DTM: Alle Meisterautos von 1984 bis heute

DTM: Audi-Star Ekström Dritter

Spitzenreiter mit kühlem Kopf

Mattias Ekström hat am Norisring die Gesamtführung in der DTM übernommen. Der 38-Jährige hat seine alte Schwäche besser in den Griff bekommen.
Dass Mattias Ekström in der DTM auf dem Norisring statt in der Rallycross-WM in Schweden an den Start geht, zahlt sich für Audi ganz offensichtlich aus. Denn: Nach seinem dritten Platz im siebten Saisonrennen hat der Schwede die Führung in der Gesamtwertung übernommen. 77 Punkte hat er auf dem Konto und damit fünf Zähler Vorsprung vor ABMS-Pilot René Rast. So oder so ein perfektes Timing. Denn während die Konkurrenz patzte, fuhr der Schwede sein drittes Podium ein. Was bedeutet: Er dürfte es bislang ganz gut verschmerzen können, dass er am Wochenende nicht um die Tabellenführung in der WRX kämpfen kann. Denn sein großer Traum ist ja der dritte DTM-Titel. Das hatte der 38-Jährige immer wieder betont.

Ekström konnte am Samstag auch gut mit P3 leben

Und nach zahlreichen vergeblichen Anläufen ist er auf einem guten Weg. Was macht ihn in dieser Saison so stark? Es ist vor allem die bessere Performance im Qualifying. Die Zeitenjagd war in den vergangenen Jahren durchaus ein Problem. Zwar startete der 38-Jährige sehr oft beeindruckende Aufholjagden, die ihn aber nur selten ganz nach vorne spülten. „Wir haben etwas gefunden, das es mir etwas leichter gemacht. Ich bin mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Wir haben das bekommen, was wir verdient haben“, sagte der zweimalige Meister ABMS.
Was er offenbar auch anders macht: Er fährt nicht mehr ganz so sehr nach seinem Motto „Go hard or go Home“. Immer noch mit dem Messer zwischen den Zähnen, klar. Aber in entscheidenden Situationen nicht mehr auf Teufel komm raus. Zu erkennen war das bei einem seiner zahlreichen Versuche, am Zweitplatzierten Maxime Martin (BMW) vorbeizukommen. Gegen Ende des Rennens schien Ekström bereits vorbei an dem Belgier, steckte aber zurück.
Samstagsrennen der DTM: Spengler siegt am Norisring
„Es gab nur eine trockene Spur. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich vorne war und ich wollte kein Risiko eingehen. Denn am Ende habe ich oft zu hart gekämpft, die Punkte nehme ich lieber mit nach Hause. Wir waren im Nassen zu langsam, um ein Siegkandidat zu sein. Dann muss man lernen, auch mit Platz drei zufrieden zu sein“, sagte Ekström, meinte aber auch, dass die „tollen Einheitsrückspiegel“ zu sehr vibriert hätten, um den Abstand zu Martin einschätzen zu können. Dann lieber ausnahmsweise auf Nummer sicher.

In der Gesamtwertung führt Ekström nun vor Rast

Nun kamen am Norisring durch einen Medienbericht Gerüchte auf, Ekström habe zuletzt in Budapest mit dem späteren Sieger Rast die Plätze tauschen müssen. Angeblich soll Audi den Tausch angeordnet haben, um in Rast einen Tabellenführer zu haben. Bei einem Sieg Ekströms wäre der zwar punktgleich mit Lucas Auer gewesen, doch der Österreicher hätte aufgrund seiner beiden Siege offiziell die Spitze innegehabt. Ohne den Wechsel hätte Ekström nun sieben Punkte mehr auf dem Konto. „Wir sind im Rennsport, da gibt es Überholmanöver. Und dass der Mattias gegen einen Teamkollegen nicht aufs Messer verteidigt, haben wir schon vorher gesehen. Wir spielen nicht Monopoly, wir fahren Autorennen“, stellte Audi-Chef Dieter Gass bei ABMS klar.
ARD-Experte Norbert Haug forderte grundsätzlich, dass man auf die taktischen Spielchen, was Titelkandidaten betrifft, aufhören solle. „Das zeigt, wie schwierig es ist, auf den richtigen Fahrer zu setzen. Deshalb lasst die Jungs Rennen fahren und zählt am Ende die Punkte zusammen“, so Haug.

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.