DTM-Lauf Adria 2010

DTM-Lauf Adria 2010: Scheider auf Wolke sieben DTM-Lauf Adria 2010: Scheider auf Wolke sieben

DTM-Lauf Adria 2010

— 01.11.2010

Scheider auf Wolke sieben

Das Rennen auf dem Adria Raceway in Italien lieferte Spannung pur. Vor allem für Audi-Pilot Timo Scheider. Der zweifache Champion holte überraschend den Sieg beim vorletzten Saisonlauf.

Timo Scheider (31) hat beim vorletzten Lauf der DTM in Adria (Italien) endlich das geschafft, was für den Champion von 2008 und 2009 in diesen Jahren fast selbstverständlich war: ein Rennen gewinnen. Und das in überragender Manier: Nachdem ihn sein Team in der Qualifikation zu spät auf die Strecke schickte, strich ihm die Rennleitung seine letzte schnelle Runde. Nur Startplatz 15. "Ich habe morgens vor dem Rennen mit meinen Mechanikern noch rumgeblödelt, dass ich am Ende auf dem Podest stehen werde. Das war aber wirklich nur als Witz gedacht", zeigte er sich überglücklich.

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Lang ersehnter Erfolg für Timo Scheider (r.) und seinen neuen Renningenieur Pacal Zurlinden (l.).

Eine Achterbahn der Gefühle. Während Scheider noch am Samstag wütend seine Handschuhe durch die Box schleuderte, sprang er am Sonntag vor Freude auf das Dach seines Audi A4 DTM. Ein schlechter Anfang, ein starkes Ende. Nicht nur am vergangenen Wochenende. Es gilt für die gesamte Saison des Timo Scheider. Nach dem ersten Rennen in Hockenheim saß er tief frustriert in der Audi-Hospitality an einem der Tische, hatte den Kragen seiner Jacke weit hochgezogen, den Schirm seiner Baseball-Mütze weit nach unten. Nichts mehr sehen – und hoffentlich auch nicht gesehen werden. "Ich stehe heute ziemlich neben mir", gab er damals nach seinem siebten Platz beim Auftakt zu.

Timo Scheider hat nie einen Sündenbock gesucht

Die erste Podiumsplatzierung holte Scheider in Zandvoort hinter Gary Paffett und Paul di Resta (v.r.).

Doch es war kein Ausrutscher. Auf sein erstes Podest musste er bis zum sechsten Rennen auf der Dünen-Rennstrecke im niederländischen Zandvoort warten. Seine Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung war da längst nur noch Theorie. Und seine anfängliche Enttäuschung in Galgenhumor übergegangen. Mit Pascal Zurlinden bekam Scheider in diesem Jahr einen neuen, ungewöhnlich jungen Renningenieur zur Seite gestellt. Der 28-jährige Franzose verstand sich von Anfang an gut mit seinem Fahrer. Persönlich. Denn immer öfter wurde öffentlich diskutiert, ob die beiden bei der Abstimmung des Audi A4 DTM aneinander vorbeiredeten. Timo Scheider hingegen suchte nie einen Sündenbock, stellte sich stets vor Zurlinden. Kontinuierlich arbeitete das Duo im Hintergrund daran, an Scheiders alte Erfolge anzuknüpfen. Und an die von Audi. Denn der Sieg von Mattias Ekström (32) beim zweiten Lauf in Valencia sollte bis Adria der vorerst letzte Erfolg der Ingolstädter in der DTM sein.

Dr. Ullrich lobt Scheider

Nach drei Fahrertiteln in Folge zeigte sich Audi außergewöhnlich schwach in der bisherigen Saison. Obwohl die Autos von Audi und Mercedes-Benz nicht weiter entwickelt werden durften. Ihren Misserfolg schob die Mannschaft mit den vier Ringen dabei hauptsächlich auf die neue Generation der Dunlop-Slicks, die angeblich nicht mit dem DTM-A4 harmoniert. "Timo hat es geschafft, sich kontinuierlich mit den neuen Bedingungen besser zu arrangieren", lobt Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich (60). Auch der sonst gegenüber seinen Konkurrenten als eher kritisch bekannte Motorsport-Boss von Mercedes lobte in Adria: "Als Sportsmann freue ich mich. Timo hat eine harte Zeit gehabt. Glückwunsch an ihn und Audi, da gibt es gar nichts zu diskutieren." Frustriert allein an einem Tisch sitzen musste Scheider dort jedenfalls nicht. Denn selbst Haug lies es sich nicht nehmen, im Audi-Lager mit ihm persönlich auf seinen Erfolg anzustoßen.

Autor: Martin Westerhoff

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