DTM: Das sind die neuen Lackierungen

DTM: Glock schießt gegen Audi

— 10.09.2017

„Beschämende Manipulation“

Nach dem 14. Saisonrennen krachte es zwischen Timo Glock und Audi. Aber nicht nur Glock wetterte gegen Taktik-Spielchen der Ingolstädter.

Das Rennen ist vorbei, der verbale Zweikampf geht erst los: Timo Glock schießt nach dem 14. Saisonrennen auf dem Nürburgring gegen Audi! „Wenn man die Rennen so manipulieren möchte, wie man es macht, ist das beschämend und sehr schade gegenüber dem Fan“, schimpft der BMW-Star.
Im Mittelpunkt der Kritik: Audi und deren Fahrer Nico Müller. Der Schweizer hat in der Eifel zum wiederholten Male die Konkurrenz eingebremst, um Titelkandidat Mattias Ekström zu unterstützen. So der Vorwurf, der nicht nur von Glock kommt.

Timo Glock war gar nicht gut zu sprechen auf Audi

Der Ex-Formel-1-Star wütet: „Da sieht man, wie stark Dieter Gass (Audi-Motorsportchef, Anm.d.Red.) unter Druck steht, wenn er solche Strategien herausgibt. Wenn man in den vergangenen beiden Jahren das beste Auto hatte und den Titel nicht gewinnt, weil man zu viele Fehler gemacht hat, dann ist der Druck eben sehr hoch.“

Bereits in Moskau und Zandvoort hatten ähnliche Vorfälle für Ärger bei Mercedes und BMW gesorgt. Auch da war Müller der Bremsklotz. Mercedes-Boss Ulrich Fritz: „Die Nummer geht gar nicht, das ist unmöglich. Ich verstehe nicht, warum man so etwas tut, das ist unnötig.“ Gary Paffett wetterte: „Das ist Audis taktischer Ansatz. Das ist nicht gut und nicht wirklich akzeptabel. Leider ist es das Spiel, das sie spielen wollen.“

Hintergrund: Müller blieb in Moskau und am Nürburgring lange draußen, mit abbauenden Reifen war er in der Endphase chancenlos und vor allem langsam, machte sich in Zweikämpfen mit der Spitzengruppe dann aber sehr breit. Regelwidrig ist das nicht, sportlich aber fragwürdig.

Glock schimpft zudem über einen Müller-Bremstest in der Schikane, nach dem er dem Schweizer sogar ins Heck rauscht. „Er macht es sehr geschickt und in der Kurve so offensichtlich, dass du keine Chance hast, vorbeizufahren. Das ist gezielt von ihm“, so Glock. Die Sportkommissare beschäftigten sich ausführlich mit dem Vorfall. Am Ende hatte Glock die größere Teilschuld und wurde verwarnt.

An Nico Müllers Heck ging so eingies kaputt...

Trotzdem mischt er weiter mit im Titelkampf – und wählt auch verbal die Ideallinie im Duell mit dem Schweizer: „Nico tut mir einfach nur sehr, sehr, sehr leid. Ich kann ihm nur mein Beileid aussprechen. Entweder bekommst du die Instruktionen oder du bist so drauf, weil du nichts mehr zu verlieren hast“, ledert Glock. Was er in Müllers Situation tun würde? „Gewisse Dinge kann man schon machen, aber irgendwann schlägt das Rennfahrerherz und man weiß, dass es etwas zu viel ist.“

Und was sagt Audi zu den Vorwürfen? Sportchef Gass: „Der Nico war auf der Strategie, lange zu fahren. Er ist so schnell gefahren, wie er konnte. Und dass er keinen Gegner überholen lässt, ist ganz normal. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-Alliance

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