DTM in Zolder

DTM in Zolder DTM in Zolder

DTM in Zolder

— 14.05.2002

Flügelsalat nach DTM-Rezept

Nach einem mühsam verhinderten Eklat beim Rennen in Zolder droht der Tourenwagen Masters ein neues Wettrüsten - Audi-Star Aiello nach erneutem Triumph mit komfortablem Vorsprung in Führung.

Neues Wettrüsten in der DTM

Der Konter kam prompt. In Zolder reagierte Mercedes auf die Zusatzflügel - Pardon, Heckflügelhalterungen -, die Opel beim DTM-Auftakt in Hockenheim präsentiert hatte. Die HWA-Mannschaft verpasste ihren vier CLK für Belgien ebenfalls zwei "Ohren" an den Heckflügeln. Da wollte Abt nicht nachstehen. Zur Freude der Fans versah das Team die Heckleitwerke der Audi TT in der Startaufstellung mit Getränkedosen des Hauptsponsors. Die witzigste Zutat zum Flügelsalat à la DTM.

Zum Lachen ist den Beteiligten allerdings nicht mehr zumute. Denn das DTM-Menü, wie es in Zolder angerichtet wurde, ist dazu geeignet, sich gründlich den Magen zu verderben. Offenbar müssen die Ingredenzien für das Erfolgsrezept Tourenwagen Masters dringend genauer definiert werden.

In Zolder jedenfalls drohte der Streit um mögliche oder eben nicht mögliche Regelinterpretationen zu eskalieren. Der Minimalkompromiss kurz vor einem im Raum stehenden offiziellen Protest: Treffen der aus DMSB- und ITR-Vertretern bestehenden DTM-Kommission. Sie soll für Klarheit sorgen. Wohl kaum bis zum nächsten Rennen in Donington am 19. Mai. Weitere Verfeinerungen der Rezeptur in England sind deshalb nicht ausgeschlossen. Ist das "Opel-Ohr" also Auslöser für ein neues Wettrüsten in der DTM?

Wiederholt sich das ITC-Debakel?

In Sachen Astra streiten die Gelehrten darum, ob die außen angebrachten und wie Zusatzflügel geformten Halterungen am Heckflügel des Autos dem (nirgendwo definierten) Geist des Regelwerks entsprechen. Geht es nach dem (un)geschriebenen Wortlaut der Statuten, sind sie zumindest nicht verboten. Beim Mercedes ist das nicht ganz so einfach. Die Stuttgarter sehen ihr Leitwerk als Teil der Abrisskante am Ende des oberen Heckflügelprofils und damit frei gestaltbar in Form und Material. Dem widersprechen Opel und Abt-Audi. Dort beruft man sich auf Paragraph 2.39 des technischen Reglements. Danach ist diese Trimmleiste "ausschließlich am verstellbaren Heckflügelprofil zulässig, sofern sie sich vollständig zwischen beiden Endplatten befindet". Das war an den AMG-Autos in Zolder offensichtlich nicht der Fall.

Eine Lösung des Problems scheint kurzfristig kaum möglich. Bei Opel gehört der Zusatz zum Gesamtpaket Aerodynamik. Ein Weglassen, ohnehin nur nach einer Reglementsänderung möglich, würde die Balance des Astra empfindlich beeinträchtigen. "Deutlich mehr Abtrieb und hilfreich gegen unser Übersteuern", beschreibt Mercedes-Star Bernd Schneider die Veränderung im Fahrverhalten des CLK mit den neuen Zusätzen am Heck. Freiwillig wird wohl keiner der beiden den einmal gewonnenen Vorteil aufgeben. Da kommen Erinnerungen auf an das Ende des DTM-Nachfolgers ITC im Jahr 1996. Kostenexplosion durch Wettrüsten war damals der Hauptgrund für das Aus einer tollen, teuren Serie. Wiederholt sich die Geschichte?

Abt fürchtet ein Ende der Erfolgsserie

Ganz und gar unbeeindruckt vom Streit, zogen die Abt-Audi in Zolder ihre Runden auf der Rennstrecke. Laurent Aiello triumphierte in Qualifikations- und Wertungslauf, baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 13 Punkte aus. In Donington wird den bisher dominierenden TT-Rennern das Siegen voraussichtlich nicht mehr so leicht fallen. "Auf den schnellen Strecken haben Opel und Mercedes Vorteile", befürchtet Teamchef Hans-Jürgen Abt ein Ende der Erfolgsserie.

Dann will auch Titelverteidiger Schneider wieder ganz vorn mitmischen. "Zolder war für uns schon ein Schritt nach vorn. Jetzt bin ich für die Saison zuversichtlich. Wenn wir die Balance des Autos noch weiter verbessern, sind wir in England ganz dicht an Audi dran", verspricht der Wahl-Monegasse. Den Kampf um die Meisterschaft hat er noch lange nicht aufgegeben.

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