DTM 2009, Oliver Jarvis Audi A4, Team Phönix

DTM-Interview: Oliver Jarvis

— 22.06.2009

Der DTM-Gebrauchtwagen-Star

Oliver Jarvis ist richtig schnell im DTM-Audi-A4-Jahreswagen. In AUTO BILD MOTORSPORT erzählt er, warum er lange bei Audi bleiben will – auch wenn ihn Mattias Ekström schon mal bös' nass macht.

AUTO BILD MOTORSPORT: Sie haben im Winter Deutsch gelernt. Können wir das Interview auf Deutsch führen? Oliver Jarvis: Oh nein (lacht). Jetzt noch nicht. Aber vielleicht am Ende der Saison. Ich nehme mir viel Zeit zum Lernen. Aber im Moment fehlt mir beim Sprechen noch die Sicherheit. Ich möchte jedoch im Lauf des Jahres so weit kommen, dass ich über mein Rennwochenende reden kann. Für eine längere Unterhaltung wird es aber auch dann noch nicht reichen. Dafür ist die deutsche Sprache viel zu schwer.
Wie lautet Ihr Saisonziel für 2009? Die aktuellen Autos werden über die Saison bestimmt noch schneller. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Piloten, die wie ich einen Vorjahreswagen fahren, in den ersten drei bis vier Rennen die größte Chance haben, in die Punkte zu fahren. Deshalb ist es für mich extrem wichtig, in den nächsten Rennen sehr gut zu sein. Am Ende will ich natürlich bester Jahreswagenfahrer sein.

Zum Auftakt der DTM 2009 feierte Jarvis als bester "Gebrauchtwagen-Pilot" einen hervorragenden dritten Platz.

Was kann man an der DTM verbessern? Ich mag die DTM sehr. Die Atmosphäre an den Strecken ist toll. Die Veranstalter haben begriffen, dass wir die Show für die Fans machen und lassen sie daran teilhaben. Wir Fahrer haben viel Kontakt zu den Fans, weil die ins Fahrerlager dürfen und nah an uns Fahrer herankommen. Ich finde das gut. So sollte Motorsport generell sein. Durch den neuen Zeitplan in diesem Jahr (der Freitag wurde als Veranstaltungstag gestrichen, d. Red.) ist der Stress für uns Fahrer allerdings noch größer geworden. Wir haben am Wochenende keine freie Minute mehr. Aber insgesamt kann ich mich nicht beschweren. Im Ganzen betrachtet ist die DTM für mich auch eine besondere Form des Sport-Managements.

Die DTM ist eine der besten Serien der Welt

Oliver Jarvis ist glücklich in der DTM. Gern würde er auf Dauer im Audi-Team fahren.

Warum fahren viele Briten in der DTM? Der britische Motorsport hat in den letzten Jahren viele Talente hervorgebracht. Die versuchen natürlich, in den besten Serien der Welt unterzukommen. Die DTM ist eine davon. Für junge Piloten ist die DTM oft nur eine Durchgangsstation auf dem Weg in die Formel 1.
Wie sehen Sie Ihre Situation? Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Klar würde ich auch gerne Formel 1 fahren. Aber gleichzeitig bin ich hier in der DTM sehr glücklich. So eine Karriere wie Bernd Schneider, der über 20 Jahre DTM fuhr, wäre toll. Ich fühle mich bei Audi sehr wohl und würde der Marke gern treu bleiben – egal in welcher Rennserie.
Beobachten Sie die Formel 1 aktuell? Was sagen Sie zu der sportlichen Situation dort, die sich 2009 ja doch ziemlich verändert hat? Es ist bisher eine richtig interessante Saison. Es gab viele Regeländerungen zu Beginn des Jahres. Aber ich bin keinesfalls verwundert darüber, dass Brawn GP jetzt so erfolgreich ist. Honda hat letztes Jahr früh die Weiterentwicklung des 2008er-Modells abgebrochen und sich schon voll auf die nächste Saison konzentriert.

Vier Räder sind sicherer als zwei

Seinen ersten großen Erfolg feierte Oliver Jarvis im Jahr 2006 als Vizemeister der britischen Formel 3.

Wie steht Ihre Familie zu Ihrem Beruf Rennfahrer? Ich bin in einer sehr glücklichen Situation. Viele junge Rennfahrer haben Eltern, die sie unter Druck setzen. Meine Eltern waren genau das Gegenteil. Sie wollten immer sicher gehen, dass ich das tue, was ich selbst wollte. Meine Familie hat mich in jeder Hinsicht unterstützt. Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu ihnen. Sie kommen noch immer zu meinen Rennen. Meine Eltern haben nie Druck auf mich ausgeübt. Ohne sie würde ich heute bestimmt keine Rennen fahren. Ich habe noch zwei ältere Schwestern und eine jüngere, die gerade das Formel-1-Rennen in Monaco besucht hat. Keine von ihnen fährt aber selbst. Auch, wenn sie mit mir an den Rennstrecken groß geworden sind.
Als Junge fuhren Sie viel Motocross. Warum sind Sie nicht dabei geblieben? Das war mir – ehrlich gesagt – zu gefährlich. Ich habe oft erlebt, wie sich Fahrer verletzt haben. Als sich dann ein Freund von mir bei einem Sturz den Arm brach, hatte ich genug. Ich wollte dann lieber Kart fahren. Das wurde schnell zu einer echten Leidenschaft. Als mein Vater mich dann vor die Wahl stellte entweder Motorrad oder Kart entschied ich mir für vier Räder.

Manchmal macht Eki Stress

Was sind Ihre Hobbys? Momentan laufe ich sehr viel, fahre sehr viel Fahrrad. Aber ich mag auch Wassersport. Im Sommer will ich die Seen hier zum Wasserski und Wakeboarding nutzen. Ich mag die Sprünge und Tricks, die man damit machen kann.
Sie leben in der Schweiz. Viele Ihrer Kollegen auch. Trifft man sich da auch in der Freizeit? Ja, manchmal sogar ganz unverhofft. Vor ein paar Tagen lag ich zu Hause in der Sonne und döste vor mich hin. Plötzlich wurde ich durch einen ordentlich Schuss kalten Wassers aufgeschreckt. Mattias Ekström hatte sich ums Haus geschlichen und sich meinen Gartenschlauch geschnappt.

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