DTM auf dem Hockenheimring

Total Ab(t)gefahren Total Ab(t)gefahren

DTM auf dem Hockenheimring

— 30.04.2002

Total Abtgefahren

Neue Hackordnung in der DTM. Die wendigen Audi TT dominieren beim Saisonauftakt - und künftig wohl noch öfter.

Abt: Mehr Power für den TT

"Von mir aus kann es so weitergehen." Mit breitem Grinsen im Gesicht kommentierte Hans-Jürgen Abt die grandiose Vorstellung seines Teams beim Auftakt der Deutschen Tourenwagen Masters. Nicht nur für das nächste Rennen in Zolder (5. Mai) fuhren sich die Audi-Piloten in die Favoritenrolle. Mit Abt als Team der Stunde, mit konkurrenzfähi- gen Opel Astra und vorläufigem Ende der Mercedes-Dominanz steht die heißeste DTM-Saison seit dem Comeback der Serie 2000 bevor.

Drei Dinge machte Abt-Cheftechniker Albert Deuring für die aktuelle Lage verantwortlich: den neuen Motor, das verbesserte Fahrwerk des TT sowie die Streckencharakteristik des kleinen Hockenheimrings. "Bisher sind wir mit einem aus Serienteilen gebauten Triebwerk gefahren. Jetzt haben wir wie Mercedes und Opel auch einen echten Rennmotor." Der sorgt für einen deutlichen Leistungsschub (jetzt mit geschätzten 470 statt 450 PS). Überdies bringen die TT-Flitzer die Leistung dank Feinschliff am Fahrwerk nun auch besser auf die Straße. Vorbei die Zeiten, als die Abt-Truppe nach risikoreichen Set-up-Lösungen suchen musste.

Im Vergleich zum extremen Sturz des Vorjahres, der einige Reifenschäden zur Folge hatte, fuhren die Audi in Hockenheim mit fast neutraler Einstellung. "Auch der neue, breitere Dunlop-Vorderreifen kommt uns zugute. Er ist belastbarer und gibt uns mehr Spielraum", erklärt Deuring. Um die engen Ecken des kleinen Hockenheimrings flitzten die Audi jedenfalls wie Slotcars auf einer Carrerabahn, total Abt-gefahren eben. Deuring: "Unser Auto passte perfekt zum Kurs. Auf schnellen Strecken dagegen dürfte sich der neue, schmalere Heckflügel nachteiliger auswirken."

Jean Alesi: Von Rang acht auf drei

Heckflügel waren das Thema, als die Opel Astra aus den Transportern rollten. Die "Griffe" am hinteren Leitwerk entpuppten sich als Zusatzflügel. Nach Opel-Definition stabilisieren sie die Heckflügelhalterung. "Wir haben diese Variante im Dezember dem DMSB vorgelegt und bekamen das Okay", erklärte Sportchef Volker Strycek. Seine Kollegen Hans-Jürgen Abt und Norbert Haug waren mäßig begeistert. "Ich glaube nicht, dass dies dem Regelwerk entspricht", grantelte der Mercedes-Motorsportchef. Protest? Nein: "Wir sind hier, um Rennen zu fahren, nicht, um zu prozessieren. Hier muss der DMSB einschreiten", fordert Haug.

Abt meinte ironisch: "Da kann man Opel nur gratulieren. Sie haben eine Lücke im Reglement ausgenutzt. Die Flügel sind legal, aber ob sie dem Geist des Reglements entsprechen, darüber kann man diskutieren." Oder auch nicht, denn Umbauten an der Aerodynamik sind während der Saison verboten. GP-Starts hingegen nunmehr vorgeschrieben.

Der erste stehende Start der DTM-Geschichte verlief erstaunlich unspektakulär. Die neuen Karbonkupplungen setzten die Kraft der DTM-Motoren klaglos in Vortrieb um. Auch weil Sachs den Audi- und Opel-Piloten mehr Spiel spendierte und die nutzbare Bandbreite zwischen Durchdrehen der Räder und Abwürgen des Motors vergrößerte. Top-Starter aber war Jean Alesi im Mercedes. Von Rang acht auf Platz drei fuhr der Franzose vor Kurve eins. Beinahe logisch nach 201 Formel-1-Rennen mit stehendem Start. Da hat der neue Tourenwagen-Liebling der Konkurrenz einiges voraus.

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