DTM Lausitzring

Schneider wahrt Titelchance

DTM Lausitzring

— 15.07.2002

Schneider wahrt Titelchance

Vor 25.000 Zuschauern besaß Titelverteidiger Bernd Schneider noch diese eine Chance - und er hat sie genutzt.

Im Kampf um die Meisterschaft 2002 in der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) ist wieder offen. Bernd Schneider, Sportwagen-Weltmeister von 1997 und dreimaliger DTM-Champion (1995, 2000 und 2001) mit Wahl-Wohnsitz Monaco, profitierte dabei auf dem regenverhangenen Lausitzring vom Pech des Franzosen Laurent Aiello. Während Schneider mit seinem Mercedes CLK beim obligatorischen Boxenstopp gerade mal 6,3 Sekunden stand, parkte der Audi-Pilot zehn Sekunden, ehe er seine Fahrt fortsetzten konnte. Am Ende reichte es für den Le-Mans-Sieger von 1998 nur zu Rang vier hinter Schneider, dem Schweden Mattias Ekström (Audi) und Marcel Fässler (Mercedes) aus der Schweiz. Aiello zeigte sich als fairer Verlierer: "Wir hatten bei meinem Auto hinten links eine klemmende Radmutter. Aber Bernd war im Rennen heute der schnellere von uns beiden."

Teamchef Hans-Jürgen Abt gab später zu, dass ein Fehler für den Zeitverzug verantwortlich war. Immerhin behält Aiello mit 54 Punkten seine Gesamtführung vor Schneider, der nach dem sechsten von zehn Rennwochenenden mit 33 Zählern den Kontakt hält. Dritter ist Mattias Ekström (29). "Danke an meine Mannschaft, die Boxenarbeit war sensationell gut", lobte Schneider dagegen seine Mechaniker, bevor er - für ihn typisch - kurz die eigene Leistung analysierte: "Der Start klappte optimal. Ich konnte bei der feuchten Fahrbahn vorn fahren und versuchen, etwas Luft zwischen mich und Laurent zu bringen."

Während Schneider strahlte, war nicht nur Aiello deprimiert. Gerade 25.000 Zuschauer sahen das DTM-Spektakel auf dem Lausitzring. Vor 14 Tagen in Nürnberg lockte die Veranstaltung fast die vierfache Fanschar an. Mit dem gestrigen Termin ist für die Eurospeedway-Betreiber wieder eine Möglichkeit vergangen, bei der man sich finanziell wenigstens etwas hätte erholen können. Schlimmer noch: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im September die Räder der amerikanischen Cart-Serie drehen, ist mehr als gering. Die kolportierten sechs Millionen Dollar Antrittsgebühr für das amerikanische Formel-1-Pendant stehen derzeit und auch mittelfristig absehbar wohl nicht zur Verfügung. Das vermutliche Aus im zweiten Jahr eines Fünf-Jahres-Vertrages zwischen Cart und Lausitzring ist ein Imageverlust, der bei Verhandlungen um künftige Top-Ereignisse die Aufgabe nicht einfacher macht. Im Übrigen läuft das Insolvenzverfahren, was künftige Investoren nicht eben magisch anzieht.

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