dem Sieg exklusiv gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT.

Eine große Last fällt von allen ab: Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich herzt Sieger Mattias Ekström

Dieter Gass, Leiter-DTM bei Audi, ergänzt: „Wir kommen schon das ganze Jahr zu den Rennstrecken und sehen, dass unser Auto gut ist. Doch die Siege kamen nicht. Da baut sich natürlich schon erhöhter Druck auf. Deswegen war das heute schon extrem wichtig.“ Wie hoch der Druck intern wirklich war, erklärte ein anderer Audi-Pilot vor dem Rennen hinter vorgehaltener Hand gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT:. „Das wir noch nicht gewonnen haben, steht momentan in jedem Meeting auf der Prioritätenliste ganz oben.“ Denn seit 2004, seit dem sich Audi als Hersteller in der DTM engagiert, konnten die Ingolstädter immer mindestens einen Sieg einfahren. Doch warum hat es für Audi bis Zandvoort noch nicht zum Sieg gereicht? Dieter Gass erklärt: „Es gab immer einen anderen Grund. Manchmal hatten wir ein Auto vor uns, dass wir nicht schlagen konnten. Bei anderen Rennen kam das Safetycar raus, als wir kilometerweit vorne weg fuhren. Manchmal hatten wir einen Fehler gemacht. Einmal bekamen wir auch das Qualifying nicht hin.“

Aber jetzt in Zandvoort die Erlösung. Doch das kam nicht von ungefähr. Denn die 4,307 Kilometer lange Stecke von Zandvoort liegt Audi schon seit Jahren. „So genau will ich das jetzt gar nicht erklären, warum das so ist“, gibt sich Gass etwas zugeknöpft. Doch AUTO BILD MOTORSPORT kennt den Grund: die Aerodynamik. Gerade im schnellen mittleren Sektor der Strecke ist die Aerodynamik der DTM-Autos besonders wichtig. Und das ist die Stärke des Audi RS 5 DTM. „Die aerodynamische Effizienz an unserem Auto ist optimal“, erklärt Ernst Moser, Teamchef vom Audi Sport Team Phoenix. Die Statistik beweist das: Die Ingolstädter holten in Zandvoort seit 2001 acht Siege, 16 Podiumsplatzierungen, acht Pole-Positions und fünf schnellste Rennrunden. Ziel Nummer eins – der Rennsieg – ist für Audi nun abgehakt. Jetzt steht beim Finale in Hockenheim (19. Oktober) Ziel Nummer zwei an: der Herstellertitel. „Der hat jetzt Priorität“, gibt Audi-DTM-Boss Dieter Gass die Marschrichtung vor.

420 lange Tage musste Audi auf einen Sieg warten - Mattias Ekström sogar ganze 1092 Tage

Audi liegt mit 340 Punkten nur 21 hinter BMW. Mercedes ist mit 208 Zählern schon weit abgeschlagen. Der Herstellertitel wäre ein versöhnlicher Abschluss nach einer schwierigen Saison. Und die richtige Motivation für 2015. Da wird sich am Audi-DTM-Programm nur sehr wenig ändern. „Ich sehe keinen Fahrer, der uns Anlass geben würde, nicht mit ihm weiterzuarbeiten“, gibt Gass schon einmal einen Ausblick auf die Personalplanung für 2015. Und auch der Audi RS 5 DTM wird 2015 so aussehen wie dieses Jahr. Denn in der DTM darf am Aussehen der Autos bis Ende 2015 nichts geändert werden. „Deswegen wird über den Winter nicht viel bei uns passieren. Und ich glaube nicht, dass ich das toll finde“, erklärt Vorjahresmeister Mike Rockenfeller. Dennoch: Mit dem Sieg in Zandvoort hat Mattias Ekström intern erst einmal für Ruhe gesorgt. Und bis zum Saisonstart 2015 sind es ja auch noch über 200 Tage.

Autor: Oliver Müller

Fotos: Picture-Alliance

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