DTM

DTM: Berger über die Zukunft

„Aston Martin wäre so wichtig wie Ferrari für die F1“

Gerhard Berger muss für die Zukunft der DTM einige Baustellen schließen. Die wichtigste: der neue Hersteller. Der DTM-Chef exklusiv bei AUTO BILD MOTORSPORT.
Eigentlich läuft alles nach Plan. Fast alles. Ein Hersteller fehlt der DTM noch, um in die Zukunft starten zu können. Die ist bereits vorbereitet, die Serie auf einem guten Weg. „Die DTM ist an einem Punkt angelangt, an dem man keine Quantensprünge mehr machen kann. Die Basis ist gelegt. Es geht jetzt Schritt für Schritt, die Serie wird kontinuierlich optimiert“, sagte DTM-Chef Gerhard Berger AUTO BILD MOTORSPORT. Er kündigt an: „Zunächst brauchen wir neue Hersteller, mehr Internationalisierung, spektakulärere Autos und Rennen. Das ist eine auf drei Jahre ausgelegte Aufgabe.“ Mit ABMS sprach Berger über die aktuellen „Baustellen“.
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Neue Hersteller: Die Frage kommt natürlich immer wieder. Berger gibt geduldig so etwas wie Wasserstände ab, auch wenn er das eigentlich gar nicht will. „Die Gespräche befinden sich in einer fortgeschrittenen Phase. In drei bis vier Wochen kann man dazu vielleicht konkret etwas sagen. Aber ganz klar: Aston Martin wäre für die DTM so wichtig wie Ferrari für die Formel 1. Das ist Premium“, sagte Berger. Das ganze Projekt um den Einstieg von Aston Martin ist ein durchaus komplexes Konstrukt, das deshalb auch von vielen Faktoren abhängig ist: „Es ist noch nichts entschieden und es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren“, weiß Berger. Er ist aber weiter überzeugt: „Ich sehe eine positive Zukunft der DTM.“ Und er betonte, dass Aston Martin das aktuell möglicherweise wichtigste Thema sei, aber eben auch nicht das einzige. Denn daneben werden auch mit anderen Interessenten weiterhin Gespräche geführt, bestätigte er erneut, vermied es aber, Namen zu nennen. Aber klar: Mit den Japanern um Lexus, Nissan und Honda stehen Berger und Co. zum Beispiel wegen des Class-One-Reglements sowieso in ständigem Austausch.

Aston Martin wäre für die DTM extrem wichtig

Gerüchte, dass für einen Aston-Martin-Einstieg unter anderem ein Commitment von Audi über 2019 hinaus fehle, kann Motorsportchef Dieter Gass nicht komplett aus der Welt räumen. Es sieht aber sehr gut aus, dass es bald kommen wird: „Ich bin optimistisch, dass wir fahren werden“, so Gass. BMW hatte sowieso immer wieder betont, dass man zur DTM stehe.
Kalender: Die DTM wird 2019 wohl ein wenig abspecken. Der Kalender ist noch mitten in der Planungsphase, aber acht oder neun statt wie bislang zehn Events sind wahrscheinlich, plus die beiden gemeinsamen Veranstaltungen mit der japanischen Super GT. Diese beiden Events finden im DTM-Format statt, zählen aber nicht zur DTM-Wertung. Das „Heimspiel“ in Europa würde Berger gerne in Deutschland sehen, aber das ist noch ebenso offen wie der genaue Zeitpunkt und ob es eine eigene Wertung gibt. „Beide Events werden eher im Anschluss an die DTM-Saison stattfinden. Sie sind ein wichtiges Zeichen für die internationale Ausrichtung des Class-One-Reglements“, so Berger. Ebenfalls unklar: Ob 2019 weiterhin fünf Events in Deutschland ausgetragen werden oder möglicherweise nur noch vier. Weiterhin im Gespräch ist der Salzburgring. Berger: „Für mich hat die Strecke eine Seele, und sie ist von Deutschland aus auch gut erreichbar. Wir müssen aber erst einmal schauen, ob es dort überhaupt funktioniert. Das prüft der Salzburgring im Moment.“
Kundenteams: Sie könnten das Feld im Übergangsjahr 2019 bunter und reichhaltiger gestalten, für Abwechslung sorgen. Interessenten gibt es einige. „Eine Handvoll hat das Zeug dazu, so ein Projekt zu stemmen. Der eine oder andere Interessent hat auch die Möglichkeit, das Ganze zu refinanzieren. Da muss man sehen, wer die richtigen sind“, sagte Berger.
Gass bestätigt Gespräche. „Es wird konkreter, man muss ja auch langsam anfangen, über mehr Details zu sprechen. Und dann müssen die Interessenten schauen, ob und wie sie es finanziert bekommen.“ Rund 2,5 Millionen soll ein Auto für eine Saison kosten. „Ich sehe die günstigen Autos als Chance, vor drei Jahren waren sie so teuer – da hätte man gar nicht angefangen, darüber zu reden“, so Gass. Spekuliert wird viel: Die üblichen Verdächtigen wie Mücke, Schnitzer, ROWE, oder auch aktuelle Teams wie zum Beispiel Abt. Nach ABMS-Informationen könnte auch das Formel-3-Team Hitech als Kundenteam mitmischen. 
Rahmenprogramm: Eine Achillesferse der Serie. Ein klarer Schwachpunkt, durch den auch ohne Frage die Zuschauerzahlen gelitten haben. Die DTM will deshalb die Formel-3-Euroserie wieder beleben, schreibt die Serie aus. Denn: Eine neue, internationale Formel 3 soll ab 2019 im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen werden und die GP3 ersetzen. In der Formel-3-Euroserie, die von 2003 bis 2012 fester Bestandteil des DTM-Rahmenprogramms war, fuhren Superstars wie Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton sowie deutsche Stars wie Nico Hülkenberg, Pascal Wehrlein oder Marco Wittmann.
Berger bestätigt, dass mit dem jetzigen Reglement, den jetzigen Autos und Motoren von HWA gefahren werden soll: „Die Serie soll voll im Rahmen der DTM stattfinden. Die Teams haben alle das Material, und sie würden alle gerne auf dieser Basis bei der DTM weiterfahren. Wir werden uns dafür ins Zeug legen. Wir arbeiten ohnehin an einem komplett neuen Rahmenprogramm.“

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Hersteller

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