DTM

DTM: Götz, Glock und Scheider

— 11.10.2016

„Bundesliga muss Vorbild für DTM sein“

Die DTM-Piloten Timo Glock, Timo Scheider und Maximilian Götz urteilen über die aktuelle Situation in der DTM. ABMS erklären sie, was sie ändern würden.

Rennfahrer moderner Prägung sind in allen Bereichen perfekt geschult. Und nicht nur für Erfolge auf der Rennstrecke da, sondern auch – zumindest wenn als Werksfahrer fest angestellt – Marketing-Botschafter für ihre Arbeitgeber. Deshalb ist es mittlerweile eher selten, dass Profis offen und unverblümt ihre Meinung sagen.

In der aktuellen Ausgabe von AUTO BILD MOTORSPORT machen Timo Glock (BMW), Maximilian Götz (Mercedes) und Timo Scheider (Audi) genau das trotzdem. Die drei Piloten fordern eine Modernisierung der Serie.  „Die DTM ist eine Serie mit deutschem Namen und deutschen Herstellern. Deshalb müsste man sie in Deutschland noch besser vermarkten“, stellt Maximilian Götz fest. „Die Fußball-Bundesliga kennt auch jeder. Die müsste für die DTM ein Vorbild sein.“

Ex-Formel-1-Pilot und BMW-Fahrer Timo Glock wird noch deutlicher: „Die Leute wissen – drastisch ausgedrückt – gar nicht, was die DTM ist. Man muss das Produkt DTM so nach vorn bringen, dass die Leute es gut finden, verstehen und wissen, was es ist.“ In die gleiche Kerbe haut der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider (Audi): „Ich frage mich seit Jahren, warum die DTM im Fernsehen in der ADR-Sportschau oder im Aktuellen Sportstudio im ZDF nicht stattfindet.“

Glock findet: Die DTM bewegt sich nicht nach oben

Auch in Sachen Fan-Bindung sehen die Fahrer Verbesserungspotential: „Wir fahren Rennen, sitzen in Meetings, schreiben zehn Minuten Autogramme und fahren wieder nach Hause. Wie geil wäre es, wenn wir abends Taxifahrten machen könnten und die Auto dabei quer um die Ecke hauen“, schlägt Glock vor. Und Scheider konstatiert: „Es fehlen die Emotionen. Die DTM ist zu sehr premium.“

Von den für 2017 angekündigten neuen DTM-Regeln erhofft sich Götz vor allem „Konstanz, damit der Fan weiß, was abgeht.“ Timo Scheider fordert „vor der aktuellen Situation nicht die Augen zu verschließen. Es geht in vielen Punkten in die falsche Richtung. Ich kann nur hoffen, dass die Hersteller Ihr Ego hinten anstellen.“ Auch Timo Glock stellt fest, „dass sich die DTM seit Jahren seitwärts, aber nicht nach oben bewegt.“

Einig sind sich die drei Profis vor dem Saisonfinale der Serie in Hockenheim (15./16. Oktober), dass der aktuelle Tabellenführer Marco Wittmann (BMW) ein würdiger Meister wäre. „Marco Wittmann steht ganz vorne, weil er einfach am konstantesten war“, lobt Markenkollege Glock. Timo Scheider bekräftigt: „dass Marco einen konstant guten Job gemacht hat.“
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Allerdings schränkt die Audi-Pilot auch ein: „Dass BMW ohne die Zugeständnisse am Saisonbeginn vielleicht nicht um den Titel fahren würde, wird immer ein Thema bleiben.“
Maximilian Götz sieht das ganze pragmatisch: „Marco hat einen guten Job gemacht. Am Ende liegt es an der DTM, die Regeln so zu machen, dass alle Hersteller zufrieden sind.“

Autor: ABMS

Fotos: Picture-Alliance

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