DTM: Grid-Girls 2018

DTM: Das Schmutz-Gesicht des Jahres

„Die Zähne haben bis abends geknirscht“

René Rast spricht einen Tag nach seinem Brutalo-Unfall in der DTM darüber, wie er den Crash erlebt hat und wie es ihm heute geht.
Es ist wohl schon jetzt das Bild des Jahres. René Rast sitzt nach seinem Brutalo-Unfall mit völlig verdrecktem Gesicht auf dem Boden. Unverletzt, unberührt, unbekümmert. Die Fans waren mehr geschockt als er selbst. René Rast zu ABMS: „Ich war nicht geschockt. Ich wollte mich auch nicht hinsetzen, aber die Ärzte wollten das so. Ich hab’ zwei Mal nein gesagt, aber dann haben sie mich aufgefordert, mich auf den Boden zu setzen. Sie wollten sicherstellen, dass der Kreislauf passt.“
Weil beim Überschlag Erde ins Cockpit geschleudert wurde, war Rasts Gesicht völlig verdreckt – wie bei den Rennfahrern zu Zeiten von Staubkappen und Fliegerbrillen. „Das Auto sah aus, als wären zehn Tonnen Erde drin. Die Zähne haben den ganzen Tag geknirscht, bis ich mir abends endlich die Zähne putzen konnte. Da kam noch einiges an Dreck raus“, erklärt er.
Den Unfall selbst erlebte der 31-Jährige so: „Das sah von außen spektakulärer aus, als es war. Aber ein solcher Unfall passiert in Zeitlupe. Ich konnte viel nachdenken. Ich wusste, dass ich mich überschlage und habe daher die Sicherheitsposition eingenommen. Angst hatte ich aber in keinem Moment.“

Rasts Gesicht war nach dem Crash völlig verdreckt

Der Überschlag passiert, weil der Audi RS5 auf dem Rasen ausgehebelt wurde. Trotz des schwersten Unfalls von René Rast in den letzten zehn Jahren, ist er auch jetzt kein Fan von asphaltierten Auslaufzonen: „Mag sein, dass der Unfall damit verhindert worden wäre. Aber ich bin ein Fan von Rennstrecken, die den Fahrer noch fordern und wo der Fahrer noch den Unterschied machen kann. Da bin ich eher Fan von als von Strecken wie in Abu Dhabi mit den asphaltierten Auslaufflächen.“
Über Nacht musste der Titelverteidiger dennoch im Krankenhaus bleiben. Die Ärzte wollten innere Blutungen ausschließen. Rast geht es heute aber gut, hat nur leichte Schmerzen am Ellbogen. „Als hätte jemand mit dem Hammer draufgeschlagen.“, grinst Rast. „Aber das ist in zwei, drei Tagen auch wieder vorbei.“
Audi-Motorsportchef Dieter Gass weiß: „Rasts Unfall sah zwar spektakulärer aus. Aber der Auffahrunfall von Jamie Green am Start war viel heftiger.“
Rast bekam für das Rennen heute (Sat.1 überträgt ab 13 Uhr) keine Startfreigabe von den Ärzten. Das Auto konnte ebenfalls nicht wieder rechtzeitig repariert werden. Daher setzt Audi auch keinen dritten Fahrer ein.

DTM: Grid-Girls 2018

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen