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DTM: Kommentar zur Glock-Strafe

DTM zu hart zu Glock

BMW-Star Timo Glock regte sich über die Blockade von Edoardo Mortara im Qualifying auf - und wurde dafür ans Ende des Feldes versetzt. Ein Kommentar.
Emotionen, Ärger, Zoff - neben den ganz besonderen Leistungen im Wettbewerb sind Gefühlsausbrüche die wichtigsten Ingredienzen des Sports. So geschehen auch an diesem DTM-Wochenende in Zandvoort. BMW-Pilot Timo Glock fühlte sich im Qualifying von Edoardo Mortara auf dem Weg zur Poleposition behindert, bremste den Mercedes seinerseits ein und beschimpfte ihn im Eifer des Gefechts am Funk als "Fucking idiot".
Mortara hatte dafür sogar Verständnis: "Ich kann seinen Frust nachvollziehen. Mein Team hat mir zweimal die falsche Information gegeben. Ich kann mich nur entschuldigen. Solche Dinge sollten nicht passieren."

Timo Glock rauchte auf und neben der Strecke

Auch deshalb sah Glock sich im Recht, zeigte der Mercedes-Box auf dem Weg durch die Boxengasse zusätzlich den Stinkefinger und stand zu seiner Meinung. "Im Qualifying hat man 160 Puls, da gehen die Emotionen hoch", erklärte des Ex-Formel-1-Star. "Ich war nicht happy und habe den Gruß da rein (in Mortaras Box; d.Red.) gerichtet. Es ist eindeutig, was ich am Funk gesagt habe."
Soweit, so gut. Eine interessante Geschichte am Rande des DTM-Laufs in Holland, die schon im Vorfeld des eigentlichen Rennens für Aufsehen sorgte. Gut so! Das braucht die DTM, die nach den schlechten Nachrichten rund um den Mercedes-Ausstieg Ende 2018 um Aufmerksamkeit kämpfen muss.
Was dann passierte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Von Startplatz fünf wurde Glock ans Ende des Feldes versetzt, wurde im Rennen nur (nach Wittmanns Disqualifikation) Siebter. Weil er sich über die (unbewusste) Blockade-Aktion von Mortara aufgeregt hat. Liebe Sportkommissare, liebe DTM: Muss man wegen so etwas wirklich in die Meisterschaft eingreifen? Sebastian Vettel fährt in der Formel 1 Lewis Hamilton ins Auto - und darf sich anschließend entschuldigen. Aber Timo Glock wird wegen eines emotionalen Fingerzeigs disqualifiziert?
Ok, kann man so machen. Aber was wollt Ihr denn? Langweilige Rennen? Fahrer ohne Charakter? Oder wollt Ihr Typen, die mit ihren Emotionen auch mal über die Stränge schlagen? Stories auch schon nach dem Qualifying? Sportliche Fairness? Dazu hätte auch gehört, dass zumindest nicht der Blockierte bestraft wird.
Ich finde: Eine Verwarnung inklusive öffentlicher Entschuldigung (wie es Glock via Instagram in Richtung Mortara längst gemacht hat) hätte hier auch gereicht. Da hätte man sich mal ein Beispiel nehmen können an FIA-Präsident Jean Todt, der weiß, was einer Rennserie gut tut.
Ach ja, und lieber Timo, bleib, wie Du bist!

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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