Petrov

DTM: Exklusivinterview mit Vitaly Petrov

— 12.07.2014

Genauso schnell wie die Jungs vorne

Die DTM gastiert am Wochenende in Russland. Dort sind alle Augen auf Lokalmatador Vitaly Petrov gerichtet - AUTO BILD MOTORSPORT sprach mit ihm.

Herr Petrov, Sie haben den Spitznamen 'Rakete von Vyborg'. Wann znden Sie die Rakete in der DTM?

Noch nicht jetzt. Dafr sind wir noch nicht konkurrenzfhig genug. Auerdem muss ich meine Leistungen im Qualifying verbessern. Im Rennen hingegen mache ich mir keine Gedanken. Da bin ich genauso schnell wie die Jungs vorne oder sogar schneller.

Wird es vielleicht schon etwas an diesem Wochenende bei Ihrem Heimspiel auf dem Moscow Raceway?

Ich bin noch nie auf der Strecke gefahren, deshalb kann ich darber nicht sehr viel sagen.

Ist es fr Sie etwas Besonderes in Ihrem Heimatland zu fahren?

Klar, in Russland zu fahren ist fr mich etwas ganz Spezielles. Es werden viele Fans da sein, die Stimmung wird toll. Fr mich wird es bestimmt ein aufregendes Wochenende.

Wie zufrieden sind Sie mit ihren bisherigen Leistungen in der DTM?

Raus aus dem Schattendasein in der DTM: Sogar auf Petrovs Auto sind die russischen Landesfarben vertreten

Natrlich will ich eigentlich immer an der Spitze sein. Aber wir wissen, dass wir bei Mercedes derzeit etwas langsamer sind. Ich persnlich habe an den bisherigen Wochenenden viel gelernt. Ich denke, ich habe einen guten Job gemacht, denn ich war in den Rennen hnlich schnell wie meine besten Markenkollegen. Darber bin ich sehr glcklich. Mit den Ergebnissen, die wir bisher eingefahren haben (P17 in Hockenheim, Oschersleben und Budapest sowie P19 am Norisring; d. Red.), bin ich jedoch nicht zufrieden.

Was sind Ihre Ziele fr 2014?

Ich will in die Punkte fahren. Dafr kmpfe ich. Das Auto wird immer besser, warum also nicht. Wir haben am Saisonende definitiv Punkte.

Ist die DTM so hart, wie sie es erwartet haben. Oder sogar noch hrter?

Bei den Tests war es schon sehr hart. Da war es schwer fr mich nachzuvollziehen, wie ich ein DTM-Auto schnell bewegen und mich verbessern kann. Mittlerweile verstehe ich das viel besser und wei, was ich tun muss.

Unterscheidet sich der Fahrstil deutlich von dem in der Formel 1?

Arbeit mit den Ingenieuren: An die Besonderheiten der DTM musste sich Ex-F1-Fahrer Petrov erst gewhnen

Ja. Das hhere Gewicht macht einen groen Unterschied. Im Formel 1 ist der Motor hinten, in der DTM vorne. Es ist wirklich fast alles anders. Daran musste ich mich erst gewhnen.

Die Formel 1 wird 2014 erstmals in Russland fahren. Ist es wichtig einen GP in Russland zu haben?

Ja. Denn wir hatten bislang keine geeignete Rennstrecke. Jetzt einen professionellen Kurs zu haben, ist toll fr Russland und fr den Motorsport.

Ist Russland motorsportbegeistert?

Ja, und das Interesse steigt. Immer mehr russische Fahrer starten in europischen Rennserien. Deshalb wird Motorsport immer populrer.

Ist auch die DTM bekannt?

Da ist es wie mit dem Motorsport an sich. Es geht vorwrts. Zuerst hatten wir keine Strecke und die DTM fuhr nicht bei uns. Letztes Jahr war die DTM erstmals in Russland, jetzt bin ich als russischer Fahrer dabei.

Was ist typisch russisch?

Das ist schwer zu sagen. Die Russen haben eine spezielle Mentalitt und sie sind sehr glubig. Aber sonst...

Man sagt, typisch deutsch sind...

In Moskau ist er der groe Publikumsliebling: Petrov winkt seinen Fans in Russland zu

... Wrstchen und Bier (lacht). Frher war das fr Russland Wodka. Aber das ist heute nicht mehr wirklich so. Wir haben noch Borschtsch, eine richtig gute Suppe. Trotzdem: Es gibt einfach viele traditionelle Dinge, da kann man nur schwer etwas herauspicken.

Sind Sie nach Deutschland gezogen?

Ja, ich wohne seit zwei Monaten in Berlin. Da bin ich in der Nhe vom Team, wo ich immer vor den Rennen bin. Auerdem kann ich von dort gut reisen.

Mgen Sie Berlin?

Ich bin mir nicht sicher, ob das der Ort ist, wo ich dauerhaft wohnen mchte. Denn es leben dort so viele Russen. Wenn ich nach Europa gehe, mchte ich aber eigentlich nicht nur Landsleute um mich herum haben, sondern andere Nationalitten treffen. In Berlin wohnen aber so viele Russen, da trifft man stndig welche.

Autor: Toni Schmidt

Fotos: Getty Images

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