Mike Rockenfeller war etwas schneller als sein Nachfolger auf dem DTM-Thron

DTM: Rockenfeller holt Pole

— 27.09.2014

Audi-Festspiele in Zandvoort

Mike Rockenfeller (Audi) startet von der Pole-Position in das DTM-Rennen in Zandvoort - Champion Marco Wittmann (BMW) bricht in Audi-Armada ein.

Audi hat das Qualifying der DTM in Zandvoort dominiert. Auf der Strecke in den holländischen Dünen konnte nur der frischgebackene Meister Marco Wittmann in die Phalanx der Ingolstädter eindringen. Der BMW-Pilot musste sich am Ende lediglich seinem Vorgänger Mike Rockenfeller um 26 Tausendstelsekunden geschlagen geben. Hinter Wittmann werden mit Edoardo Mortara, Mattias Ekström, Jamie Green und Nico Müller vier weitere Audi-Piloten ins Rennen gehen.

"Ich hatte am Nürburgring auch fünf Audi um mich herum", lacht Wittmann ob der schwierigen Ausgangsposition am morgigen Sonntag bei 'ARD'. "Ich habe in der letzten Kurve einen kleinen Fehler gemacht, was mich ein wenig ärgert, aber im Grunde bin ich mit der Ausgangsposition zufrieden." Obwohl der größte Druck von Wittmann nach dem sicheren Titelgewinn weg ist, verspricht er noch einmal volle Attacke: "Ich will noch einmal auf das Podium, vielleicht auch ganz nach oben." Denn schließlich gibt es ja auch noch die Team- und Herstellerwertung zu gewinnen.

Die Herstellerwertung von Zandvoort hat heute auf jeden Fall Audi gewonnen, die nach dem ersten Sieg seit über einem Jahr lechzen. Mike Rockenfeller war in Moskau im vergangenen Jahr der letzte Audi-Sieger, könnte aber morgen der nächste werden. Mit seiner Pole-Position hat sich der Deutsche zumindest einmal die beste Ausgangsposition geholt. "Ich wusste, dass wir hier gut sind, die Strecke liegt mir einfach", jubelt er nach der Session.

Auch der Drittplatzierte Edoardo Mortara muss seinen Dienstwagen loben: "Wir haben ein Auto, was besonders in schnellen Kurven gut ist, wie wir hier in jedem Jahr beweisen." Darum rechnet sich auch der Italiener, der am Lausitzring noch Pech mit der Reifenwahl hatte, für morgen gute Chancen aus. Der Viertplatzierte Mattias Ekström muss um seine Chancen allerdings noch zittern. Gegen den Schweden läuft eine Untersuchung, weil er in Q1 Gary Paffett aufgehalten haben soll.

"Ich war sicher, dass er auch auf der Outlap war, ich glaube nicht an eine Strafe", grinst er vielsagend dazu. Hinter zwei weiteren Audis von Green und Müller folgte mit Pascal Wehrlein der erste Mercedes. Der Eurospeedway-Sieger schob seinen Dienstwagen vor Martin Tomczyk (BMW) auf Rang sieben, die Top 10 komplettierten Joey Hand (BMW) und mit Miguel Molina ein weiterer Audi.

Lenkprobleme: Frühes Aus für neuen Mercedes

Champion Marco Wittmann schob sich am Samstag auf Startplatz zwei

Schon Q2 war eine reine Audi-Angelegenheit. Zwischenzeitlich lagen fünf Ingolstädter an der Spitze, bevor sich Lausitzring-Sieger Pascal Wehrlein die Bestzeit sichern konnte. Das kam insofern überraschend, weil alle anderen Mercedes in Q2 hängengeblieben waren - inklusive Christian Vietoris, der den neuen Mercedes nur auf Startposition 18 fahren konnte. Doch der Deutsche hatte noch mit einigen Grundproblemen zu kämpfen, die das Fahren nicht einfach gemacht haben.

Für das Aus sorgte allerdings ein Problem mit der Lenkung: "Ich konnte meine Runde nicht zu Ende fahren, was nichts mit dem Auto zu tun hatte", verteidigt Vietoris gegenüber 'ARD' sein neues Schmuckstück. "Wir haben heute Morgen gezeigt, dass das Auto die Pace der anderen hat. Das ist schon einmal ein guter Startpunkt, daher gehen wir davon aus, dass es schneller ist. Schade, dass wir das noch nicht zeigen konnten." Neben Vietoris war auch für dessen Markenkollegen Gary Paffett (11.) und Paul di Resta (13.) in Q2 Schluss.

Enttäuscht waren nach der Qualifikation auch Timo Glock (BMW/14.), Bruno Spengler (BMW/15.) und Timo Scheider (Audi/16.), die Q3 und die Top 10 deutlich verpassten. "Ich dachte immer, Zandvoort ist meine Strecke. Ich war mir sicher, weit vorn zu sein. Dass es nicht so ist, ist eine Riesenüberraschung", hadert Scheider. "Jetzt müssen wir uns für Sonntag etwas Besonderes einfallen lassen."

"Rocky" sucht die Flucht nach vorne

In Q1 kam das frühe Ende für zwei BMW- und wieder einmal drei Mercedes-Piloten. Antonio Felix da Costa und Augusto Farfus stellten ihre bayrischen Wagen nur auf die Plätze 19 und 20. Besonders der Brasilianer kann über das frühe Aus nur rätseln: "Wir müssen einfach verstehen, warum wir nicht konkurrenzfähig sind. Es gibt kein Problem. Nur wissen wir halt nicht, weshalb wir nicht schnell sind", erklärt er nach dem Qualifying.

Das Ende des Feldes komplettierten die Mercedes von Robert Wickens, Daniel Juncadella sowie Witali Petrow, der seinen Boliden im Training zuvor noch unsanft in die Bande gestopft und so für eine Unterbrechung gesorgt hatte. Für das Trio wird es morgen in den holländischen Dünen schwierig. Das Rennen in Zandvoort beginnt morgen wie üblich um 13:30 Uhr.

Die große Frage ist dann: Kann sich Audi endlich den ersten Saisonsieg sichern oder schnappt sich Marco Wittmann erneut die Lorbeeren? Letzteres will Polemann Mike Rockenfeller am Sonntag verhindern, nachdem er bereits den Titel an ihn abtreten musste. "Wir wollen gewinnen, aber man kann das nicht erzwingen", sagt der Audi-Pilot. "Meine Devise ist die Flucht nach vorne, über mehr denke ich nicht nach. Von der Position aus ist das Gewinnen am einfachsten, aber es kann trotzdem viel schiefgehen."

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