DTM: Alle Autos, alle Fahrer

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DTM: Glock gewinnt in Spielberg

— 22.05.2016

Zoff zwischen den DTM-Piloten

Bei der DTM in Spielberg knallte es auf und neben der Strecke: Timo Glock gewann, Mattias Ekström mit toller Aufholjagd und harscher Kritik an den Kollegen.

Freude bei BMW, Ärger bei der Konkurrenz: Nachdem Marco Wittmann den Lauf am Samstag für sich entscheiden konnte, ließ am Sonntag Timo Glock die Münchner jubeln. Der Deutsche gewann das einstündige Rennen vor Audi-Pilot Mattias Ekström, der mit einer beherzten Aufholjagd von P11 auf die zweite Position stürmte, und Pole-Setter Jamie Green.

Timo Glock feierte seinen ersten Saisonsieg 2016

Dicke Luft herrschte im Spielberg-Fahrerlager trotzdem. Der Grund: Mehrfach waren Piloten aller drei Hersteller im Verlauf der Rennen aneinander geraten. Vor allem zwischen Mattias Ekström und Maximilian Götz war die Stimmung auf dem Höhepunkt. "Die DTM macht nur Spaß mit Leuten, die auch etwas in der Birne haben", schimpfte Ekström schon vor dem Start am Sonntag. "Bei so jemand wie Götz sieht man, dass der in der DTM vollkommen überfordert ist. Er schafft es nicht einmal auf der Geraden geradeaus zu fahren. Wenn man mit so jemand fährt, macht Motorsport auch keinen Spaß. Ich bin aber nicht böse auf ihn. Ich glaube, er hat einfach nicht mehr Talent."
"Nur weil Ekström in der ersten Kurve von einem anderen Fahrer umgedreht wurde heißt es nicht, dass er selbst auch so fahren muss", ätzte Götz zurück. "Er hat mich ein paar Mal unsanft berührt." Auch Mercedes’ DTM-Boss Ulrich Fritz war sauer: "Ekström ist in letzter Zeit nicht nur mit Götz aneinander geraten", erinnert Fritz. Denn schon in Hockenheim hatte der Schwede ein heißes Wortgefecht mit Gary Paffett. "Außerdem war Max mindestens genauso sauer wie Ekström. Das ist das klassische 'Wie du mir, so ich dir'-Thema", weiß Fritz. "Man muss aufpassen, dass das nicht eskaliert. Aber Max zu unterstellen, dass er nicht reif für die DTM ist, da ist der Ekström eine Stufe zu weit gegangen."

Audis Mattias Ekström zeigte eine starke Aufholjagd

Ausgeteilt hatte Ekström unter anderem auch gegen Antonio Felix da Costa. Vor dem Start lachte der Portugiese die Kritik noch weg: "So ein untalentierter Clown wie er sagt, kann ich nicht sein - ich starte als Zweiter, er als Elfter." Nach einer zweifachen Kollision mit Edoaardo Mortara fand sich Da Costa allerdings am Sonntag im Kiesbett wieder. "Es war nicht sein erster Unfall. Vier Rennen, vier Crashs. Er hat eine einhundertprozentige Quote", schimpfte Mortara, den der Abflug und das damit verbundene Aus wertvolle Punkte in der Meisterschaft kostete. Während ARD-Experte Norbert Haug beiden Piloten die gleiche Schuld an dem Unfall zusprach, schoss sich Mortara weiter auf Da Costa ein: "Vielleicht muss er ein bisschen intelligenter fahren. Schnell ist er ja, aber es schadet nicht, manchmal auch den Kopf zu benutzen."

Harte Worte und allgemein aufgeheizte Stimmung in Spielberg: Selbst innerhalb der Marken gab es Zoff! Denn: Daniel Juncadella und Christian Vietoris kollidierten am Samstag im Zweikampf und mussten ihre Boliden vorzeitig abstellen. "Das hätte nicht passieren dürfen, vor allem, wenn man auf den Positionen 22 und 23 unterwegs ist", war Vietoris im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT enttäuscht. "Das ist schade für die Jungs, die über Nacht wieder zusätzliche Arbeit haben."

Nach Wittmann am Samstag gewann erneut ein BMW

Unfallgegner Daniel Juncadella sah die Situation anders: "Leider hat mich Chris nicht gesehen und wir haben uns berührt", erklärte der Spanier. "Danach war meine Lenkung kaputt und ich musste aufgeben." Die Rennleitung erklärte Juncadella zum Schuldigen und verwarnte den Spanier. Und auch Mercedes-DTM-Boss Ulrich Fritz fand deutliche Worte. "Das darf nicht passieren, das ist Blödsinn!", so Fritz auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT. "Wir werden auf jeden Fall mit den beiden Herren reden, so etwas darf nicht sein."

Generell lief es für Mercedes am Red Bull Ring desaströs: Einzig Paul di Resta erreichte am Samstag als Siebter die Punkteränge, am Sonntag gingen die Stuttgarter komplett leer aus. "Wenn man dem Wochenende etwas Positives abgewinnen kann, dann ist es die Tatsache, dass Paul am Samstag solide Punkte mitnehmen konnte", so Fritz. "Aber grundsätzlich ist das zu wenig." Immerhin: Mercedes konnte in Form von Di Resta trotz des Debakels in der Gesamtwertung vor dem fünften Saisonrennen am Lausitzring die Tabellenspitze behaupten.
DTM 2016 im Überblick: Der Gesamtstand nach Spielberg

Die Stimmen der Top-3:

Timo Glock: Wir haben schon das ganze Wochenende lang alles richtig gemacht. Mir war davor klar, dass wir das Rennen nur über den ersten Stint gewinnen können. Deshalb war ich da sehr aggressiv und das hat perfekt geklappt. Nachdem ich erstmal vorne war, konnte ich mich absetzen. Am Ende gab es zwar nochmal Probleme mit der Bremsbalance, aber mein Vorsprung war groß genug, um es nach Hause zu fahren. Ich mag die Strecke wirklich sehr, sehr gerne, hier passt es immer – aber auch der neue Asphalt ist uns entgegengekommen. Alle BMWs hatten dadurch sehr viel Grip und wir waren gemeinsam stark.

Jamie Green holte die Pole und wurde am Ende Dritter

Mattias Ekström: Die Strategie war, zu versuchen, ohne Probleme die ersten Runden zu überleben. Heute hatte ich keine Pappnasen im Weg, deswegen hat es auch geklappt. Ich wäre dann auch früher an die Box, aber weil alle anderen rein sind, habe ich die freie Fahrt genutzt und konnte zeigen, wie viel Potenzial noch im alten Hasen steckt. Steigern muss mich aber im Quali, damit ich auch mal von weiter vorne starte. Kompliment daher an Timo: Er hatte ein sauberes Quali und hat deswegen verdient gewonnen. Aber Platz zwei fühlt sich heute auch an wie ein Sieg.

Jamie Green: Das Podium heute ist nach dem Pech in den ersten zwei Rennen beim Saisonauftakt sicherlich positiv. Meine Saison ist also eigentlich erst heute losgegangen. Gegen Schluss hatte ich ein bisschen technische Schwierigkeiten, daher war P3 das Maximum heute. Es gibt noch viele Rennen, aber heute war definitiv ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Ergebnis - Top-10 Sonntagsrennen in Spielberg:

1. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 1:01:30,006 Std.
2. Mattias Ekström (Schweden) - Audi RS5 + 2,215 Sek.
3. Jamie Green (England) - Audi RS5 + 6,014
4. Augusto Farfus (Brasilien) - BMW M4 + 10,399
5. Maxime Martin (Belgien) - BMW M4 + 11,012
6. Tom Blomqvist (England) - BMW M4 + 11,643
7. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 + 12,442
8. Mike Rockenfeller (Landschlacht/Schweiz) - Audi RS5 + 14,301
9. Bruno Spengler (Kanada) - BMW M4 + 16,607
10. Timo Scheider (Lochau/Österreich) - Audi RS5 + 20,127;

Ergebnis - Top-10 Qualifying für das Sonntagsrennen:

1. Jamie Green 1:22.680
2. Antonio Felix da Costa 1:22.682
3. Timo Glock 1:22.749
4. Maxime Martin 1:22.749
5. Edoardo Mortara 1:22.812
6. Augusto Farfus 1:22.812
7. Bruno Spengler 1:22.845
8. Tom Blomqvist 1:22.847
9. Mike Rockenfeller 1:22.878
10. Marco Wittmann 1:22.883

Autor: Sönke Brederlow

Fotos: Picture-Alliance / DTM

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