DTM-Ausblick

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— 17.04.2002

Ludwigs Meisterprüfung

Endlich! Ab 21. April gibt die DTM wieder Gas. TV-Kommentator und Ex-Champion Klaus Ludwig (52) schaut hier Deutschlands stärkster Rennserie unter die Haube. Untersucht ihre Neuheiten, Pisten, Autos. Und sagt, warum sie immer besser wird.

Fahrer, Reifen und Strecken

Neue Namen, schwere Gasfüße, große Klasse Jean Alesi ist eine Bereicherung für die DTM. Schon bei der Präsentation im Europapark in Rust war deutlich zu sehen: Die Fans kennen und lieben ihn einfach. Und er liebt unseren Sport. Dass er nach so vielen Jahren Formel 1 noch einmal im Tourenwagen antritt, ist ein großes Kompliment an die DTM. Karl Wendlinger könnte nach dem Umstieg aus der V8STAR für die ein oder andere Überraschung sorgen. Ich glaube, dass er eifrig Punkte sammeln wird, doch Laurent Aiello bleibt bei ABT die Nummer eins. Youngster Stefan Mücke hat in der Formel 3 gezeigt, wie flott er Auto fährt. Doch im Vorjahres-Mercedes sind seine Chancen auf vordere Plätze eher gering.

Neue Reifen für mehr Spannung Die Dunlop-Ingenieure haben die für alle Autos einheitlichen Reifen über den Winter deutlich weiterentwickelt. Die neu konstruierten, fünf Millimeter breiteren und zehn Millimeter höheren Vorderreifen nutzen sich künftig gleichmäßiger ab. Wegen ihrer nun weicheren Gummimischung und der geringeren Haltbarkeit wird der vorgeschriebene Boxenstopp - im Gegensatz zum Vorjahr - jetzt wirklich notwendig. So werden Taktik-Spielchen weitgehend ausgeschlossen - zugunsten von mehr Action im Rennen. Denn: Die meisten Piloten werden nun gegen Rennmitte die Box ansteuern. Bei den Testfahrten haben die Reifen einen sehr guten Eindruck gemacht. Die Autos sind im Grenzbereich leichter beherrschbar.

Neue Strecken - zehnmal DTM 2002 auf fünf Kursen Wenn man es genau nimmt, erwarten die Fahrer in diesem Jahr gleich fünf neue Strecken. Donington und Zolder sind neu im Kalender, die GP-Strecken in Hockenheim und Nürburg wurden vom Verlauf her stark verändert. Und auch der kleine Kurs von Hockenheim wurde überarbeitet. Mit der neuen Asphaltdecke wurden dort auch fast alle Kurven leicht modifiziert. Positiv: Am Ende der Hockenheimer Start-Ziel-Geraden wurden die Kiesbetten durch eine große Asphaltfläche ersetzt (energie-absorbierend, Weiterfahrt möglich). Negativ: Die flachen Kerbs in der ersten Kurve laden zum Abkürzen ein. Beim ersten Rennen werden hier bestimmt Reifenstapel platziert, um das zu unterbinden. Und die sind wiederum ein unnötiges Sicherheitsrisiko.

Autos, Motoren und Favoriten

Die neuen Autos Egal ob Audi, Mercedes oder Opel - alle drei neuen Autos erscheinen gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Auf der Strecke macht vor allem der ABT TT eine starke Figur. Kein Auto liegt so ruhig wie der kleine TT. Und das, obwohl die Kemptener den Heckflügel fünf Zentimeter schmaler gestalten mussten als ursprünglich vorgesehen. Auch Opel hat in Sachen Aerodynamik alle Register gezogen. Und: Mit Franco Fratton haben sich die Rüsselsheimer einen der besten Stoßdämpfer-Experten ins Boot geholt. Der neue Mercedes CLK scheint am konsequentesten auf Leichtbau ausgerichtet. Im Dachbereich fallen die Zusatzverstrebungen auffallend dünn aus. Das Cockpit besteht aus ultraleichtem Carbon. Selbst bei winzigen Befestigungsschrauben hat Mercedes Gewicht gespart. Das Auto wiegt sicher nicht mehr als 900 Kilo. Vorteil: Je leichter ein Auto, desto besser kann man mit tief platzierten Zusatzgewichten den Schwerpunkt variieren. Dadurch werden Balance und Handling weiter verbessert.

Die neuen Motoren Nicht nur die Autos sind neu - auch die Motoren wurden über den Winter kräftig überarbeitet. Für mich die interessanteste Frage: Hat Opel auch in diesem Jahr wieder den drehmomentstärksten Motor? Oder haben Audi und Mercedes den Vorsprung mit ihren neuen Triebwerken aufgeholt? Mein Eindruck bei den bisherigen Testfahrten: Der Opel geht nach wie vor sehr gut. Auf manchen Strecken könnte er für die Rüsselsheimer der Schlüssel zum Sieg werden.

Die neuen, alten Favoriten Keine Frage, das Fahrerfeld in der DTM ist sehr ausgeglichen. Über Sieg und Platzierungen werden oft Tagesform, Taktik und auch ein wenig Glück entscheiden. Dennoch bin ich mir recht sicher: Der Kampf an der Spitze wird zwischen Bernd Schneider, Laurent Aiello, Uwe Alzen und Marcel Fässler toben. Je nach Qualitäten des neuen Astra Coupé können auch Manuel Reuter und Timo Schneider in der Spitze mitkämpfen. Persönlich hoffe ich stark, dass Joachim Winkelhock das Opel-Trauma der Saison 2001 verarbeitet hat und alsbald wieder zum Siegerkreis gehört.

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