DTM: Alle Fahrer und Autos 2018

DTM: Boxenstopp kostet Sieg

Wehrlein bleibt das Pech treu

Die Chance auf den ersten DTM-Sieg seit 2015 war da, doch Pascal Wehrlein kamen ein verpatzter Stopp und ein eigener Fehler dazwischen. Sein Teamkollege gewinnt.
Pascal Wehrlein bleibt das Pech in der DTM weiter treu: Der ABMS-Pilot fährt im neunten Saisonrennen in Zandvoort am Ende erneut an seinem ersten Sieg seit seiner Rückkehr vorbei. Dabei war die Chance groß. Den Sieg verliert der 23-Jährige an der Box. Als Zweiter gestartet versucht er mit 0,3 Sekunden Rückstand auf den späteren Sieger Gary Paffett einen Undercut. Wehrlein verliert beim verpatzten Reifenwechsel aber mehr als vier Sekunden auf den Briten.
Die nächste Panne beim früheren Formel-1-Star seit seinem Comeback, das unter keinem guten Stern steht. In Budapest ließ ihn zunächst die Aerodynamik des Mercedes im Stich, dazu verlor er einen möglichen Sieg im Regenchaos durch einen Rennabbruch. Am Norisring funktionierte sein Auto dann plötzlich gar nicht mehr. Während die Stuttgarter auf dem Stadtkurs durchweg dominieren, fuhr Wehrlein hinterher. Eine dicke Pechsträhne zur Unzeit, immerhin ist Mercedes in dieser Saison auf allen Strecken stark, ist auch in Zandvoort das Maß der Dinge. Fleißig Punkte sammeln allerdings die anderen.

Paffett gewann vor di Resta und Auer

Wehrlein ist frustriert, lässt auf seine Crew aber nichts kommen. „Für einen Boxenstopp kann niemand etwas. Da haben wir Platz zwei, vielleicht sogar Platz eins verloren, weil ich im ersten Stint schneller war als Gary. Aber ich kann nichts daran ändern, es ist halt so. Ich habe mich natürlich geärgert. Im Auto fühlt es sich halt ewig an“, sagt er. Immerhin geht das Auto wieder gut: „Es fühlt sich so an, wie es sich anfühlen muss.“
Ebenfalls bitter: Kurz vor Schluss bietet sich durch eine Safety-Car-Phase inklusive Indy-Restart noch eine unverhoffte Chance, vielleicht doch noch einmal die Spitze anzugreifen. Doch der Schwabe verliert nach einer Attacke auf seinen Teamkollegen Paul di Resta sogar noch Platz drei. Grund: Der Schotte drückt Wehrlein so weit neben die Ideallinie, dass auch Lucas Auer noch durchschlüpfen kann.
Es jubeln beim Mercedes-Vierfachsieg also vor allem wieder die anderen. Wie Paffett, der durch den 23. Sieg seiner Karriere auf 127 Punkte davonzieht und drauf und dran ist, zum Mercedes-Abschied seinen zweiten Titel einzufahren. In der ewigen Siegerliste ist er nun gemeinsam mit Mattias Ekström Dritter, hinter „Mr. DTM“ Bernd Schneider (43) und Klaus Ludwig (37). „Das ist unglaublich. Ich habe nicht so viel darüber nachgedacht, aber es ist ein Wahnsinns-Gefühl. Genauso wie die Gesamtführung, die ich ausgebaut habe“, so Paffett. Di Resta ist mit 106 Zählern hinter Paffett Zweiter.
Heißt: Mercedes-Dominanz auch an der Gesamtspitze, Wehrlein belegt mit deutlichem Rückstand und 57 Punkten aber nur Rang sieben. Der Tag hatte für ihn sowieso schon gebraucht begonnen, mit einem Zoff mit Paffett. Trotz Platz zwei im Qualifying war Wehrlein sauer, weil er sich von Paffett behindert fühlte.
Ergebnis Zandvoort 1
1. Gary Paffett (HWA-Mercedes)
2. Paul di Resta (HWA-Mercedes)
3. Lucas Auer (HWA-Mercedes)
4. Pascal Wehrlein (HWA-Mercedes)
5. Robin Frijns (Abt-Audi)
6. Timo Glock (RMR-BMW)
7. Marco Wittmann (RMG-BMW)
8. Augusto Farfus (RMG-BMW)
9. Joel Eriksson (RBM-BMW)
10. Jamie Green (Rosberg-Audi)

Meisterschaftsstand
1. Gary Paffett 127
2. Paul di Resta 106
3. Timo Glock 100
4. Marco Wittmann 98
5. Edoardo Mortara 93
6. Lucas Auer 87
7. Pascal Wehrlein 57
8. Philipp Eng 53
9. Bruno Spengler 43
10. Mike Rockenfeller 34

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Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-alliance

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