Robert Wickens fuhr im spannenden Qualifying auf die Pole-Position

DTM: Mercedes-Pole in Spielberg

— 02.08.2014

Wickens stiehlt Glock die Show

Mercedes ist zurück an der Spitze: Robert Wickens kreiselte sich in Österreich zur Pole-Position. BMW in Lauerstellung - nur ein Audi in den Top-8.

Faustdicke Überraschung in Spielberg: Kaum hat Michael Wilson bei der Mercedes-DTM-Truppe das Ruder übernommen, läuft es für die Mannen mit Stern. Am Samstag sicherte sich Norisring-Sieger Robert Wickens Startplatz eins für den sechsten Saisonlauf auf dem Red-Bull-Ring - 0,006 Sekunden vor BMW-Star Timo Glock (2.). "Ich wusste gar nicht, wie knapp es war", berichtet der Kanadier im 'Ersten'. Sein Optimismus hielt sich vor dem Trip nach Österreich in Grenzen. Wickens meint: "Wir wussten, dass wir besser sind, aber wir dachten nicht, dass wir die Pole-Position holen." Im dritten Qualifying-Abschnitt leistete sich der HWA-Pilot auf seiner ersten schnellen Runde einen Highspeed-Dreher, fing das Auto aber meisterhaft ab und fuhr anschließend unbekümmert zum Platz an der Sonne: "Ich war ein bisschen mutig am Eingang von Kurve acht. Aber ich hatte das Gleiche im Freien Training gemacht und daher Erfahrung gesammelt", erzählt Wickens schmunzelnd von einem identischen Malheur am Nachmittag.

Viel Lob gibt es von DTM-Projektleiter Wolfgang Schattling: "Das war sehr überraschend. Dass Robert das im letzten Sektor noch herausreißt, ist sensationell", sagt der Mercedes-Verantwortliche und klopft eher seinem Fahrer auf die Schulter als dem neuen Chef am Kommandostand. Auf die Personalie Wilson, immerhin ein Ex-Formel-1-Ingenieur, angesprochen meint Schattling: "Er ist zwei Tage da, da ist der Einfluss noch relativ gering. Robert Wickens ist ein außergewöhnliches Fahrtalent."

Glock und Wittmann knapp geschlagen

Das musste auch Glock erfahren, dem ein Wimpernschlag zur Pole-Position fehlte: "Es tat weh", meint der Ex-Formel-1-Pilot, der in seiner Auslaufrunde beim Blick auf eine Videoleinwand schon fast die Faust geballt hätte: "Auf dem Weg zurück zur Box habe ich noch gesehen, dass ich auf Platz eins bin." Trotzdem fällt das Fazit positiv aus: "Unser Auto passt einfach sehr, sehr gut. Das Qualifying war noch mein Manko, aber mittlerweile komme ich dahinter."

Kanadischer Strahlemann: Robert Wickens fuhr im Spielberg-Qualifying spät auf die Pole-Position

Der Gesamtführende Marco Wittmann (3.) - mit reichlich Zusatzgewicht beladen - hatte sich nach den Eindrücken aus dem Freien Training offenbar gar nicht ausgerechnet, schon nach dem Zeittraining auf Podiumskurs zu sein. "Es war etwas überraschend, dass auf einmal die Pace im Qualifying da war. Wir können mit Platz drei zufrieden sein. Die Aussichten sind gut, ich bin optimistisch." Augusto Farfus (4.) und Maxime Martin (8.) sind weitere BMW-Hoffnungen in den ersten vier Startreihen, Pascal Wehrlein (5.) und Christian Vietoris (7.) untermauern den Mercedes-Auswärtstrend. Jamie Green (6.) war als einziger Audi-Pilot in Q3. Eine herbe Enttäuschung.

Spengler und Ekström beklagen langsame Autos

Im zweiten Abschnitt erwischte es bereits die Prominenz: Vorjahressieger Bruno Spengler (10.) landete im BMW-Sandwich hinter Joey Hand (9.) und vor Martin Tomczyk (11.). "Es fehlt viel mehr als zwei Zehntelsekunden. Wir haben es nicht geschafft, unser Auto auf die Reihe zu bekommen. Im vergangenen Jahr lief es so gut, in diesem überhaupt nicht", ärgert sich der Kanadier im 'Ersten', hofft aber auf das Rennen. Tomczyk schließt sich an: "Wir wissen nicht genau, woran es lag. Das Auto hat nicht mehr zugelassen. Schade, denn die Strecke gehört zu meinen Lieblingsstrecken."

Daniel Juncadella (12.) und Antonio Felix da Costa (13.) folgen auf den Plätzen vor einem Audi-Quintett: Die Ingolstädter belegen die Ränge 14 bis 18 - angeführt von Mike Rockenfeller (14.), der noch eine Strafversetzung um drei Plätze wegen seines Moskau-Manövers hinnehmen muss. "Wenn es kommt, dann richtig dicke", schnauft der Champion. Teamkollege Timo Scheider (15.) und Mattias Ekström (16.) sind erneut auf einen starken Sonntag angewiesen: "Das Problem ist, dass es an Tempo fehlt. Das ist das erste Mal in diesem Jahr, dass ich sagen kann, ich hätte keinen großen Fehler gemacht", flucht der Schwede wegen des verpatzten Qualifyings.

"Wenn die Pace die gleiche ist wie heute, dann wird es nicht so lustig", befürchtet Ekström. Zu Q2 gar nicht mehr angetreten war Nico Müller (18.). Der Audi-Youngster hatte einen Schaden an der Batterie seines RS 5 DTM zu verzeichnen, infolgedessen die Servolenkung aussetzte. "Es war unmöglich, weiterzumachen. Einfach schade, dass es im Qualifying, genau in der kritischen Phase passiert ist. Es tut weh. Es sah nicht schlecht aus", so der Schweizer, der hinter dem Spanier Miguel Molina (17.) in der Startaufstellung parken wird.

Di Restas Mercedes-Wrack rollt hinterher

Im ersten Qualifying-Abschnitt gab es einige Überraschungen: Bei Gary Paffett (19.) ist der Mercedes-Aufschwung offenbar nicht angekommen, schließlich scheiterte der Routinier zeitgleich mit Scheider an der Auftakthürde - jedoch hatte Paffett seine Runde nach dem Audi-Piloten gefahren. Dazu musste der formstarke Audi-Youngster Adrien Tambay (20.) die Segel streichen und wird unmittelbar vor seinem Markenkollegen Edoardo Mortara (21.), vor zwei Jahren noch Spielberg-Sieger, ins Rennen gehen.

Der Italiener macht auch Konkurrenten, die ihn auf seiner schnellen Runde behindert hatten, für das frühe Aus verantwortlich: "Ich glaube, es war nicht fair. Es gab zu viel Verkehr. Für die Rennleitung schien es aber okay zu sein, ich weiß nicht." Mortara räumt auch ein: "Ich hatte keine gute Runde." Mercedes untermauerte in Q1 den Aufwärtstrend mit vier Fahrzeugen in den Top 8, das Sorgenkind heißt weiterhin Witali Petrow. Der Russe kam in Österreich über Platz 22 nicht hinaus und wartet weiter auf ein erstes Weiterkommen in einem DTM-Qualifying.

Als 23. und Letzter geht Ex-Champion Paul di Resta ins Rennen: Der Schotte hatte sein C-Klasse-Coupé im Freien Training in die Reifenstapel geknallt und HW vor die knifflige Aufgabe gestellt, den Boliden rechtzeitig in einen fahrbaren Zustand zu versetzen. "Keine ideale Situation. Ich war noch nie auf dieser Strecke und habe eine komplette Session verloren. Die Jungs haben klasse gearbeitet, um das Auto wieder hinzukriegen", sagt di Resta. "Es war aber schwierig zu fahren. Sehr viel mehr konnte ich damit nicht ausrichten."

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