DTM

DTM: Nachwuchstest

Acht Fahrer im Einsatz

BMW, Mercedes und Audi testeten mit acht Nachwuchsfahrern und früheren DTM-Piloten in Jerez. Der Run auf die letzten Cockpits hat begonnen.
Diverse Nachwuchsfahrer drängen mit Nachdruck in die DTM. In der Werksserie würden sie ein festes Gehalt bekommen und müssen sich nicht mehr mit Sponsorengelder in Nachwuchsteams einmieten. Doch für die Saison 2017 haben die DTM-Hersteller Audi, Mercedes und BMW eine Reduzierung des Starterfeldes beschlossen: Nur noch 18 statt wie 2016 noch 24 Fahrer werden 2017 in der DTM fahren. Das senkt die Chancen für Nachwuchsfahrer, einen Platz zu ergattern.
Trotzdem waren in Jerez acht neue oder alte DTM-Piloten im Testeinsatz. Audi schenkte gleich vier Piloten eine Ausfahrt im DTM-Audi. Kelvin van der Linde und Dion von Moltke bekamen ihren Test für gute Rennen im ADAC GT-Masters beziehungsweise in der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft im Audi R8 LMS. Realistische Chancen auf ein Stammcockpit dürfen sie sich aber nicht ausrechnen. Genauso wenig wie Nyck de Vries, der in der GP3-Rennserie einzelne Siege feierte.

Duval ist ein Audi-Kandidat

Doch auch Loïc Duval gehörte zum Testaufgebot. Der Franzose war Audi-Pilot in der Sportwagen-WM und steht nach dem Audi-Ausstieg ohne Vertrag da. Zuerst wollte er sich von Audi trennen, um weiterhin in der WEC zu bleiben. Doch die Cockpits dort sind rar gesät. Porsche hat seine LMP1-Piloten bereits verkündet, Toyotas Line-Up soll ebenfalls schon festgezurrt sein – ein Audi-Pilot soll sich aber nicht unter den verpflichteten Piloten befinden. Aus Mangel an Alternativen könnte Duval Audi also doch treu bleiben und in die DTM wechseln.
Fix ist bereits: Timo Scheider und Edoardo Mortara verlassen Audis DTM-Team. Scheider dürfte in die Rallycross-WM wechseln, Mortara schließt sich Mercedes an. Mike Rockenfeller wird mit einem Wechsel zu Corvette in die GT-Szene in Verbindung gebracht. Miguel Molina und Adrien Tambay haben sportlich nicht überzeugen können. Mattias Ekström, Jamie Green und Nico Müller dürften indes an Bord bleiben. René Rast hat gute Karten auf ein dauerhaftes Stammcockpit, nachdem er 2016 bereits zwei Mal als Ersatzfahrer eingesprungen ist. Theoretisch wäre also noch Platz für Duval.
BMW probte in Jerez mit Ricky Collard und Joel Eriksson. Beide haben aber kaum Chancen auf ein Stammcockpit. Zwar haben Martin Tomczyk und Antonio Felix da Cosa ihre DTM-Karrieren beendet, aber die anderen sechs Fahrer dürften an Bord bleiben, also Champion Marco Wittmann, Timo Glock, Bruno Spengler, Augusto Farfus, Tom Blomqvist und Maxime Martin. Als einziger Wackelkandidat gilt nur Farfus. 
Bei Mercedes durfte Ex-DTM-Pilot Maro Engel ran, sowie Formel-3-Vizemeister Maximilian Günther. Eigentlich wollte Mercedes GP2-Vizemeister Antonio Giovinazzi verpflichten, doch der Italiener lehnte ab. Beziehungsweise hat sich bei Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff einfach nicht mehr gemeldet.
Fix ist Ex-Audi-Pilot Edoardo Mortara, auch Robert Wickens, Gary Paffett, Felix Rosenqvist und Lucas Auer dürften an Bord bleiben. Daniel Juncadella, Christian Vietoris und Paul di Resta müssen um ihren Verbleib zittern. Höchstens einer der drei darf bleiben. Möglicherweise verzichtet Mercedes aber komplett auf das Trio und erhöht damit die Chancen für Günther, Engel – oder Überraschungsmann Felipe Massa.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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