Mortara und Wittmann

DTM: Mortara vs. Wittmann

— 12.10.2016

Wer hat den psychologischen Vorteil?

Am Wochenende startet das Saisonfinale der DTM in Hockenheim. Marco Wittmann versus Edoardo Mortara lautet das große Duell um die DTM-Krone.

Edoardo Mortara ist nervös. Oder zumindest nervöser als sonst. Das gab der Audi-Pilot vor dem Saisonfinale der DTM am kommenden Wochenende in Hockenheim unumwunden zu. Er hat mit 14 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Marco Wittmann zwei Rennen vor Schluss den Titel weiter fest im Blick. Es wäre sein erster in seinem sechsten Jahr in der Tourenwagenserie.

Und der Italiener sieht sich selbst trotz aller Nervosität aus psychologischer Sicht zumindest ein klein wenig im Vorteil. Denn durch den bisherigen Saisonverlauf kann er den Titel vor allem gewinnen, während sein BMW-Konkurrent die Meisterschaft nach wochenlanger Gesamtführung im Grunde nur verlieren kann. „Wir werden sicher einige Punkte machen und er darf sich keinen Fehler erlauben. Es wird nicht so einfach für ihn“, sagte Mortara.

Wird es denn Psychotricks, verbale Giftpfeile oder Scharmützel geben, um sich einen weiteren psychologischen Vorteil zu verschaffen? „Keine Psychotricks, zumindest nicht von meiner Seite. Ich konzentriere mich auf mich und versuche die bestmögliche Leistung zu bringen“, sagte Mortara AUTO BILD MOTORSPORT.

Wittmann liegt 14 Punkte vor Mortara

Wittmann betonte bei AUTO BILD MOTORSPORT sein gutes Verhältnis zu Mortara. „Wir sind gemeinsam schon im selben Team in der F3 gefahren. Deshalb denke ich, dass keine Psychotricks notwendig oder angebracht sind. Am Ende kämpfen wir beide hart, und keiner will klein beigeben“, meinte Wittmann.

Auf der Strecke sieht sich Mortara im Vergleich zu seinem Titelrivalen auf Augenhöhe. „Es gibt keinen klaren Vorteil oder Nachteil im Vergleich zu Marco. Es gibt auch keine Taktik oder irgendwelchen Strategien“, so Mortara. Natürlich sei durch die Konstellation mehr Druck da als sonst, räumte der 29-Jährige ein: „Aber wir müssen einfach einen perfekten Job machen und besser sein als er."

Denn seine Rechnung im Titelkampf im Hinblick auf die zahlreichen Konstellationen ist denkbar einfach: Mortara müsste „nur“ beide Rennen gewinnen, dann kann Wittmann machen, was er will.

Doch was die aktuellen Kräfteverhältnisse betrifft, ist zu sehen, dass nicht so viel klar ist. Audi ist beim Saisonabschluss seit zwei Jahren ungeschlagen. 2014 holten die Ingolstädter mit einem Dreifachsieg den Titel in der Herstellerwertung. Im vergangenen Jahr gewann Timo Scheider das Samstagsrennen, am Sonntag war das Podium dank Jamie Green, Mattias Ekström und Mortara wie schon 2014 fest in Audi-Händen.
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Beim turbulenten Saisonauftakt in diesem Jahr an gleicher Stelle mit zahlreichen Crashs und Ausfällen gewann der Italiener den ersten Lauf, ging aber im zweiten leer aus. Wittmann holte damals nur vier Punkte, doch für Mortara ist BMW immer noch eine kleine Wundertüte. „Sie haben nach den Zugeständnissen viel mit uns gespielt, denke ich. Ich habe keine Ahnung, wie stark BMW in Hockenheim sein wird“, sagte er.

Die Münchner haben in Hockenheim nun erst einmal einen Gewichtsvorteil von 7,5 Kilogramm im Vergleich zu Audi. „Normalerweise sind wir dort ganz gut. Aber in der DTM kann man nie wissen, ob man konkurrenzfähig ist“, sagte Mortara. Zur Beruhigung seiner Nerven wird das bis zum ersten Lauf am Samstag sicher nicht beitragen.

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Hersteller ; picture-alliance

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